Bei der Vorstellung im Internet war der neue Dienstwagen von Sebastian Vettel nur in einem geheimnisvoll dunklen Video mit vielen Lichteffekten zu sehen und auf Fotos, die eher wie eine Computeranimation wirkten. Aber der zweifache Formel-1-Weltmeister aus Heppenheim verspricht vollmundig, dass hinter seinem Red Bull mit der Typenbezeichnung RB 8 ein wahrhaftiger und leistungsstarker Rennwagen steckt. „Darauf hat man den ganzen Winter gewartet. Es ist schön, rauszufahren und zu spüren, man hat wieder ordentlich Dampf unter der Haube“, ließ sich Vettel am Montag ebenfalls per Video auf der Internetseite des Rennstalls zitieren.
Am heutigen Dienstag wird das Auto bei den ersten Testfahrten der Formel 1 im spanischen Jerez de la Frontera im Einsatz sein. Die Jungfernfahrt ist allerdings Mark Webber vorbehalten, Sebastian Vettel wird am Donnerstag und Freitag seine ersten Runden drehen in dem Auto, für das es bis zum Saisonstart in Melbourne insgesamt nur zwölf Testtage geben wird.
„Das Auto ist zum größten Teil aufgebaut auf dem letztjährigen Auto. Es sind kleine, aber feine Unterschiede“, erklärte der 24 Jahre alte Südhesse. Das Auffälligste am gewohnt blau-gelben Boliden ist die im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich veränderte Frontpartie, die ähnlich wie beim Ferrari einen mächtigen Höcker aufweist. „Ein wenig hässlich“, gestand Chefdesigner Adrian Newey, der aber auch zugab: „Wir haben versucht, das Aussehen so gut wie möglich zu stylen. Aber man würde so ein Feature bei anderen Regeln natürlich nicht designen.“
„Wir haben dieses Auto in Rekordzeit gebaut“, sagte Teamchef Chris Horner. Nach der überragenden Vorsaison mit insgesamt zwölf Siegen habe das Team beim Bau des neuen Autos auf Kontinuität gesetzt. Ziel sei es gewesen, bei den ersten Testfahrten dabei zu sein. Anders als zum Beispiel Mercedes GP, das sein neues Auto erst bei den Tests in Barcelona präsentieren wird.
„Wir müssen versuchen, die Tests zu überstehen, viele Kilometer zu sammeln, viele Erfahrungen. Es ist definitiv zu früh, eine Prognose abzugeben“, meinte Vettel, der für den angestrebten Weg zum dritten Titel in Serie prophezeit: „Der Raum für die Designer war sehr gering, deshalb werden die Abstände noch geringer werden.“
Vettel führt in diesem Jahr das wohl stärkste Feld in der Geschichte der Formel 1 an. Insgesamt sind sechs Weltmeister am Start. Neben dem Titelverteidiger aus Heppenheim sind dies Fernando Alonso (Ferrari), Jenson Button und Lewis Hamilton (beide McLaren), Michael Schumacher im Silberpfeil und Rückkehrer Kimi Räikkönen im Lotus.
Nach ein paar Tagen in der Heimat über Weihnachten war Vettel nach eigenen Worten Skifahren, um im Januar damit anzufangen, „wieder in Form zu kommen und die über Weihnachten angelegten überflüssigen Pfunde wieder abzubauen“. Ansonsten sei vor allem möglichst viel Ruhe auf dem Sofa und vor dem Fernsehen angesagt, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Eine Lehre aus seinem ersten Winter als Weltmeister, in dem er zu selten Nein gesagt habe. „Das bekommt man dann hinterher schmerzhaft zu spüren, wenn man hier und da gerne den Gefallen noch macht, aber dann im Auto merkt, dass man vielleicht nicht mehr ganz die Ruhe hat.“
Welchen Kosenamen er seinem neuen Red Bull geben wird, ist noch offen. „Jegliche Bewerbungen sind willkommen“, sagte Vettel, der mit „Luscious Liz“ (üppige Liz) und „Randy Mandy“ (scharfe Mandy) 2010 zum ersten und mit „Kinky Kylie“ (sexy Kylie) im Vorjahr zum zweiten Titel gefahren war. Ein Vorschlag eines Fans, der von dem neuen Design scheinbar nicht so begeistert war, lautete am Montag: „Ugly Betty“ – hässliche Betty.
Vettels neues Auto ist „ein wenig hässlich“
formel 1 – Das meint zumindest Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey – Heppenheimer wird ab Donnerstag testen
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