Zweimal waren es die Adduktoren Kasseler Spieler, die dem TV Haßloch im Abstiegsduell der Tennis-Hessenliga gestern gegen den vorher ebenfalls punktlosen TC 31 Kassel in die Karten gespielt hatten. In der ersten Runde bereits gab Sebastian Krauß wegen Problemen im Oberschenkel bei einer 4:3-Führung im zweiten Satz nach verlorenem ersten Durchgang gegen Laslo Urrutia Knauer auf.
In der zweiten Runde hatte sich der frühere Haßlocher Sascha Heinemann unmittelbar nach einer kurzen Regen-Unterbrechung im beginnenden dritten Satz gegen Gaston Giussani im Oberschenkel gezerrt und konnte nicht mehr an seine zuvor gezeigte Leistung anknüpfen. Eine weitere Aufgabe konnten sich die Nordhessen jedoch nicht erlauben, da sie nur mit einem Ersatzmann nach Rüsselsheim gekommen waren und somit ein Doppel von vornherein abgeben müssten. Heinemann blieb nichts anderes übrig, als auf die Zähne zu beißen und durchzuhalten.
Schließlich machte der Chilene Guillermo Hormazabal nach einem 0:5-Rückstand dank seines druckvollen Spiels gegen den Italiener Fabio Colangelo und einer deutlichen Leistungssteigerung in der Spitzenbegegnung die Vorentscheidung zum 8:4 perfekt. Doch Heinemanns Durchhaltevermögen sollte sich nicht auszahlen, denn im dritten Doppel musste er beim Stand von 3:3 endgültig aufgeben.
Auch die beiden übrigen Haßlocher Doppel siegten souverän, und so reichte es zu einem deutlichen 17:4-Sieg. Somit könnte womöglich bereits ein zweiter Sieg am kommenden Sonntag beim Marburger TC zum Erhalt der Liga reichen. Vorher steht noch am Mittwoch um 12 Uhr das Gastspiel bei Rosenhöhe Offenbach an.
„Für die Doppel habe ich ein gutes Gefühl“, hatte Haßlochs Sportwart Uwe Wingert bereits während der Einzel geäußert. Während er bei Kassel noch fest von einem Einsatz des zweiten Italieners Matteo Volante ausgegangen war, traten die Gäste doch in Normalbesetzung an.
Die Haßlocher hatten mit dem zweiten Chilenen Rodrigo Perez Appel noch einen Trumpf im Ärmel. Da der etatmäßige Doppelpartner von Hormazabal im Besitz eines deutschen Passes ist, belastete er auch das Ausländerkontingent der Rüsselsheimer nicht und wurde für dieses wichtige Spiel erfolgreich aus seinem Trainingsquartier in Barcelona losgeeist. „Er hat uns gut getan“, lobte Uwe Wingert, der Perez Appel auch für das Doppel mit Landsmann Hormazabal als wichtig ansieht. Seinen Einzel-Einsatz rechtfertigte der Deutsch-Chilene jedenfalls durch einen am Ende doch noch lockeren Dreisatzsieg.
Überhaupt hatten die Haßlocher diesmal die dritten Sätze sicher beherrscht. Durch die drei Doppelsiege reichte es also zum ersten Saisonerfolg. Bereits am Samstag hatten die spielfreien Haßlocher die Rote Laterne an den Marburger TC abgegeben, nun gelang erstmals in dieser Runde der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz.
Kaum ins Gewicht fielen dabei die Niederlagen an den beiden hinteren Positionen. Hier hingen die Trauben für den 16-jährigen Kai Lemke gegen einen routinierten Kontrahenten ebenso hoch wie für Aaron Wirths gegen einen früheren Weltranglistenspieler.
Gutes Gefühl und ein Trumpf im Ärmel
Tennis-Hessenliga: TV Haßloch landet mit 14:7 gegen Kassel dank Chilenen und drei Doppel-Erfolgen ersten Saisonsieg
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