Lance Armstrong hat sich auf seiner Abschiedstour noch einmal in der ersten Reihe gezeigt. Bei der 200 km langen Fahrt durch die Pyrenäen mit vier schweren Anstiegen blies er früh zur Attacke. Mehr als der sechste Platz und Lob von der Konkurrenz sprang am Ende aber nicht heraus. ,,Ich war im Sprint einfach zu langsam, aber ich habe es wenigstens versucht", sagte Armstrong, der seinen 23. Etappensieg in 13 Tour-Jahren verpasste. Im Zielspurt einer acht Fahrer starken Spitzengruppe ging der Routinier wenige hundert Meter noch einmal aus dem Sattel, war aber chancenlos.
Den Tagessieg sicherte sich Pierrick Fedrigo vor seinem französischen Landsmann Sandy Casar. Armstrong rollte als Etappensechster über die Ziellinie. Dennoch dürfte die Etappe Balsam sein für die Seele Armstrongs, der tief in seiner Ehre gekränkt in den vergangenen Tagen sogar Schmähungen einstecken musste. Am Dienstag erfuhr der Amerikaner dann sogar Lob von seinem schärfsten Rivalen des Vorjahres. ,,Ich hätte Armstrong den Etappensieg gegönnt, er hätte es sich verdient", sagte Alberto Contador, der am Dienstag sein Gelbes Trikot problemlos verteidigte. Der Spanier und der acht Sekunden in der Gesamtwertung zurückliegende Andy Schleck umarmten sich in Pau demonstrativ vor der Kamera. Vergessen oder zumindest vergeben schien die Attacke Contadors am Vortag, die den Luxemburger - den ein technischer Defekt bremste - das Gelbe Trikot kostete. ,,Wir haben uns heute ausgesprochen", sagte Schleck, nachdem die beiden Kapitäne in einem wenig kämpferischen Hauptfeld mit 6:45 Minuten Rückstand auf die Spitze im Ziel ankamen. Das moderate Tempo der Spitzenfahrer kam Armstrongs Plänen entgegen. Der auf den 25. Gesamtrang gefallene Seriensieger aus Texas hatte sich kurz nach dem Start in Bagnères-de-Luchon zusammen mit weiteren Fahrern vom Hauptfeld gelöst. Gemeinsam absolvierte die Gruppe die legendären Pyrenäen-Anstiege Peyresourde, Aspin, Tourmalet und Aubisque in Angriff. Alessandro Petacchi hat unterdessen in Pau das Grüne Trikot des besten Sprinters Thor Hushovd abgeben müssen. Während der Norweger die Gruppe mit den Favoriten als Tageszehnter ins Ziel führte, kam Petacchi mit ... Minuten Rückstand an. In seiner Gruppe fuhren auch viele deutsche Fahrer wie Fabian Wegmann (Milram) oder der nach dem Prolog noch auf Gelb spekulierende Tony Martin (Columbia).Für Petacchi gab es am Dienstag noch weitere schlechte Nachrichten. Der Italiener muss sich nach der Tour vor dem Staatsanwalt von Padua verantworten. Offensichtlich geht es um Doping-Anschuldigungen.
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