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01. März 2011 dpa

Olympia 2018: Olympiaprüfer am Werk - Garmischer Bauern mit dabei

 
| Vergrößern | Wenn in diesen Tagen die Prüfer des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in München über den Bewerbungsunterlagen der bayerischen Landeshauptstadt brüten, geht es auch um sie: einige Dutzend Garmischer Bauern, die ihre Wiesen für die Olympischen Winterspiele 2018 partout nicht hergeben wollen. Foto: dpa
GARMISCH-PARTENKIRCHEN. 

Wenn sich an diesem Mittwoch die Prüfer des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Garmisch-Partenkirchen umsehen, geht es auch um sie: einige Dutzend Bauern, die ihre Wiesen für die Winterspiele 2018 partout nicht hergeben wollen. Zwar hängt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Widerstand zu Füßen der Zugspitze - dort sollen sämtliche Skiwettbewerbe ausgetragen werden - nicht allzu hoch. Doch trübt die Weigerung der Landwirte das schöne Bild von den Winterspielen, die laut Umfragen von der großen Mehrheit gewollt ist.
   63 Grundeigentümer vertritt der Münchner Rechtsanwalt Ludwig Seitz nach eigenen Angaben. Seine Mandanten seien nach wie vor nicht bereit, ihre Flächen für Olympia zur Verfügung zu stellen. „Die Entscheidung der Grundeigentümer, den von ihren Vorfahren geerbten Grund nicht zur Verfügung zu stellen, ist unumstößlich“, hatte Seitz bereits Ende vergangenen Jahres an IOC-Präsident Jacques Rogge geschrieben. Bei den Grundeignern im sogenannten Kernbereich der Sportstätten handele es sich ausschließlich um Landwirte.
   „Ich weiß nicht, worauf der Minister seine Zuversicht stützt“, sagte Anwalt Seitz zu den jüngsten Äußerungen des bayerischen Staatskanzleichefs Siegfried Schneider. Der CSU-Politiker hatte erst Anfang der Woche gesagt: „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung hinbekommen, um die benötigten Flächen nutzen zu können.“
   Während sich die Evaluierungskommission des IOC in den geplanten Wettkampforten umsieht, läuft in Garmisch-Partenkirchen das lange angekündigte Bürgerbegehren der Initiative „NOlympia“. Ziel ist ein Bürgerentscheid, der die Rechtmäßigkeit der mit dem IOC geschlossenen Verträge überprüfen soll.
   „Es läuft gut“, sagt der örtliche Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) und Mitinitiator der Bürgerbefragung, Axel Doering, zum Verlauf der Unterschriftensammlung. „Olympische Winterspiele sind für unser Gebirgstal inzwischen viel zu groß“, begründet er den Widerstand. Winterspiele seien als schneeabhängige Freilandspiele dem Klimawandel unterworfen. „Um sie noch durchführen zu können, muss beim Ausbau der Sportanlagen und der künstlichen Beschneiung massiv in Landschaft und Natur eingegriffen werden.“
   Da von der Übergabe der notwendigen rund 1700 Unterschriften in einigen Wochen bis zum Bürgerentscheid maximal vier Monate vergehen können und das Garmischer Rathaus die Frist voraussichtlich voll nutzen wird, dürfte der Urnengang erst nach dem 6. Juli sein. An dem Tag fällt im südafrikanischen Durban die Entscheidung über den Olympia-Gastgeber in sieben Jahren. Neben München samt Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee mit seinem Eiskanal bewerben sich die französische Stadt Annecy und Pyeongchang in Südkorea.

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Die Evaluierungskommission des Internationalen Olympische Komitees (rechts) sitzt am Dienstag der Bewerbungsgesellschaft für die Olympischen Winterspiele 2018 in München während einer Sitzung gegenüber. In der Mitte zwischen den beiden Tischen ist eine symbolische Curlingbahn aufgemalt. Die Evaluierungskommission untersucht die Olympia-Tauglichkeit der bayerischen Landeshauptstadt. Foto: dpa
   Der Widerstand lässt den Garmischer Bürgermeister Thomas Schmid kalt. „Wir haben ein tolles Bild abgegeben“, sagt der Rathauschef seit dem Ende der Ski-WM in jede Fernsehkamera. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bringt unterdessen ein eigenes Bürgerbegehren der Garmischer Olympia-Befürworter ins Spiel: „Wir müssen was machen und agieren. Die Gegenseite will einfach erreichen, dass ein Damoklesschwert über der Bewerbung schwebt, und dagegen wollen wir was tun“, sagte Ude der Nachrichtenagentur dpa.
   Ein zweites Bürgerbegehren im Olympiaort von 1936 scheint jedoch unwahrscheinlich. Allenfalls könnte der Gemeinderat dem laufenden Bürgerbegehren der Olympiagegner ein Ratsbegehren mit zustimmender Fragestellung entgegensetzen. Bislang lehnt das Gremium dies aber strikt ab. Es gebe ausschließlich positive Beschlüsse des Gemeinderates zu der Bewerbung. Daran habe sich nichts geändert, heißt es im Rathaus.

 
 


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