„Wir möchten Sie hochleben lassen, für das, was Sie den letzten 40 Jahren geleistet haben.“ Jörg-Uwe Hahn hob mit der Verleihung des Verdienstordens an Alexander Pfeiffer in der Staatskanzlei einen Berufskollegen, Kommunalpolitiker und Leistungsträger des Vereinssports auf den Schild: „Nehmen Sie bitte die Ehrung als Zwischenzeugnis entgegen. Es gibt keinen Aufnahmestopp für Ehrenamtliche. Sie braucht unser Staat.“
Pfeiffer erwiderte, so er gesund bleibt, wird er weiter machen – im Beruf wie im Ehrenamt. Mit Herzblut, Sachverstand und scharfer Zunge ist er bürgernah unterwegs als Rechtsanwalt (seit 1977) und Notar (1986) in seiner Kanzlei in Darmstadt sowie in der Sportlandschaft der Region. Das Arheilger Urgestein offenbarte: „Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich nein gesagt.“ Seine Begründung, warum er den Orden doch akzeptierte: „Eine solche Ehrung soll auch ein Beispiel sein für alle anderen, die sich zurückhalten.“
Die Dankadresse geriet prompt zum Plädoyer für den Juristen als Rechts- und Bürgeranwalt sowie dessen Liebe zum Beruf und Bodenständigkeit. Und für den Kommunalpolitiker, der das Amt nicht als Job begreift, „weit weg von Grundsätzen“, sondern als ernsthaften Auftrag: „Dadurch entsteht Bindung. Bindung war mir in meiner gesamten Zeit sehr wichtig gewesen.“
Der Hessische Verdienstorden wurde von Ministerpräsident Walter Wallmann, der sein Amt 1987 antrat, 1989, initiiert. Seit 1999 wird er am Bande verliehen. Bis zu 50 Mal im Jahr erhalten Persönlichkeiten, die sich um die Bürger und das Land Hessen verdient gemacht haben, das Kreuz mit dem hessischen Löwen.
Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn erinnerte sich: „Es gab eine Zeit, in der die Orden in Deutschland diskreditiert worden sind.“ (Nazis, DDR). Da es dem Staat schwerfalle, sich in gebührend für bürgerschaftliches Engagement zu bedanken, sei der Orden wertvoll – und inzwischen auch akzeptiert.
Weggefährten, Freunden und der Familie – Frau und Sohn – rief er zu: „Ich bedanke mich bei allen, dass sie es solange mit mir ausgehalten haben.“ Pflegeleicht ist der Ordensträger nie gewesen. Sich selbst hat er nicht geschont. Ein kritischer und unduldsamer Geist. Mutig und beharrlich gründete er nach dem Studium „aus dem Nichts“ seine Kanzlei, für die der Seniorchef arbeitet und lebt. Jörg-Uwe Hahn: „Das zeugt ein bisschen von einem Geist der Dynamik.“
Alexander Pfeiffer (Jahrgang 1947) dient seinem Berufsstand und dem Gemeinwohl – früher in der Kommunalpolitik, bis heute dem Sport. 1975 wurde er bei der Sportgemeinschaft Arheilgen Jugendleiter, ein Jahr später stellvertretender, 1977 Vorsitzender – und amtierte bis 2004. Im Freiburger Kreis, der Arbeitsgemeinschaft größerer deutscher Sportvereine, führte er von 1987 bis 1997 Regie. Ab 1990 verstärkte Pfeiffer, in Arheilgen geboren und fest verwurzelt, den Beirat der Darmstädter Sportstiftung. Von 1995 bis 2003 war er dessen Sprecher. Im Landessportbund Hessen ist er in Ausschüssen und Kommissionen sportpolitisch vernetzt. Im Jahr 2000 übernahm er schließlich den Vorsitz des Sportkreises 33 Darmstadt.
Der Bürger-Fürsprecher ist Mitglied des Satzungsausschusses der Europäischen Rechtsanwaltsorganisation. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der Volksbank Darmstadt-Kreis Bergstraße war zuvor Chef des Aufsichtsrats der Südhessischen Gas- und Wasser AG bis zu deren Fusion mit der HEAG 2003 zur HSE. Von 1972 bis 1981, 1985 bis 1989 und 1997 bis 2001 war er SPD-Stadtverordneter in Darmstadt, dazu langjähriges Vorstandsmitglied im Ortsverein Arheilgen. Die Lücken in der politischen Vita, die Justizminister Hahn auffielen, begründete Alexander Pfeiffer mit der „gewissen Gradlinigkeit“, die es ihm und anderen nicht immer leicht gemacht habe. Ecken und Kanten sowie die scharfe Zunge, die er schwer im Zaum zu halten vermag, schmälern nicht die vorbildliche Lebensleistung in Beruf und Ehrenamt.

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