Der DSW 1912 Darmstadt, seit 2009 wieder Erstligist mit den Männern, steht bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen (DMS) vor einer großen Herausforderung. Bevor der Traditionsclub, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiert, am 4./5. Februar im Nordbad Gastgeber für der Endkampf ist, muss er den Vorkampf in Wuppertal bestehen. Vor einem Jahr legten die Südhessen dabei mit einer souveränen Vorstellung die Grundlage für den Klassenerhalt. In diesem Jahr stehen die Vorzeichen dafür schlechter.
Zum einen sind mit dem SV Halle/Saale um Weltmeister Paul Biedermann und der SG Dortmund zwei starke Mannschaften aufgestiegen. Zum anderen muss DSW-Cheftrainer Alexander Kreisel wie befürchtet auf Yannick Lebherz verzichten. Nach seinem Außenmeniskusriss im rechten Knie ist beim Nationalmannschaftsschwimmer zwar alles wie erhofft verheilt, doch laut ärztlichem Rat kommt ein Start noch zu früh.
Somit muss Alexander Kreisel auf jüngere Sportler bauen. Der Einundvierzigjährige sieht den Klassenerhalt als „sehr schwierige Mission“ an, „aber wir werden es natürlich mit aller Kraft versuchen“. Die Stützen des Teams sind neben Marco Koch, dem Weltcup-Dritten der Kurzbahnsaison 2011, dessen älterer Bruder Christian, die vielseitig einsetzbaren Richard Kursch und Claudius Bartel sowie Brustschwimmer Jonas Schauder. Außerdem gehören Rückensprinter Lukas Löwel, Fabian Starkbaum, eventuell Alexander Dohn und erstmalig Dane Marlon Weber der ersten Mannschaft an. Bei der letztjährigen Auflage schwammen SSG Leipzig, SC Magdeburg und Bayer Wuppertal etwa im Bereich der Darmstädter. Sie werden wohl wieder die härtesten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sein.
Titelverteidiger – wie auch bei den Frauen – ist die SG Essen, die wohl in SG Frankfurt und SG Neukölln-Berlin ihre Hauptkonkurrenten haben wird. Nach den beiden Vorkämpfen in Wuppertal und Essen werden dann sowohl die Abstiegsrunde am Samstag, 4. Februar, als auch die Meisterrunde am Sonntag, 5. Februar, in Darmstadt ausgetragen. Aller Voraussicht nach mit Assen wie Britta Steffen und Dorothea Brandt (beide SG Neukölln), Paul Biedermann, Helge Meeuw (SC Magdeburg) oder Marco Di Carli (SG Frankfurt).
Mit der Hinrunde der Bundesligen finden auch die Vorkämpfe in der Ober- und Landesliga Hessen statt. Die erste Frauenmannschaft des DSW, seit 2005 ständiger Gast in der Oberliga-Aufstiegsrunde, unternimmt laut Trainer Kreisel einen „weiteren Anlauf in Richtung zweite Liga“. Dabei kann er zum Großteil auf das Personal von 2011 bauen. Auch die zweiten Damen sind in der Oberliga startberechtigt, kämpfen aber gegen den Abstieg. Für die knapp besetzten zweiten Herren hat der Klassenerhalt ebenfalls Priorität.
In der Landesliga sind bei den Damen die TSG 1846 Darmstadt, SV Blau-Gelb Dieburg und DSW Darmstadt III startberechtigt. Wegen mehrerer Rückzüge (zwei bei den Damen, einer bei den Herren – darunter jeweils die vierten Mannschaften des DSW) ist die Abstiegsgefahr gering. Generell war die Aufstellung aller Mannschaften in diesem Jahr für den DSW-Coach Kreisel etwas komplizierter als in den vergangenen Jahren. „Die älteren und nicht mehr aktiven Sportler haben wir diesmal kaum angesprochen, da sehr viele im letzten Jahr kurzfristig absprangen und uns vor große Probleme stellten.“
Ober- und Landesliga-Vorkämpfe finden für die DSW-Teams in Frankfurt-Höchst in einer gemeinsamen Veranstaltung statt, die Mannschaften von TSG Darmstadt und Dieburg geht es nach Baunatal.
DSW auf schwieriger Mission
Schwimmen – Ohne Yannick Lebherz wird es für die Männer-Mannschaft schwer, den Erstliga-Klassenerhalt zu schaffen
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