Nach zwölfmonatigen Ermittlungen gegen Issa Hayatou und Lamine Diack wegen Bestechungsvorwürfen sind die beiden afrikanischen IOC-Granden mit milden Strafen davongekommen. Die IOC-Exekutive erteilte Afrikas Fußball-Chef Hayatou (Kamerun) einen Verweis. Diack, der auch Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) ist, kam sogar mit einer Verwarnung davon. Beide dürfen im IOC bleiben. „Der Unterschied zwischen einer Verwarnung und einem Verweis ist wie der Unterschied zwischen einer Gelben und Roten Karte“, erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge das harmlose Strafmaß.
Der IOC-Vorstand folgte damit am Donnerstag in Lausanne den Empfehlungen der eigenen Ethikkommission. Der dritte Beschuldigte, der 95 Jahre alte Joao Havelange (Brasilien), war einem drohenden Ausschluss durch seinen Rücktritt aus dem IOC zuvorgekommen.
Dem Trio war Ende 2010 in der BBC-Sendung „Panorama“ Bestechlichkeit unterstellt worden. Alle drei sollen zu den Begünstigten in einer Schmiergeldaffäre um die Schweizer Rechtevermittlungs-Firma ISL/ISMM gehören – alle drei haben Verfehlungen bestritten. Hayatou, seit 2001 im IOC, war vorgeworfen worden, 1995 von der inzwischen insolventen ISL-Gruppe 20 000 Dollar erhalten zu haben. Der Spitzenfunktionär behauptete, es sei eine Zahlung für die 40-Jahr-Feier des afrikanischen Fußball-Verbandes gewesen. Der Senegalese Diack kassierte 1993 drei Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 48 000 Euro. Der IAAF-Chef erklärte, die Zuwendungen seien eine Spende zum Wiederaufbau seines abgebrannten Hauses gewesen.
Verwarnungen für IOC-Funktionäre
OLYMPIA.
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