Der Olympische Kongress 1981 in Baden-Baden und die 84. Vollversammlung des IOC brachten wegweisende Ergebnisse:
1. Das IOC erklärte sich zur uneingeschränkten führenden Kraft des Weltsports.
2. Das IOC erlaubte „indirekte Zahlungen in unbegrenzter Höhe“ und gestand Verbänden individuelle Zulassungsregeln zu. Der umstrittene Amateurparagraf 26 war noch nicht abgeschafft, jedoch unterhöhlt. 1985 stimmte das IOC Regelungen für Fußball, Eishockey und Pferdesport zu, 1987 der Zulassung von Tennisprofis. 1992 durften Basketball-Profis erstmals auftreten. Die Reformen erlaubten Schwedens Ski-Legende Ingemar Stenmark 1988 das olympische Comeback.
3. Nach 332 Männern seit 1894 wurde die Finnin Pirjo Häggman, frühere Leichtathletin, als erste Frau ins IOC gewählt, gefolgt von Flora Osava Fonseca (Argentinien), Schwiegermutter der Springreiter-Größe Hans Günter Winkler. Pirjo Häggman trat 1999 im Zuge des Korruptionsskandals um Olympia-Bewerber Salt Lake City (USA) zurück. Zu den sieben in Baden-Baden aufgenommenen IOC-Mitgliedern gehörte der DDR-Spitzenfunktionär Günther Heinze – heute noch Ehrenmitglied.
4. Athleten erhielten erstmals Mitspracherecht. Das IOC gestand ihnen die Bildung einer Kommission zu. 2000 erst folgte die IOC-Mitgliedschaft von maximal 15 Sportlern. Automatisch dabei sind acht Sommersport- und vier Wintersport-Athleten, von Olympia-Teilnehmern gewählt.
5. Seoul gewann die Kandidatenkür für die Sommerspiele 1988 gegen Nagoya mit 52:27 Stimmen. Grund waren das überhebliche Auftreten Japans, ehemalige Besatzungsmacht in Korea, sowie Attacken sowjetischer Vertreter gegen das autoritäre Regime in Seoul. Zudem gab es starke Anzeichen, dass Südkorea IOC-Mitglieder mit Geld köderte.
6. Tennis und Tischtennis rückten als 22. und 23. Sportart ins olympische Programm.
Hintergrund: Ergebnisse von Baden-Baden 1981
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