Die gute Nachricht vorneweg: Tennis-Hessenligist TV Haßloch kann doch noch Doppel gewinnen. Gestern, in der Partie bei Titelverteidiger Eintracht Frankfurt, gleich zwei, wobei der Sieg von Gaston Giussani und Laslo Urrutia Knauer im ersten Doppel am meisten überrascht. TVH-Sportwart Uwe Wingert fühlte sich bestätigt: „Ich habe vom ersten Tag an gesagt, dass das mein Traumdoppel ist.“ Bislang aber hatten sich beide Haßlocher mit anderen Partnern gemüht, allerdings vergebens.
Viel hat beim 8:13 nicht gefehlt zum Coup am Riederwald, der den Haßlochern nach ihrer bitteren Heimniederlage tags zuvor (siehe nebenstehenden Berricht) so gut getan hätte. Aber es wäre zu viel verlangt gewesen, dass die beiden Youngster Kai Lemke (16) und Marc Nowak (noch 17) gegen die etwa zehn Jahre älteren Fabian Poth und Tobias Schade gewinnen. Nowak löste Dominic Metzger ab, der im Einzel wieder völlig von der Rolle war und von Schade die Höchstrafe erhielt – 6:0, 6:0.
Bei der Eintracht, die ohne Ausländer, also nicht in Bestformation antrat, war ebenfalls ein Dominik, Nachname Müller, im Doppel nicht mehr dabei. Der 24-Jährige, der 2003 als blutjunger Bursche mit Haßloch ins hessische Oberhaus aufgestiegene war und in Rüsselsheim noch einiger Freunde hat, verletzte sich gegen Ende seines hart umkämpften Einzels gegen Urrutia Knauer, das er humpelnd gerade noch so gewann.
„Das ist sein erstes ernsthaftes Tennismatch seit knapp einem Jahr“, informierte Vater Pavel Müller. Der Filius hat in Texas gerade seinen Bachelor-Abschluss geschafft, strebt nun noch den Master in Sportmanagement an. In seinem Collegeteam durfte Dominik Müller zuletzt nicht mehr mitspielen, denn nach vier Jahren ist in den USA Schluss mit der netten, vom Staat geförderten Kombination Studium und Sport.
Wingert trauerte den Spielverlusten in der Mitte nach. Sein Fazit: „Da war mehr möglich heute.“ Dass die Eintracht gestern überhaupt gegen Haßloch ran musste, liegt nur an einem Aufstellungsfehler im letztjährigen Aufstiegsspiel gegen Rheinland-Pfalz-Meister TSC Mainz.
Nachdem jahrelang kein Hessenmeister Interesse hatte aufzusteigen, entschloss sich die Eintracht, die Regionalliga in Angriff zu nehmen. Eigentlich war der Aufstieg auch perfekt, wenn den Hessen nicht der Fauxpas unterlaufen wäre, zwei Nicht-EU-Ausländer einzusetzen. Dies ist zwar in der Hessenliga erlaubt, nicht aber in Aufstiegsspielen zur Regionalliga. Bitter, dass der Hessische Verband den Klub dahingehend auch noch falsch beraten hatte.
Abteilungsleiter Ryszard Lempart berichtet von Schwierigkeiten, diesmal einen Kader zusammenzustellen: „Einige hatten keine Lust mehr auf die Hessenliga.“ Dann aber sind der umworbene Tim Pütz und der Rest doch geblieben.
Tim Pütz – Hormazabal 6:1, 6:4; Schmidt – Giusanni 3:6, 2:6; Müller – Urrutia Knauer 6:3, 3:6, 6:3; Bley – Wirths 7:6, 6:3; Poth – Lemke 6:3, 7:6; Schade – Metzger 6:0, 6:0; Tim Pütz/Bley – Giussani/ Urrutia Knauer 5:7, 2:6; Schmidt/Tom Pütz – Hormazabal/Wirths 2:6, 2:6; Poth/Schade – Lemke/Nowak 6:2, 6:1.
Na also: Es geht doch
Tennis: TVH setzt sich in zwei Doppeln durch und schlägt sich beim Titelverteidiger achtbar
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