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09. Februar 2010  | Von Oliver Strerath

Superbowl: Saints lassen Karneval in New Orleans früher beginnen

Football : New Orleans kommt gegen Indianapolis noch zum ersten Super-Bowl-Erfolg - Mannings entscheidender Fehler

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Saints gewinnen erstmals den Superbowl. Foto: epa


Vierundvierzig Sekunden vor Spielende gab es kein Halten mehr. Die Feierlichkeiten an der Außenlinie der Saints New Orleans im ,,Sun Life"-Stadion von Miami begannen. Und die Feierlichkeiten zuhause im Big Easy. Blitzschnell war auf der berühmten Bourbon Street im French Quarter der amerikanischen Hafenstadt am Mississippi kein Durchgekommen mehr, nach dem Indianapolis Colts ihre letzte kleine Chance auf ein Comeback vergeben hatten. Der 31:17-Sieg der Saints bei ihrer ersten Teilnahme im Super Bowl, dem Finale der National Football League (NFL), war perfekt und sorgte dafür, das Mardi Gras, der Straßenkarneval in New Orleans, in diesem Jahr zwei Wochen früher losgeht.

Mit dem Erfolg der Saints fand eine Geschichte ein Ende, wie sie eigentlich nur in den USA geschrieben werden kann. Als Hurrikan ,,Katrina" und seine Folgen am 25. August 2005 die Stadt New Orleans zerstörten, begann der Aufstieg der Saints - von ganz unten nach ganz oben. Das Team musste die Stadt zunächst verlassen, um weiter spielen zu können. Nach der Rückkehr 2006 wurde die Mannschaft aber Jahr für Jahr stärker. In dieser Saison waren die Saints so stark, dass sie auf dem Weg zum Super-Bowl-Triumph von keinem Gegner gestoppt werden konnten. Der Schlachtruf der Saints-Fans ,,Who dat" wurde Realitität - ,,Wer ist es, der uns schlagen kann?" An Sonntag nicht einmal die Indianapolis Colts.

,,Ich könnte nicht stolzer sein auf das Team. Wir haben hart für diesen Erfolg gearbeitet und ihn uns ehrlich verdient. Wir sind begeistert. Und es ist eine Ehre für mich, ein Teil dieser Mannschaft", sagte Sean Payton und dachte auch die Fans. ,,Auf der Bourbon-Street ist bestimmt die Hölle los. Das ist ein Sieg für die Stadt, für die Region, die so schwere Zeiten durchgemacht haben. Sie sind ein Teil des Erfolges", so der Saints-Coach weiter. Denn der Aufschwung der Stadt nach der Katastrophe ist ein Spiegelbild des Aufschwungs des Teams.

Dabei hatte der 44. Super Bowl vielversprechend für die Colts um Quarterback Peyton Manning begonnen, der an gleicher Stelle vor drei Jahren zum ersten Mal im Finale stand - und damals gewann. Diesmal sollte aber ausgerechnet sein einziger Fehler die Entscheidung bringen. ,,Wir haben nie unseren Rhythmus richtig gefunden, auch wenn wir gut angefangen haben", sagte der Spielmacher, der seine Mannschaft zu einer 10:0-Führung nach dem ersten Viertel geführt hatte. Dann aber übernahmen die Saints mehr und mehr das Kommando. Zwar gelangen zunächst nur zwei Field-Goals zum 6:10-Pausenstand. Mit einer Finte zu Beginn der zweiten Halbzeit bekam New Orleans aber endgültig Oberwasser.

,,Wir hatten uns über diese Alternative in der Pause unterhalten und uns für sie entschieden. Das es geklappt hat, hat uns viel Auftrieb gegeben", sprach Peyton seinen Schachzug an. Denn anstatt den Ball beim Kickoff der zweiten Halbzeit tief in die Hälfte den Colts zu spielen, entschied er sich für Risiko. Es wurde belohnt, schließlich eroberte sein Team den Ball bei dem kurzen Kick. Das Signal war gegeben. Jetzt war New Orleans an der Reihe.
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Jubel im Konfettiregen: Quarterback Drew Brees, Erfolgsgarant der New Orleans Saints, lässt nach dem Super-Bowl-Sieg gegen die Indianapolis Colts auch seinen Sohn Baylen hochleben. Foto: AP

Keine vier Minuten nach der Finte warf Quarterback Drew Brees, der nach einer fehlerfreien Leistung mit 32 erfolgreichen Pässen (ein Super-Bowl-Rekord) als wertvollster Spieler des Finales geehrt wurde, einen Touchdown-Wurf auf Pierre Thomas zur ersten Führung des Teams aus Louisiana. Zwar gelang den Colts quasi im Gegenzug das 17:13. Danach war es aber vorbei mit der Herrlichkeit.

Ein Fieldgoal, ein Touchdown-Pass von Brees auf Jeremy Shockey und schließlich der Fehlpass von Manning, den Tracy Porter über 74 Yards in die Endzone trug - das war es. ,,Wir hatten uns auf diese Szene im Filmstudium genau vorbereitet", sagte Porter, der sich einen Football und ein ,,SB 44" für 44. Super Bowl in die Frisur rasiert hatte. Dass er in Indiana auf die Universität ging, aber aus Louisiana stammt, machte ihn noch interessanter. ,,Ich komme von da unten, und weiß, was dieser Sieg für New Orleans bedeutet", erklärte er: ,,Sehr sehr viel. Wir und die Stadt haben so sehr für diesen Traum gelebt." Nun ist er Wirklichkeit geworden.

 

 
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