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22. Februar 2011 dpa

Olympia: Gegenwind für München 2018 - Ude „fassungslos“

| Vergrößern | Mitglieder der «Grünen Jugend München» demonstrieren am 06.10.2010 in T-Shirts, die das Wort «NOLYMPIA» ergeben, vor dem Rathaus in München. Foto: dpa
GARMISCH-PARTENKIRCHEN/MÜNCHEN. 

Stürmischer Gegenwind für München im Schlussspurt um Olympia 2018: Sechs Tage vor dem Besuch der IOC-Prüfer haben Gegner der Bewerbung um die Winterspiele 2018 ihr lange angekündigtes Bürgerbegehren in Garmisch-Partenkirchen gestartet. Hinter der Opposition verbirgen sich Vertreter mehrerer Gruppierungen. „Olympische Winterspiele sind zu groß für Garmisch-Partenkirchen“, begründete Mit-Initiator und Naturschützer Axel Doering am Dienstag die Aktion gegen die gemeinsame Kandidatur von München, Garmisch-Partenkirchen und Königssee. Mit Bestürzung reagierten die Olympia-Planer: „Ich bin fassungslos“, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude der „tz“.
   Einen sensibleren Zeitpunkt für das Bürgerbegehren hätten die Olympia-Gegner sich nicht aussuchen können. In der kommenden Woche wird die Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die geplanten Austragungsorte im Freistaat in Augenschein nehmen. Zuvor hatte das elfköpfige IOC-Gremium unter dem Vorsitz der Schwedin Gunilla Lindberg bereits die Münchner Konkurrenten im französischen Annecy und im südkoreanischen Pyeongchang besucht. Der Dreikampf um die Austragung der Winterspiele 2018 wird am 6. Juli im südafrikanischen Durban entschieden.
   „Obwohl die Bewerbung München 2018 heißt, wird Garmisch-Partenkirchen im Fall des Zuschlags die Hauptlast der Olympischen Winterspiele 2018 tragen“, begründete Doering, der sich zudem in Netzwerk „NOlympia“ engagiert, in einer am späten Montagabend verbreiteten Erklärung das Bürgerbegehren. Im „Snow-Cluster“ seien mehr als 50 Veranstaltungen geplant, dies seien „fast fünfmal so viele“ wie bei den erst am vergangenen Sonntag beendeten alpinen Ski-Weltmeisterschaften.
   „Wir haben uns aus diesen Gründen entschlossen, die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen mit einem Bürgerbegehren zu zwingen, die bereits unterzeichneten Verträge auf rechtliche Zulässigkeit zu überprüfen“, erklärte Doering weiter. Zuversichtlich zeigte sich auch der grüne Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann: „Ich bin mir sicher, dass wir aufgrund der besseren Argumente die Mehrheit der Garmischer für uns gewinnen und somit die vielen negativen Auswirkungen etwaiger Olympischer Winterspiele in Bayern abwenden können“, betonte der Politiker, der auch als „NOlympia“-Sprecher fungiert.
   Der Termin für das Vorpreschen der Olympia-Gegner birgt enorme Brisanz. Ein Bürgerbegehren in Garmisch-Partenkirchen, wo sich einige Grundstücksbesitzer weiterhin weigern, Flächen für die Winterspiele in sieben Jahren bereitzustellen, könnte von der IOC-Evaluierungskommission als Minuspunkt gewertet werden. „Ich empfinde es als kurios, so viele Jahre abzuwarten und jetzt plötzlich zu sagen: April, April!“, befand Münchens Oberbürgermeister Ude.
   Die Initiatoren müssen nun rund 1700 gültige Unterschriften vorlegen, um einen möglichen Bürgerentscheid am Fuße der Zugspitze erzwingen zu können. Sollte der Gemeinderat die Fragestellung als zulässig ansehen, müsste eine Abstimmung innerhalb von drei Monaten erfolgen - also möglicherweise kurz vor der finalen Entscheidung über den Austragungsort der Winterspiele 2018.

 
 


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