Mit seinem engagierten Trainer Detlef Glenz wurde das Krifteler Luftpistolenteam beim Bundesligafinale überraschend Vizemeister. Am Tag seines 52. Geburtstages machte ihm sein Team mit dem Gewinn der Silbermedaille ein besonderes Geschenk.
„Unser Ziel war der Klassenerhalt“, so Trainer Detlef Glenz, der in Paderborn auf die starke polnische Nationalschützin Beata Barkow-Kwiatkowska verzichten musste: „Unsere Nummer zwei bereitet sich mit dem Nationalteam auf die Europameisterschaften vor.“
Für die Polin nominierte Glenz Thomas van der Burg nach, und der Kelsterbacher rechtfertigte auf Position vier die Aufstellung. Im Viertelfinale gegen den Ötlinger Markus Geipel war Thomas van der Burg mit 362:371 Ringen chancenlos, doch im Halbfinale gegen Broistedt steigerte er sich um 15 Ringe. Zwar ging der Punkt an den Broistedter Peirick, doch für die Entscheidung zum 3:2 sorgte auf Position eins Christian Reitz.
Der Raunheimer Nationalschütze besiegte in einem dramatischen Duell Hans-Jörg Meyer. Nach einem 381:381-Remis entschied der dritte Stechschuss mit 10:8 für Reitz. „Er ist unser Superstar“, jubelte Trainer Glenz und bescheinigte dem Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele, „dass er auf Position eins jeden schlagen kann.“
Der Schnellfeuerspezialist hatte schon im Viertelfinale gegen Leo Braun mit seiner schnellen Schießweise seinen Gegner glatt besiegt. In nur sechs Minuten hatte er 99 von 100 möglichen Ringen mit zehn Schüssen erzielt und brachte mit 380:375 Ringen sein Team 1:0 in Führung.
Am Ende stand es 4:1 für Kriftel, und im Halbfinale gegen Broistedt setzte Reitz den Schlusspunkt zum 3:2. Erstmals hatte die Mannschaft damit das Finale gegen Titelverteidiger Waldenburg erreicht. Der fünffache Deutsche Meister aus dem württembergischen Hohenlohekreis trat mit dem portugiesischen Weltklasseschützen Joao Costa auf der Spitzenposition und drei deutschen Nationalschützen an.
Gegen diese Übermacht stemmte sich das Krifteler Team, und wieder war es Christian Reitz, der die Mannschaft mit 1:0 in Führung brachte. In nur 30 Minuten zermürbte er seinen portugiesischen Gegner und siegte glatt mit 385:380 Ringen.
Danach erhöhte Dominik Sänger für Kriftel gegen den unerwartet schwachen Nationalschützen Abdullah Ustaoglu auf 2:0, bevor die Waldenburger ihre Stärke ausspielten. Als letzter Krifteler kämpfte Thomas van der Burg um den dritten Punkt zum Sieg, doch der erfahrene Wolfgang Renner ließ sich auch vom glänzenden Start des Kelsterbachers nicht beeindrucken.
„Fünf Zehner in Folge haben mich beruhigt“, meinte van der Burg nach dem Match, das er bis zur Hälfte des 40-Schuss-Wettkampfes offen hielt. „Danach hätte ich Druck machen müssen, doch es ist mir nicht gelungen.“
Wolfgang Renner steigerte sich auf eine 96er-Serie, während Thomas van der Burg nur 92 Ringe mit zehn Schüssen traf. „Hier macht man Fehler, die macht man sonst nicht“, meinte er zu seinen ungewohnt schwachen Schüssen. „Ich hatte noch nie einen so hohen Puls, das war ein Erlebnis.“ Alle Anfeuerungen der Zuschauer halfen Außenseiter Kriftel nichts. Mit 3:2 holte sich der SV Waldenburg seine sechste Meisterschaft und schaffte einen Titelhattrick.
Wolfgang Renner hatte den entscheidenden Punkt zum 3:2 mit 381:372 Ringen gewonnen. „Das war mein bestes Ergebnis seit mehr als zwei Jahren“, freute sich der 31-Jährige, und auch Thomas van der Burg war trotz der Niederlage mit seiner Leistung zufrieden: „Wir haben stark geschossen und sind auch mit Silber zufrieden.“
Die Vizemeisterschaft als Geburtstagsgeschenk
SchieSSen – Thomas van der Burg und Christian Reitz sind an Kriftels größtem Erfolg der Vereinsgeschichte beteiligt
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