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20. Januar 2012 Von Udo Döring

X-Raid: Südhessischer Stolz beim Dakar-Doppelsieg

Sven Quandt freut der Dakar-Doppelsieg, vor allem aber die Gesamtleistung seines X-Raid-Teams

| Vergrößern | Trio mit Trophäe: X-Raid-Teamchef Sven Quandt mit Gesamtsieger Stephane Peterhansel und dessen Co-Pilot Jean-Paul Cottret (von rechts) nach der Zielankunft der Rallye Dakar in Lima. Foto: x-raid

Letzte Woche Lima, diese Woche Astheim, nächste Woche Paris. Sven Quandt bleibt Weltreisender in Sachen Motorsport. Dabei hat der Unternehmer sein Ziel schon erreicht: erster Sieg für sein X-Raid-Team bei der Rallye Dakar. Kein Grund aber, sich auf den frischen Lorbeeren auszuruhen. Nach dem Triumph in Südamerika und der Heimkehr nach Südhessen folgt der Flug nach Frankreich, um sich für Regeländerungen bei der berühmt-berüchtigten Rallye einzusetzen.
Schließlich hat Quandts Wort nun noch ein bisschen mehr Gewicht. „Es hat noch kein Team geschafft, acht Autos am Start zu haben und ins Ziel zu bringen – und dann auch noch zu siegen“, kehrt der X-Raid-Teamchef neben den Spitzenergebnissen auch den Erfolg auf ganzer Breite seiner insgesamt 100 Personen starken Mannschaft heraus. Hinter dem Doppelsieg durch den Franzosen Stephane Peterhansel und den Spanier Juan Roma“ fuhren die drei weiteren Wüsten-Minis ebenfalls unter die besten Zehn, auch drei von Privatkunden gesteuerte und bezahlte BMW X3 meisterten die 7700 Kilometer lange Materialschlacht von Argentinien nach Peru.
Ein Sonderlob gab es für Frontfahrer Peterhansel, der sich die zehnte Siegestrophäe holte. „Er ist einfach genial. Er hat das Auto in Lima abgestellt, als wäre er gerade erst losgefahren“, sagte Quandt, der sich wiederum über höchste Anerkennung des Franzosen für die technische Leistung freuen durfte: „Das war meine erste Dakar, wo ich kein einziges Mal wegen technischer Probleme stehen geblieben bin“. Und das bei der nach Meinung seines Teamkollegen Roma „schwersten der vier Dakar-Ausgaben in Südamerika“. Was vor allem am Finale in Perus Dünen lag, die das Feld noch kräftig ausdünnten.
„Im nächsten Jahr soll es in Lima losgehen. Da bin ich gespannt, wie das gehen soll“, blickt Sven Quandt schon auf die Dakar 2013, für die er aber erst einmal noch Vorarbeit zu leisten sieht. Schließlich belebt nur Konkurrenz das teure Geschäft. Er selbst hatte ja gesagt, dass nach dem Rückzug von Seriensieger VW alles andere als ein Sieg nichts wert gewesen wäre.
Zwar flog Robby Gordon bei seinen Etappensiegen schon mal fernsehwirksam an Peterhansels Mini vorbei, als wäre dieser geparkt. Doch der US-Amerikaner fütterte seinen ohnehin PS-überladenen Hummer wohl mit unzulässiger Extraluft, wofür er disqualifiziert wurde, nach Einspruch aber bis zum Ende weiter Gas geben durfte. „Nasser Al-Attiyah hat mir am Ruhetag sogar eine SMS geschickt, dass diese Fahrzeugklasse nicht mehr erlaubt werden sollte. Das sei kein fairer Kampf“, schildert Quandt eine Reaktion des Vorjahressiegers. Dabei war der Katari selbst im Hummer unterwegs, führte sogar das Klassement an, bevor er zur Hälfte ausfiel, sich mit Gordon zerstritt und heimflog.
Vielleicht fährt der Katari wie schon 2007 und 2008 wieder für X-Raid – oder eine der Marken, die Quandt mit entsprechender Werksunterstützung als Gegner der Zukunft sieht und wünscht. Wie etwa Toyota mit Giniel de Villiers am Steuer. Der Südafrikaner und sein deutscher Co-Pilot Dirk von Zitzewitz – 2009 Sieger im VW – haben X-Raid zwar den Dreifachtriumph verdorben. Trotzdem lautet Quandts Prämisse, wenn er sich mit den Regelhütern des Weltverbandes FIA in Paris trifft: „Lass uns die Regeln für das Material machen, das den anderen zur Verfügung steht. Wenn das klappt, haben wir ein Feld mit fünf guten Gegnern“.
Was der X-Raid-Teamchef sagen kann mit der beruhigenden Gewisshheit, dass sein eigenes Material schon siegtauglich ist.

 
 


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