Sport ist in Deutschland eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten. Menschen aller Altersgruppen bewegen sich in rund 91 000 Vereinen. Dafür sind moderne und nach energetischen Standards gebaute Sportanlagen notwendig. Die Praxis in Vereinen und Kommunen sieht oft anders aus. Chronische Finanznot verschärft Mängel und Defizite im Sportstättenbau und der -Sanierung. Der Reformstau summiert sich inzwischen nach Schätzungen auf über 50 Milliarden Euro in Deutschland. Zahlreiche Anlagen stammen aus den sechziger und siebziger Jahren. Viele sind notdürftig saniert oder kaum dem veränderten Marktbedarf angepasst. Veraltete Sanitär- und Heizungsanlagen, Dächer und Fassaden fressen Energie, belasten die Umwelt - sind unwirtschaftlich.
Um gegen kommerzielle Sportanbieter bestehen zu können, ist zeitgemäße Ausstattung von Sporthallen und Bewegungsräumen geboten. Sportorganisationen müssen zugleich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen eingehen und altersgerechte Angebote und Anlagen offerieren. Nachhaltigkeit ist neben Zweckmäßigkeit und Ressourcenschonung ein Passwort für die Planung und den Bau von Sportanlagen sowie deren Betrieb und Nutzung. Der Landessportbund Hessen (LSBH) beackert seit den neunziger Jahren im Referat Sportinfrastruktur das Feld der Energie- und Umweltberatung (Okö-Check) sowie des Sportstättenbaus. Zehn Sonderförderbreiche laufen derzeit. Zum dritten Mal trägt 2010 die Messe »Sportinfra« Chancen und Entwicklungen zu »Nachhaltigkeit und Sport (-stätten) - Entwicklung, Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung« zusammen, am 17. und 18. November in der Sportschule in Frankfurt (Heinz-Lindner-Halle). Vertreter von Vereinen und Kommunen, Planer und Agenda-Beauftragte können sich informieren. Michael Willig vom OK-Stab: »Auch der Sport ist gefordert, sich mit in den gesellschaftlichen Prozess zur Sicherung der Lebensgrundlagen einzubringen und ökologisch verträglich und sozial gerecht zu handeln.« Die Messe ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Erwartet werden Fachbesucher aus dem In- und Ausland. Willig: »Wir haben 53 Aussteller. 30 andere standen in der Warteschleife.« Die Stände präsentieren innovative Produkte und Dienstleistungen. Sie bieten Tipps und Empfehlungen zur Energie- und Kosteneinsparung, Sportstätten-Ausstattung, Bodensysteme, Luft-, Heiz-, Klima- Kühl- und Solartechnik, Kunstrasen, Beregnung, Holzbau, bis zur Landschaftsplanung. Willig: »Parallel laufen 23 Einzelvorträge und zwei Workshops«. Themen sind Rasen- und Tennensportplätze, Schulhofgestaltung, Kunststoffrasenplätze, Reitsportanlagen, Energieeffiziente Betriebstechniken in Sporthallen, Klimaschutz in Sportstätten, Fitnessstudio im Verein, Vereinsheime, Erhalt von Schwimmbädern, Sport- und Bewegungskindergarten oder Kommunalhaftung bei dem Betrieb von Sportstätten. Die Workshops diskutieren die Themen: »Recht und Steuern im Verein« (Freitag, 14.30 Uhr) und »Der Deutsche Sportausweis: Einsatzbeispiele aus der Praxis und Chancen für Sportvereine« (Samstag, 14.30 Uhr). Am Freitag 17 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung »100 klimaaktive Vereine« im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen. LSBH-Vizepräsident Rolf Hocke, Staatssekretär Mark Weinmeister vom Umweltministerium und die beteiligten Vereine ratifizieren eine Charta mit dem Ziel, einen Aktionsplan für den Klimaschutz zu erstellen, umzusetzen und regelmäßig zu berichten. Michael Willig: »Unter den ersten 100 Sportvereinen, die eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, werden dreimal 1000 Euro für Klimaschutzmaßnahmen verlost.« Um 11 Uhr wird im Begleitprogramm der Messe eine Vernissage des ehemaligen Zehnkämpfers und Olympiateilnehmers Eberhard Stroot (Siegen) eröffnet.
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