E-Paper | Mobil | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 
 
04. Juli 2011  | Von Ralph Baumann

Sechs Doppel, aber kein einziger Sieg

Tennis: Schmerzliches Auftakt-Wochenende mit zwei 4:17-Pleiten für den Hessenligisten TV Haßloch – Wirths imponiert

| Vergrößern | Toller Einstand: Der dynamische und laufstarke Kölner Aaron Wirths, 18-jähriger Zugang des Tennis-Hessenligisten TV Haßloch, gewann zum Rundenauftakt beide Einzel. Foto: Uwe Krämer




Es waren die erwartet dicken Auftaktbrocken für das Herren-Hessenligateam des TV Haßloch, und am Ende gab es sowohl gegen den Wiesbadener THC als auch gegen TEVC Kronberg nichts zu holen. Mit jeweils 4:17 fielen die Ni+derlagen heftig aus, kein einziges Doppel konnte am Wochenende auf die Habenseite gebracht werden.
Drei der acht Hessenligapartien sollten gewonnen werden, um nicht nach acht Jahren absteigen zu müssen. Eine erste Chance sehen die Rüsselsheimer am kommenden Samstag (9.), wenn sich ab 10 Uhr der SC 80 Frankfurt im Grohfeld vorstellt.
TV Haßloch – Wiesbadener THC 4:17. Trotz des deutlichen Ergebnisses gab es auf Seiten der Gastgeber auch zufriedene Gesichter. Zum einen die des Vorstands, der sich über eine gut gefüllte Anlage freuen konnte. Dies war keineswegs selbstverständlich, denn im Hessenligateam des TVH fehlen sämtliche vertraute Typen der Vorjahre. Zum anderen das des jüngsten Spielers auf der Anlage, des Treburers Kai Lemke. Er hatte allen Grund zum Strahlen. Der 16-Jährige bezwang den mehr als doppelt so alten, langjährigen Leistungsträger des THC, Djerald Oganezov, mit 6:3 und 6:0.
Oganezov hatte es im vergangenen Sommer zu zweifelhaftem Ruhm gebracht, als er gegen einen Bad Homburger, der ihn provoziert haben soll, eine Tätlichkeit beging. Der Kurstädter beklagte hinterher einen angebrochenen Kiefer.

Lemke untertrieb am Samstag, als er feststellte, „ganz gut gespielt“ zu haben. Der Blondschopf setzte seinen Gegner von Beginn an unter Druck, ließ den 34-Jährigen mehr laufen, als diesem lieb war. Oganezov konnte seine Routine und sein gutes Auge viel besser im Doppel an der Seite des Polen Marcin Gawron in die Waagschale werfen. In jenem ersten Doppel musste Lemke an der Seite von Gaston Giussani Lehrgeld bezahlen, beim 0:6, 2:6 spielte vor allem er viele Rückhandbälle ohne den Druck, der in Hessens Oberhaus vonnöten ist. Dennoch durfte der junge Mann an Position fünf zufrieden sein mit seinem Debüt als TVH-Stammspieler.
Sportwart Uwe Wingert sollte am Ende Recht behalten. Er hatte sich gegen die Mannen aus der Landeshauptstadt nichts ausgerechnet – vor allem wegen deren Stärke auf den drei Spitzenpositionen. Allein Giussani nahm seinem Gegner, dem Ukrainer Artem Smirnow, im sehenswertesten Match des Tages einen Satz ab, während Guillermo Hormazabal und Laslo Urrutia Knauer recht deutlich unterlagen.
Bernd Schwenger, der sich mit Uwe Wingert ums Hessenligateam kümmert, stellte denn auch fest, dass vor allem beim neuen Spitzenmann Hormazabal „noch viel Luft nach oben ist.“ Doch Schwenger hatte Verständnis für die vielen einfachen Fehler des Chilenen, schließlich war dieser nach zwanzigstündigem Flug erst am Abend zuvor im Rhein-Main-Gebiet eingetroffen. Und sein Gegner Gawron ist schließlich der amtierende polnische Meister im Einzel.
Den zweiten Erfolg für den Gastgeber steuerte der zweitjüngste im Team, der Kölner Aaron Wirths, bei. In einem temporeichen Drei-Satz-Match bezwang er Sebastian Florczyk. Eine bittere Niederlage bezog Spielführer Dominic Metzger. Seit einigen Wochen konnte er aufgrund einer Wadenverletzung kaum trainieren, sein Einsatz entschied sich erst kurz vor Spielbeginn. Gegen Christopher Scheidt hatte er nicht den Hauch einer Chance – 0:6, 0:6.
Besonders dieses Ergebnis machte die Gäste froh, denn noch immer werfen sie Metzger vor, sie im Aufstiegsjahr 2009 im Stich gelassen zu haben. Als es an der Verbandsligaspitze um die Wurst ging, habe Metzger, der damals noch Profi werden wollte, einen Start bei einem Turnier vorgezogen. Aufgestiegen ist der Tennis- und Hockey-Club aus dem schönen Nerotal trotzdem, verziehen haben die früheren Mitspieler Metzger aber noch nicht.

Zu den Zuschauern gehörte neben dem kompletten Kader des SC 80 Frankfurt – der Hessenliga-Neuling war zum Auftakt spielfrei – der langjährige TVH-Leistungsträger Marco Hosang. Der Zahnarzt hat alle sieben Hessenligarunden für seine Haßlocher bestritten, nun ist er wegen seiner beruflichen Belastung zwei Klassen tiefer zum TC Niddapark gegangen.
Dort sind die Brüder Hosang nun gemeinsam in einem Team aktiv, mehr noch: „Weil ich an Position eins antrete und meine Brüder Lars und Nico in der Regel an drei und fünf, haben wir jetzt schon oft auf auf drei Plätzen nebeneinander gespielt“, erzählt der 26-Jährige. Obwohl er kaum trainiert habe, sei er bislang zu lockeren Siegen gekommen.
Teambetreuer Bernd Schwenger war nach dem 4:17 keineswegs frustriert: „Uns ist klar, dass wir mit dem vollkommen neuen Team ein Risiko eingehen. Aber wir alle im Vorstand wollten den Umbruch in Richtung Jugend. Ich denke, dass wir mit dieser sympathischen Truppe auf dem richtigen Weg sind.“
TEVC Kronberg – TV Haßloch 17:4. Wie sich die Bilder ähneln: Wieder wurden zwei Einzel gewonnen, wieder war der 18 Jahre junge Aaron Wirths darunter, wieder standen die Haßlocher allerdings in den Doppeln auf verlorenem Posten. „Das ist nicht das Gelbe vom Ei, was wir da bringen“, sieht TVH-Sportwart Uwe Wingert, dass sich noch kein verlässliches Paar gefunden hat. Nur der im Einzel hervorragende Berliner Laslo Urrutia Knauer und sein Partner Dominic Metzger, der diesmal im Einzel durch den jungen Marc Nowak aus dem Bezirksoberligateam ersetzt wurde, kamen in den dritten Satz, der als Champions-Tiebreak ausgespielt wird. In diesem hatten die Kronberger Moneke und Dietz das bessere Ende für sich.
Sorgen bereitet Wingert die Tatsache, dass Spitzenmann Hormazabal ohne die nötige Form, ohne die nötige körperliche Fitness in Haßloch angekommen ist. Der 26-Jährige musste die vergangenen zwei Monate entgegen seiner Pläne in seiner Heimat Chile verbringen. Weil dort aber gerade Winter ist und es auch keine Hallen gibt, hat er schon länger nicht Tennis spielen können. „Wir müssen sehen, dass wir in dieser Woche gute Trainingspartner für ihn finden, damit er Matchpraxis bekommt“, weiß Wingert.
Pech habe Gaston Giussani gehabt, der den frischgebackenen Hessenmeister Andreas Weber (früher TVH) in den dritten Satz zwang und dort nur knapp unterlag. Und Küken Kai Lemke habe gestern im Duell mit dem ausgebufften, vieljährigen Hessenligacrack Tim Krebs gesehen, „dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.“

TVH – Wiesbaden
4:17.
Hormazabal – Gawron 4:6, 1:6; Giussani – Smirnow 1:6, 6:3, 1:6; Urrutia Knauer – Albot 1:6, 1:6; Wirths – Florczyk 6:3, 3:6, 6:2; Lemke – Oganezov 6:3, 6:0; Metzger – Scheidt 0:6, 0:6; Giussani/Lemke – Gawron/Oganezov 0:6, 2:6; Hormazabal /Metzger – Smirnow/Albot 2:6, 2:6; Urrutia Knauer/Wirths – Scheidt/Schulze 6:7, 2:6.

Kronberg – TVH 17:4.
Moneke – Hormazabal 6:2, 6:4; Weber – Giussani 6:2, 5.7, 6:4; Lukascs – Urrutia Knauer 1:6, 6:1, 4:6; Dietz – Wirths 3:6, 5:7; Krebs – Lemke 6:2, 6:2; Burmeister – Nowak 6:1, 6:2; Weber/Lukacs – Hormazabal/Giussani 6:3, 6:3; Moneke/Dietz – Urrutia Knauer/Metzger 4:6, 6:2, 10:6; Krebs/Burmeister – Wirths/Lemke 6:2, 6:1.







 
 


BEWERTUNGEN
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten. | Anmelden |
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

 
EUROTRAINER

Das große Gewinnspiel

Nominieren Sie Ihre persönliche Top-Mannschaft und fiebern Sie mit Echo Online bei den Spielen der EM mit. Und das können Sie gewinnen ...
Mehr |
ANZEIGE
SV 98
 
Live-Ticker vom Lilien-Spiel Fast wie Bölle! Wir tickern live alle Spiele des SV Darmstadt 98, egal ob auswärts oder zu Hause. Gleichzeitig können Sie in unserem Chat mitdiskutieren und das Spiel bewerten - direkt oder auch per Twitter und Facebook. | Mehr |
 

Veranstaltungskalender
 

Veranstaltungen in Südhessen zu Kultur und Kunst, Märkten und Börsen, Party und Disko.

Mehr |
 
Abo
 
Mit dem Echo Gewinncodes sammeln, alles zum Start der Fußball-EM erfahren und einen von 2012 ...
Mehr |
 
 
Abo
 
LWL Aufmacher 04_2012 440px Wir freuen uns über jeden Abonnenten – und sagen Danke!
Mehr |
 
 
ANZEIGE
Fahrrad.de ist der ideale Online Radsport Shop für Radprofis oder Fahrradbegeisterte. Hier finden Sie alles rund ums Fahrrad.
Fitnessübungen zuhause: Wer nicht gern ins Fitnessstudio geht, kann seine Fitness mit Ausdauer Trainingsgeräten auch in seinen eigenen vier Wänden steigern.
 
SCHON GESEHEN?
 
 
ANZEIGE