Pille einwerfen, fertig. Schmerzcreme drauf und gut. Spritze rein und fit. Am Ende dieses Rundumsorglos-Denkens stehen Sucht und üble Nebenwirkungen. Dann ist Schluss mit Spaß und Leistung.Doping für das Volk heißt Medikamentenmissbrauch. In der Gesellschaft, im Beruf, Schule, Studium – und verstärkt im Breiten- und Freizeitsport. Der Konsum steigt, die Hemmschwellen sinken. Was wirkt, vor einem Marathon, Triathlon, Schwimmfest, Radtrip oder im Krafttraining, kann nicht schaden. Längst grassieren Schmerz-, Entzündungshemmer und Aufputschmittel auch bei Volksläufen.Missbrauch von Medikamenten ist Alltag und nicht einmal mehr Kavaliersdelikt. Jeder ist sich selbst der Nächste. Hunderttausende gefallen sich auf den Laufstegen der Eitelkeit. Stadtmarathons, Radrennen und Trainingscamps boomen. Es lebe Erfolg, Selbstdarstellung, Selbstüberschätzung und Fitnesswahn.Diese Sorglosigkeit und Leistungssucht einer hemmungslosen Spaßgesellschaft ruft langsam auch die Sportärzte-Organisationen auf den Plan. Dabei ist mancher Mediziner selbst Handlanger, wenn er Salben, Pillen oder Schmerzhemmer leichtfertig verschreibt, ohne nach der Nutzung zu fragen. Oder auf Risiken-, Neben- und Langzeitwirkungen hinzuweisen: Chronische Gelenk- und Muskelschäden, Magen- und Darmblutungen, Leber- und Nierenversagen, Herz-Kreislaufstörungen.Schmerz ist ein Hilferuf des Körpers, ein natürliches Stoppzeichen. Doch Ausdauer- und Fitnessjünger dopen sich krank, belasten die Gesundheitsetats, riskieren ihre Gesundheit, die sie ursprünglich pflegen und fördern wollten.
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Was tun gegen die schleichende Leistungsseuche? Appelle, Kampagnen, Selbstverpflichtungen sind eher unwirksam. Aufklärung in Vereinen, Verbänden, verantwortungsvolle Gesundheitserziehung in Schulen und Familien wirken besser. Das beste Rezept lautet weniger übertriebener Körperkult und Selbstüberschätzung. Gesundes Körperbewusstsein überschreitet Schmerz- und Leistungsgrenzen nicht.
Kommentar: Schmerzgrenzen
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