E-Paper | Mobil | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 
 
29. Dezember 2011 Von Udo Döring

Vier Minis mit ganz großem Ziel

Motorsport – Nach dem Rückzug von VW geht das südhessische X-Raid-Team als Favorit in die Rallye Dakar

 
| Vergrößern | Formationsflug: Die vier Minis vom Astheimer X-Raid-Team haben in Argentinien zu Showzwecken schon mal viel Sand und Staub aufgewirbelt. Die Renn- und Servicefahrzeuge sind kurz vor Weihnachten per Schiff in Mar del Plata an der südamerikanischen Ostküste angekommen, wo am Neujahrstag die Rallye Dakar startet. Fotos: x-Raid

Die Premiere eines einzelnen Mini endete im Vorjahr mit einem tollpatschigen Totalschaden. Nun kehrt das X-Raid-Team mit einer ganzen Flotte des zum Rallye-Boliden umgebauten Kultautos nach Südamerika zurück. In knalliger Lackierung sind die vier Minis aber nicht nur auffällige Farbtupfer in der Wüstenhatz, sondern auch die großen Favoriten auf den Gesamtsieg der Rallye Dakar. Dem fährt das in Trebur-Astheim beheimateten Team schon hinterher, seit es 2003 mit einigen Mitsubishi in den umstrittenen Klassiker eingestiegen und nach dem Umstieg auf werksunterstützte BMW zum Mitfavoriten aufgestiegen war. Bisher blieb es aber bei einigen Etappensiegen und Platz vier im Gesamtklassement als höchste Leistungsnachweise.
Nach dem Ausstieg von VW als dem überlegenen Konkurrenten der letzten Jahre, scheint der Weg frei zum großen Ziel. Da verwundert der Ausblick von X-Raid-Teamchef Sven Quandt im ECHO-Gespräch schon etwas: „Das wird die schwierigste Rallye Dakar. Zum einen, weil wir gewinnen müssen. Zum anderen, weil technische Regeln zu unserem Nachteil geändert wurden“. Damit meint er Freiheiten, die Autos mit Benzimotoren zum Beispiel mehr Luftzufuhr und ein Sechsgang-Getriebe erlauben. Bei X-Raid setzt man schon immer auf Dieselantrieb, und so rechnet Quandt einen Nachteil von 15 Stundenkilometern aus, den er auch als Schikane der Veranstalter deutet, damit das größte Team im 172 Autos starken Feld nicht für Langeweile durch Überlegenheit sorgt.
Davon sieht Quandt die Rallye vor allem in der ersten Woche weit entfernt, wenn es vornehmlich um Tempo geht. Die mit 355 PS – und damit 30 PS mehr als die Minis – ausgestattete Konkurrenz wie der Toyota von 2009-Gesamtsieger Giniel de Villiers (Südafrika) oder der monströsen Hummer mit Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah (Katar) am Steuer sieht der Treburer da klar im Vorteil. „Unsere Stärke liegt im taktischen und mittleren Geschwindigkeitsbereich, wo viel fahrerisches Können entscheidet“, sagt Quandt, der mit Stephane Peterhansel immerhin den Dakar-Rekordsieger am Steuer eines seiner Minis weiß.
Dem sechsmal auf dem Motorrad und danach dreimal im Auto siegreichen Franzosen wird wohl kaum ein Fehler unterlaufen wie seinem übermütigen Landsmann Guerlain Chicherit, der den Prototyp im Vorjahr bei einer eigenmächtig verlängerten Probefahrt am Ruhetag per Überschlag verschrottete. Auf Chicherit hat Quandt bei der Dakar 2012 freilich verzichtet, der Spanier Nani Roma und der Pole Krzysztof Holowczyc sind die weiteren Topfahrer in der X-Raid-Flotte, die aus 100 Personen, acht Rennfahrzeugen, elf Service-Lkw und zwei Renn-Trucks besteht. „Das ist das Größte, was wir je aufgeboten haben“, sagt der Unternehmer nicht ohne Stolz und auch Zufriedenheit, dass das große Interesse von Privatfahrern die Wirtschaftlichkeit des Wüsten-Abenteuers steigert. Unter 250 000 Euro braucht ein Dakar-Pilot wohl nicht kalkulieren, will er mit Auto und Service von X-Raid nach Südamerika.
„Die Entscheidung wird erst in Peru fallen. Dort stehen viele Kilometer an, die das Ergebnis noch mal kräftig aufmischen können“, sagt Quandt mit Blick auf Dünenfelder, in denen sogar die Veranstalter ihre Vortouren wegen Aussichtslosigkeit auf Weiterkommen abgebrochen hätten. Für die Lösung solcher Aufgaben wurde der Mini fast bis auf das vorgeschriebene Mindestgewicht von 1900 Kilogramm abgespeckt. Böschungswinkel, Elektronik und längere Übersetzung nennt Quandt als weitere Verbesserungen gegenüber dem Vorjahresmodell.
Dass VW entschieden hat, die seit dem Einstieg im Jahr 2004 auf weit über 100 Millionen Euro angewachsene Kostenstelle „Rallye Dakar“ nicht mehr einzusetzen, bedauert Quandt ein bisschen: „Der große Gegner, den wir schon mal gerne geschlagen hätten, ist nicht mehr da“. Andererseits ist viel Platz in der Berichterstattung frei geworden. Die Minis mit dem GG für den Kreis Groß-Gerau auf dem Nummernschild sollen davon sicher einiges füllen. Aber es wird von ihnen auch nicht weniger als der Sieg bei einer bisweilen brutal harten Prüfung für Mensch und Maschine erwartet.

 
 


BEWERTUNGEN
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten. | Anmelden |
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

 
ANZEIGE

Snow Special
 
Der erste Schnee ist gefallen, Skier und Snowboards sind bereits frisch gewachst. Aber wo soll's hingehen?
 
| Alle Artikel anzeigen |
Veranstaltungskalender
 

Veranstaltungen in Südhessen zu Kultur und Kunst, Märkten und Börsen, Party und Disko.

Mehr |
 
ANZEIGE
Fahrrad.de ist der ideale Online Radsport Shop für Radprofis oder Fahrradbegeisterte. Hier finden Sie alles rund ums Fahrrad.
Fitnessübungen zuhause: Wer nicht gern ins Fitnessstudio geht, kann seine Fitness mit Ausdauer Trainingsgeräten auch in seinen eigenen vier Wänden steigern.
 
SCHON GESEHEN?
 
 
ANZEIGE