Das war eine überaus sportliche Sonnenwendfeier. Maßgerecht zum kalendarischen Sommeranfang am Dienstagabend ging der 34. Darmstädter Stadtlauf über die Bühne. Der Termin bescherte den längsten Tag des Jahres, der Sport den Citylauf mit der längsten Tradition in Deutschland. Über 1600 Läufer führten diesen Tanz zur Sommersonnenwende in der Darmstädter Fußgängerzone auf – mal rhythmisch stampfend, mal wirbelnd leichtfüßig. Letzteres galt vor allem für die Sieger, die die Phalanx der Temporitter anführten.
Voran im Eliterennen der Frauen die Russin Yelena Zadorzhnaya, die einen Start-Ziel-Sieg feierte und damit die seit drei Jahren dauernde kenianische Erfolgsserie stoppte. Bei den Männern wurde diese von Paul Kipkorir fortgesetzt, der nach spannendem Rennverlauf vor seinen Landsleuten Pius Kirop und Patrick Kimeli gewann.
Kipkorir, zuletzt auch Sieger in Kaiserslautern, wirkte nach dem Tempolauf über 7600 Meter in 21:59,8 Minuten im Ziel entspannt: „Es war ein schönes Rennen, die Strecke war tückisch weil man an der Treppenpassage immer wieder das Tempo herausnehmen musste. Ich bin zufrieden mit dem Sieg, mit der Atmosphäre und auch mit dem Preisgeld.“ Zuvor hatte die Russin Zadorzhnaya, Vierte der Olympischen Spiele 2004 über 5000 Meter, frühzeitig für klare Verhältnisse gesorgt. Schon in der ersten Runde setzte sie sich ab und ließ am Ende der 5500 Meter in 17:58,1 Minuten auch die Aufholversuche der zweitplatzierten Kenianerin Monica Jepkoech ins Leere laufen. Eine Klasse-Leistung.
Etwas bescheidener ging es in der Hauptläufen der Masse zu. Doch der Jubel war auch bei Männer-Sieger Björn Kuttich groß. „Endlich hat es mal geklappt“, freute sich der Offenbacher, der des öfteren schon in Darmstadt lief und dabei zweimal Zweiter wurde (2009/ 2006). Diesmal lag er vor Jürgen Zehnder (TSV Pfungstadt) und war froh: „Das ist ein besonderer Lauf wegen der guten Atmosphäre. Ich mag das mitten in der Stadt, auch das Verwinkelte“. Als Stammgast präsentiert sich längst auch Kerstin Straub. Die Berglaufspezialistin vom SSC Hanau-Rodenbach wiederholte im Frauen-Hauptlauf den Vorjahreserfolg. Ihren Start-Ziel-Sieg begriff die international erfahrene Kraft als „Training bei guter Stimmung“. Leider habe die Konkurrenz gefehlt.
Paul Kipkorir aus Kenia und die Russin Yelena Zadorzhnaya gewinnen
Leichtathletik: Zunächst Schmuddelwetter, erst am Abend angenehme Temperaturen und gerade richtig für die Läufer
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Zu einem ihrer Duelle, die sie in den Vorjahren immer wieder mit Lokalmatadorin Alexandra Behrens austrug, kam es diesmal nicht. Die ASC-Läuferin, vor zehn Tagen gerade zum vierten Mal Mutter geworden, startete zwar. „Aber ohne Anspruch, nur zum Spaß“, wie sie betonte. Ohne Anspruch? Rang drei wurde es dennoch. „Es ging besser als gedacht. Aber das ist auch mein Rennen, mein Zuhause. Die Kulisse ist einfach Motivation.“
Die Leistung der vierfachen Mutter nötigte auch Kerstin Straub Respekt ab: „Hut ab“, sagt die Zweiundzwanzigjährige, deren Mutter Anette – wie immer ebenfalls am Start – es „allerdings damals genauso gemacht“ habe.
Stadtlauf bindet Stammgäste. „Stadtlauf ist Kult“, freute sich einer von ihnen.
Die Leistung der vierfachen Mutter nötigte auch Kerstin Straub Respekt ab: „Hut ab“, sagt die Zweiundzwanzigjährige, deren Mutter Anette – wie immer ebenfalls am Start – es „allerdings damals genauso gemacht“ habe.
Stadtlauf bindet Stammgäste. „Stadtlauf ist Kult“, freute sich einer von ihnen.
Zum Sonnenkult am längsten Tag fehlte allerdings etwas Hilfe von oben. Der Veranstaltung – wieder von rund 150 Helfern des ASC Darmstadt und dem Darmstädter Lauftreff gestemmt – mag in den Vorjahren so gut wie immer die Sonne gelacht und die Organisatoren daraus schon Traditionsansprüche auf schönes Wetter abgeleitet haben. Diesmal klappte das nicht ganz.
Der Sommeranfang hielt zunächst Schmuddelwetter parat, erst am Abend wurde es bei angenehmen Temperaturen über 20 Grad besser – gerade richtig für die Läufer. Für heitere Stimmung wurde ohnehin an der Strecke gesorgt. Die Laufbewegung beanspruchte dort mit munterer Lebhaftigkeit ihren Platz. „Ich bin Optimist. Ich habe keinen Regenschirm dabei“, verkündete ASC-Vorsitzender Till Lufft trotz dunkler Wolken. Und Mitorganisator Wilfried Raatz bilanzierte dank zahlreicher Nachmeldungen „die beste Besetzung seit Jahren, was die Anzahl betrifft.“
Vor allem der Nachwuchs legte sich ins Zeug. Zum gemäßigten Anfangstempo gezügelt, wirkte der Aufgalopp der Kleinen noch leicht und locker, am Ende zollten sie dem Eifer und der anspruchsvollen Strecke doch oft Tribut. Langlauf als Willenssache und erste Grenzerfahrung für den eigenen Körper.
Der Sommeranfang hielt zunächst Schmuddelwetter parat, erst am Abend wurde es bei angenehmen Temperaturen über 20 Grad besser – gerade richtig für die Läufer. Für heitere Stimmung wurde ohnehin an der Strecke gesorgt. Die Laufbewegung beanspruchte dort mit munterer Lebhaftigkeit ihren Platz. „Ich bin Optimist. Ich habe keinen Regenschirm dabei“, verkündete ASC-Vorsitzender Till Lufft trotz dunkler Wolken. Und Mitorganisator Wilfried Raatz bilanzierte dank zahlreicher Nachmeldungen „die beste Besetzung seit Jahren, was die Anzahl betrifft.“
Vor allem der Nachwuchs legte sich ins Zeug. Zum gemäßigten Anfangstempo gezügelt, wirkte der Aufgalopp der Kleinen noch leicht und locker, am Ende zollten sie dem Eifer und der anspruchsvollen Strecke doch oft Tribut. Langlauf als Willenssache und erste Grenzerfahrung für den eigenen Körper.
Die erste dieser Herausforderungen zum Auftakt meisterte Daniel Stjepanovic von Rot-Weiß Darmstadt am besten. Er gewann den Bambini-Lauf. Schnellstes Mädchen war Emily Kunkelmann von der LG Odenwald. Für künftige Stammgäste aus der Region ist auch beim Nachwuchs gesorgt.
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