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07. Februar 2012  | dpa

Gewalt im Fußball: Lösungssuche im Bundestag

Die Ansichten der unterschiedlichen Gruppen gehen jedoch weit auseinander, deswegen will jetzt die Politik als Vermittler auftreten

| Vergrößern | Hannovers Fans brennen am 20.10.2011 während dem UEFA Europa League Spiel Hannover 96 gegen FC Kopenhagen bengalische Feuer ab. Randale, Pyrotechnik, Angriffe auf Polizisten: Auch in den deutschen Stadien ist Gewalt keine Seltenheit. Die Polizei geht bundesweit von rund 15 000 Problemfans aus. ARchivfoto: dpa
BERLIN. 

Im schwierigen Kampf gegen Fangewalt will nun sogar der Deutsche Bundestag vermitteln. „Wir wollen den Dialog zwischen Fans, Verbänden und der Polizei stärken“, sagte die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), vor einer Debatte an diesem Mittwoch (15.00 Uhr) in Berlin. Die Probleme im Fußball sind vielschichtig: Ausschreitungen in den Stadien, verletzte Fans und Ordnungskräfte, dazu der Dauerzwist um den Einsatz von Feuerwerkskörpern - die Schwierigkeiten im Fußball haben alle erkannt; nur bei den Lösungen gehen die Meinungen weit auseinander.
Besonders hitzig ist die Debatte um Pyrotechnik in den Stadien. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Polizei lassen über den Einsatz von bengalischen Feuern und Knallkörpern keine Diskussion zu. Das kategorische Nein erzürnte die Ultraszene. „Es ist zu erwarten, dass Fangruppen weiter versuchen werden, Pyrotechnik in den Stadien abzubrennen“, prophezeite die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in einer Stellungnahme voraus.
„Die Gefährlichkeit, vor allem die der rund 2000°C heißen Fackeln, ist unbestritten. Schon aus diesem Grund kann es kein legales Anzünden dieser Gegenstände durch Fußballfans geben“, schrieb die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in einem Positionspapier. Für Martin Gerster, SPD-Obmann im Sportausschuss, gibt es „keinen Spielraum für Zugeständnisse. Das können nur die örtlichen Behörden entscheiden“.
Harte Sanktionen bringen nach Ansicht von Fangruppen generell aber wenig, wie die Interessengemeinschaft „Unsere Kurve“ unterstrich: „Die Forderung nach lebenslangen Stadionverboten, der Abschaffung von Stehplätzen, Alkoholverboten und vielen anderen Strafen werden unserer Meinung nach diese Problemlage nicht lösen können.“
Neben der KOS ist „Unsere Kurve“, ein Zusammenschluss von Fanclubs in Deutschland, als einziges Fanprojekt in den Bundestag geladen. Die Anhänger bemängeln, dass sich öffentliche Diskussionen auf das Thema Gewalt beschränkten. „Die Fokussierung auf diesen Teilaspekt wird dem Gesamtkomplex „Fußballfans“ nicht gerecht“, so die Fan-Initiative.
Ähnlich sieht es Dynamo Dresden. Der Fußball-Zweitligist, dessen Hooligans im Pokal-Spiel bei Borussia Dortmund die Gewalt auf die Spitze getrieben hatten, fordert vom DFB eine differenzierte Betrachtung der Problematik. „Keine Pauschalisierungen und Exempelstatuierung“, so der Wunsch der Sachsen. Dabei hatte der Verband am Beispiel von Dynamo bereits sein hartes Durchgreifen demonstriert und Dresden in der nächsten Saison vom DFB-Pokal ausgeschlossen.

 
 


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