Die Leitlinien moderner Sportstätten-Planung heißen Solar, erneuerbare Energien, Energie-Optimierung (Gas, Licht und Strom, Wasser), Kunstrasen, Wohlfühl-Hallen (Holzbau). Auch Finanzierungskonzepte sind begehrt, die Kommunen und Vereinen mit eigenen Anlagen bei der Erneuerung und Sanierung sowie beim Neubau entlasten. So wirbt die Firma Juwi, eines der zahlreichen Unternehmen für Solartechnik, mit dem verführerischen Spruch: »Wir pachten ihr Dach.« Die SG Weiterstadt hat sich im Sommer auf diesen Deal eingelassen, Dachflächen des Sportzentrums asbestsaniert und mit Solarzellen bestückt. Ein Nullsummenspiel - kreditfinanziert auf 20 Jahre - soll so den Großverein wirtschaftlich entlasten.Bei der 3. Sportstätten-Messe Sport-infra des Landessportbundes Hessen (LSBH) jüngst in der Sportschule in Frankfurt brachten 54 Aussteller und 27 Seminare 1200 angemeldeten Besuchern Ideen, Chancen und moderne Technik nahe. Im »Sportgespräch« wurden obendrein 60 Bürgermeister und Landräte fit gemacht für Bedarfs- und Sportstätten-Management der Zukunft. Horst Delp, Referatsleiter Sportinfrastruktur im LSBH: »Das Kernthema hieß demografische Entwicklung und was sie für künftige Auswirkungen auf die Sportstätten-Planung hat.« Gerd Kabot, Vorstand Marketing beim Fußballclub Germania Pfungstadt, war auf der Messe und in den Foren unterwegs. Germania möchte 2011 für 250 000 Euro einen Tennenplatz in ein Rasenspielfeld umrüsten. Zudem soll der Öko-Check, den der LSBH anbietet, den Energiebedarf und damit die Kosten senken helfen. Aktuell wird ein Asbest-Tribünendach mit Hilfe eines Sponsors auf Solar umgerüstet. Kabot zur Qualität der Messe: »Es ist sehr viel Information. Man bekommt sehr viel mit. Es müssten noch viel mehr hier sein, um sich qualifiziert zu informieren.« Er selbst hat zwei Tage Urlaub geopfert: »Es hat sich gelohnt. Man tut es ja gern für seinen Verein.« Auf mehreren Schultern trug Dr. Werner Freitag (Rüsselsheim). Der Sportwissenschaftler an der Uni Mainz war auch als Moderator in den Foren tätig. »Was ich hier finde, ist der Austausch, den die Leute haben.« Erkenntnisse fließen in seine Lehrtätigkeit, um den Sportstudenten vielleicht neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Der Präsident des Hessischen Schwimm-Verbandes, gebeutelt durch die Flut von Bäderschließungen (wegen der Kosten und schlechter Energiebilanz), ist offen für Ideen: »Das muss man im Interesse des HSV«, der seit 2007 das Schwimmbad-Programm des Landes Hessen (50 Millionen Euro) für den Erhalt der Bäder mit betreut. Im Messe-Publikum erkannte Freitag einen harten Kern: »Die, die immer am Ball bleiben«.Die 3. Sport-infra diente zugleich als Plattform für das Projekt der Landesregierung »Hessen aktiv: 100 Sportvereine für den Klimaschutz«. Ralf-Rainer Klatt (Griesheim), Vizepräsident Sportentwicklung im LSBH, bekräftigte bei der Vorstellung des Konzepts und der Vereine: »Hundert sollen es werden, 68 sind bis jetzt dabei.« Aus Südhessen sind TV Nieder-Beerbach, TV Dieburg, TC Ger sprenztal, SG Seidenbuch, SG Weiterstadt, TSV Braunshardt, SG Malchen, TG 75 Darmstadt, TV Fürth, TC Heppenheim, TC Traisa, TSV Lengfeld, TV Crumstadt, BG Darmstadt und der Sportkreis Bergstraße darunter. Klatt weiter: »Das ist die konsequente Fortführung der Erfahrungen, die beim Öko-Check gewonnen wurden, der vor zwölf Jahren im Sportkreis Darmstadt/Dieburg erfunden wurde.« Knapp 2000 Vereine, Kommunen und Landkreise wurden inzwischen energetisch beraten. Jene Clubs, die jetzt die Charta »Hessen aktiv« unterzeichneten, kommen in den Genuss einer Einspar-Analyse ihrer Sportanlagen, eines Aktionsplans, von Planungshilfen (Förderung, Finanzierung), der Ausbildung von Mitgliedern zum Umwelt- und Klimaschutzbeauftragten, der Fortbildung von Vorständen und Sportstätten-Beauftragten sowie Sonderförderungen nach einem Öko-Check zum Klimaschutz und zur Kosteneinsparung im Sportverein. Unter den 100 Vereinen des Projekts werden dreimal Tausend Euro verlost, die Flughafenbetreiber Fraport AG in Frankfurt stiftet.Angesichts der chronischen Finanz- und Strukturkrise der Kommunen ist Klatt bewusst: »Bei den Sportstätten müssen die Vereine künftig mehr Verantwortung übernehmen.« Deshalb müssen Finanzierungsmodelle kommen und Betriebsvereinbarungen. »Da sind schon noch Berührungsängste bei den Kommunen.« Hier steuert der LSBH nun Kooperationsvereinbarungen mit dem Hessischen Städtetag und dem Hessischen Landkreistag an, um den Weg für Übernahmen und Unterhalt von Sportstätten durch Vereine zu ebenen.In das Projekt »100 Sportvereine für den Klimaschutz« soll nun auch die Entega eingebunden werden. Der Darmstädter Energieversorger verfolgt seit Jahresbeginn ein eigenes Vereinsberatungs- und Bonusprogramm. Horst Delp: »Wir möchten beide zusammenführen.« Zwei Arbeitsgespräche sind terminiert. Vereine, welche die Entega berät und betreut, sollen mit in das Landesprogramm.
»100 Sportvereine für den Klimaschutz«
Sportentwicklung: Bei der 3. Sport-infra des LSB Hessen unterzeichnen die ersten 68 eine Verpflichtungserklärung
Die Leitlinien moderner Sportstätten-Planung heißen Solar, erneuerbare Energien, Energie-Optimierung (Gas, Licht und Strom, Wasser), Kunstrasen, Wohlfühl-Hallen (Holzbau). Auch Finanzierungskonzepte sind begehrt, die Kommunen und Vereinen mit eigenen Anlagen bei der Erneuerung und Sanierung sowie beim Neubau entlasten. So wirbt die Firma Juwi, eines der zahlreichen Unternehmen für Solartechnik, mit dem verführerischen Spruch: »Wir pachten ihr Dach.« Die SG Weiterstadt hat sich im Sommer auf diesen Deal eingelassen, Dachflächen des Sportzentrums asbestsaniert und mit Solarzellen bestückt. Ein Nullsummenspiel - kreditfinanziert auf 20 Jahre - soll so den Großverein wirtschaftlich entlasten.Bei der 3. Sportstätten-Messe Sport-infra des Landessportbundes Hessen (LSBH) jüngst in der Sportschule in Frankfurt brachten 54 Aussteller und 27 Seminare 1200 angemeldeten Besuchern Ideen, Chancen und moderne Technik nahe. Im »Sportgespräch« wurden obendrein 60 Bürgermeister und Landräte fit gemacht für Bedarfs- und Sportstätten-Management der Zukunft. Horst Delp, Referatsleiter Sportinfrastruktur im LSBH: »Das Kernthema hieß demografische Entwicklung und was sie für künftige Auswirkungen auf die Sportstätten-Planung hat.« Gerd Kabot, Vorstand Marketing beim Fußballclub Germania Pfungstadt, war auf der Messe und in den Foren unterwegs. Germania möchte 2011 für 250 000 Euro einen Tennenplatz in ein Rasenspielfeld umrüsten. Zudem soll der Öko-Check, den der LSBH anbietet, den Energiebedarf und damit die Kosten senken helfen. Aktuell wird ein Asbest-Tribünendach mit Hilfe eines Sponsors auf Solar umgerüstet. Kabot zur Qualität der Messe: »Es ist sehr viel Information. Man bekommt sehr viel mit. Es müssten noch viel mehr hier sein, um sich qualifiziert zu informieren.« Er selbst hat zwei Tage Urlaub geopfert: »Es hat sich gelohnt. Man tut es ja gern für seinen Verein.« Auf mehreren Schultern trug Dr. Werner Freitag (Rüsselsheim). Der Sportwissenschaftler an der Uni Mainz war auch als Moderator in den Foren tätig. »Was ich hier finde, ist der Austausch, den die Leute haben.« Erkenntnisse fließen in seine Lehrtätigkeit, um den Sportstudenten vielleicht neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Der Präsident des Hessischen Schwimm-Verbandes, gebeutelt durch die Flut von Bäderschließungen (wegen der Kosten und schlechter Energiebilanz), ist offen für Ideen: »Das muss man im Interesse des HSV«, der seit 2007 das Schwimmbad-Programm des Landes Hessen (50 Millionen Euro) für den Erhalt der Bäder mit betreut. Im Messe-Publikum erkannte Freitag einen harten Kern: »Die, die immer am Ball bleiben«.Die 3. Sport-infra diente zugleich als Plattform für das Projekt der Landesregierung »Hessen aktiv: 100 Sportvereine für den Klimaschutz«. Ralf-Rainer Klatt (Griesheim), Vizepräsident Sportentwicklung im LSBH, bekräftigte bei der Vorstellung des Konzepts und der Vereine: »Hundert sollen es werden, 68 sind bis jetzt dabei.« Aus Südhessen sind TV Nieder-Beerbach, TV Dieburg, TC Ger sprenztal, SG Seidenbuch, SG Weiterstadt, TSV Braunshardt, SG Malchen, TG 75 Darmstadt, TV Fürth, TC Heppenheim, TC Traisa, TSV Lengfeld, TV Crumstadt, BG Darmstadt und der Sportkreis Bergstraße darunter. Klatt weiter: »Das ist die konsequente Fortführung der Erfahrungen, die beim Öko-Check gewonnen wurden, der vor zwölf Jahren im Sportkreis Darmstadt/Dieburg erfunden wurde.« Knapp 2000 Vereine, Kommunen und Landkreise wurden inzwischen energetisch beraten. Jene Clubs, die jetzt die Charta »Hessen aktiv« unterzeichneten, kommen in den Genuss einer Einspar-Analyse ihrer Sportanlagen, eines Aktionsplans, von Planungshilfen (Förderung, Finanzierung), der Ausbildung von Mitgliedern zum Umwelt- und Klimaschutzbeauftragten, der Fortbildung von Vorständen und Sportstätten-Beauftragten sowie Sonderförderungen nach einem Öko-Check zum Klimaschutz und zur Kosteneinsparung im Sportverein. Unter den 100 Vereinen des Projekts werden dreimal Tausend Euro verlost, die Flughafenbetreiber Fraport AG in Frankfurt stiftet.Angesichts der chronischen Finanz- und Strukturkrise der Kommunen ist Klatt bewusst: »Bei den Sportstätten müssen die Vereine künftig mehr Verantwortung übernehmen.« Deshalb müssen Finanzierungsmodelle kommen und Betriebsvereinbarungen. »Da sind schon noch Berührungsängste bei den Kommunen.« Hier steuert der LSBH nun Kooperationsvereinbarungen mit dem Hessischen Städtetag und dem Hessischen Landkreistag an, um den Weg für Übernahmen und Unterhalt von Sportstätten durch Vereine zu ebenen.In das Projekt »100 Sportvereine für den Klimaschutz« soll nun auch die Entega eingebunden werden. Der Darmstädter Energieversorger verfolgt seit Jahresbeginn ein eigenes Vereinsberatungs- und Bonusprogramm. Horst Delp: »Wir möchten beide zusammenführen.« Zwei Arbeitsgespräche sind terminiert. Vereine, welche die Entega berät und betreut, sollen mit in das Landesprogramm.
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