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04. Juli 2011  | bau

Zwei Sommer für den Kämpfer

Tennis: Der Argentinier Gaston Giussani ist verblüfft über die Qualität der Hessenliga

| Vergrößern | MIt dem Rückhandslice versuchte Tenniscrack Gaston Giussani im Dress des TV Haßloch seinem Wiesbadener Gegner Artem Smirnow beizukommen – teilweise mit Erfolg. Foto: Uwe Krämer


Gaston Giussani ist ein großartiger Kämpfer, fürchtet keinen Gegner. Als die Haßlocher dem 25-Jährigen allerdings mitteilten, dass sein samstäglicher Gegner, der Ukrainer Artem Smirnow, auf der aktuellen Weltrangliste unter den besten 300 zu finden ist, hat er dann doch mal schlucken müssen.
Da konnte es ihn auch nicht sonderlich beruhigen, dass seine beiden Mitstreiter auf den vorderen Positionen beim TVH auf Tennisspieler treffen würden, die auf der ATP-Liste in direkter Nachbarschaft Smirnows zu finden sind. Der begeisterte Surfer hat selbst einmal einen Weltranglistenplatz um die 400 belegt, inzwischen ist er, der nicht mehr so viele Turniere spielt, um 300 Ränge abgefallen.
„Das ist eine gute Liga, das weiß ich jetzt schon nach nur einem Einzel“, sagte Giusanni, nachdem er in einem teilweise begeisternden Match in drei Sätzen verloren hatte. Deutschland ist auf seiner Tour 2011 durch die europäischen Ligen die dritte Station. Zuvor wirkte der sympathische Rechtshänder in Italiens zweiter und Frankreichs fünfter Liga.
„Das in Europa ist gut für mich und meine Freundin, denn so haben wir zwei Sommer innerhalb eines Jahres.“ In seiner Heimat Argentinien gibt es derzeit oft Frost, an Tennisspielen ist im dortigen Winter nicht zu denken. Seine ersten Eindrücke vom TV Haßloch? „Ein gutes Team, Leute, die mich nett aufgenommen haben, und vor allem viele Zuschauer. In Frankreich zum Beispiel schaut kaum jemand zu.“
In unserem westlichen Nachbarland hat er zuletzt 15 Matches bestritten und keines verloren, meist sogar klar gewonnen. „Da musste ich nicht so viel tun, aber hier, das ist ein ganz anderes Niveau“, sagt der Argentinier voller Bewunderung für die Hessenliga. Um Smirnow in Gefahr zu bringen, nahm er oft das Tempo aus der Partie, versuchte es mit Erfolg mit Slicebällen und vielen Stopps. Das sei sonst nicht seine Art, aber dies sei die einzige Chance gewesen, den druckvollen Ukrainer etwas aus dem Rhythmus zu bringen.
Untergekommen sind Gaston Giussani und seine Lebensgefährtin bei Erika und Uwe Hoppmann. „Nette, aufgeschlossene Menschen“, sagt Hoppman. Bis Ende des Monats werden die beiden in Kelsterbach bleiben. Und hoffentlich noch ein wenig vom deutschen Sommer abbekommen, denn das erste Wochenende im für sie neuen Land hat sie noch nicht so recht zufrieden stellen können. Rein wettertechnisch gesehen.

 
 


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