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05. September 2011  | Von Volker Bachmann

Weniger Teilnehmer beim Stadt-Marathon

Marathon: Raphael Grotti muss beim zweiten Sieg in Darmstadt gegen die Vorahnung kämpfen, Heiko Ludewig hilft sie

 
| Vergrößern | Erneut erfolgreich: Vorjahressieger Raphael Grotti gewann am Sonntag wieder den Darmstadt-Marathon. Foto: Thomas Zöller
DARMSTADT. 


Verhalf die Vorahnung zum Sieg? „Als ich heute morgen aufgestanden bin, wusste ich, dass ich das Rennen gewinnen werde – einfach aus dem Bauch raus“, frohlockte Heiko Ludewig. Ein solch schelmisches Lächeln wie der 38 Jahre alte Läufer von Spiridon Frankfurt, der sich am Sonntag in seinem „Hauptrennen der Saison“ in 1:12:28 Stunden zum hessischen Meister im Halbmarathon kürte, zauberten beim 4. Darmstadt-Marathon nur die wenigsten der knapp 1600 Starter in ihre verschwitzten Gesichter.
Die schwül-warme Witterung und der anspruchsvolle Kurs kosteten Tribut – und wohl auch weiteren Zulauf. Denn insgesamt 1982 Meldungen (mit Mini-Marathon), die Organisator Wilfried Raatz (ASC Darmstadt) verbuchte, bedeuten trotz der eingebunden Halbmarathon-Hessenmeisterschaft die bisher geringste Teilnehmerzahl. Eine Enttäuschung.
Deutlich gequälter als bei Ludewig war das Lächeln bei Raphael Grotti, obwohl der Mannheimer nach seinem zweiten Marathon-Sieg in 2:46:49 Stunden allen Grund zur Freude hatte. Den Siebenundzwanzigjährigen, der in Darmstadt aufgewachsen ist, hatte der Morgen weitaus mehr Überwindung gekostet. Nicht Siegesgewissheit sondern „eher Pflichtgefühl“ nach der Einladung als Vorjahressieger entschied. Noch am Freitag habe er wegen einer Blessur mit einer Absage geliebäugelt, bekannte Grotti. Ohnehin habe er „dieses Jahr nur Pech“ und wegen Verletzungen kaum Wettkämpfe bestritten. Hier trog die Vorahnung. Es lief für Grotti.
Sein Urteil nach dem sportlichen Saunagang in Darmstadts Nordosten teilte er mit vielen anderen: „Brutal, absolut krass schwül“, beschrieb er die Bedingungen, die so manchem auch auf der halb so langen Strecke oder den kürzeren Staffelabschnitten Probleme bereiteten.

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03.09.2011: Mini-Marathon in Darmstadt

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Bei den Frauen meisterte W 55-Läuferin Christine Falkhausen (TV Seeheim/3:27:02) die Herausforderung im Marathon am schnellsten. Im Halbmarathon siegte Heike Folkert (Filberstadt) in 1:25:39 vor Stefanie Wiesmair (PSV Kassel/1:25:56). Die in Pfungstadt wohnende hessische Crossmeisterin schnappte sich damit einen weiteren Hessentitel vor Lokalmatadorin Alexandra Behrens (ASC Darmstadt/1:26:48). „Das hast du fein gemacht, Kollege“, gratulierte im Ziel Grottis härtester Konkurrent, René Strosny, dem alten und neuen Sieger. Der Gewinner von 2009 wurde wie im Vorjahr Zweiter in 2:47:58, nachdem der Ultralangstreckler aus Roßdorf überraschend forsch angegangen war. „Ich bin volles Risiko angelaufen“, bekannte der Achtunddreißigjährige, der sich eine Woche nach seinem zweiten Rang im 18-Etappen-Rennen „La Trans Gaule“ quer durch Frankreich erst kurzfristig zum Start entschlossen hatte. Es galt 1150 Kilometer und eine Knochenhautentzündung am linken Schienbein wegzustecken. Für Strosny aber kein Anlass, „das Rennen vor der Haustür“ auszulassen. Vor einer Wettkampfpause wegen seines Umzugs ins Modautal galt für ihn: „Alle Körner raus“. Grotti, der ihn nach Kilometer 28 eingeholt hatte, konnte er aber nicht halten. „Dennoch bin ich sehr zufrieden“, betonte Strosny. Die Sichtweise der Erfolgreichen ist nun mal meist positiv. Ludewig, der seinen Halbmarathon in Streckenrekordzeit quasi im Alleingang bestritt, schwärmte von der „tollen Organisation und der wunderschönen Strecke“, bevor er deren anstrengendes Auf-und-Ab-Profil vermerkte.
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04.09.2011: Marathon in Darmstadt

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Für andere stand vor allem Letzteres im Vordergrund – samt dem Handicap durch das Wetter. Der Darmstädter Peter Engels, als Hobbyläufer bereits Dauergast, brach das quälende Marathon-Vorhaben kurzerhand ab und lief nach der Hälfte ins Ziel. Wegen der vielen ausgewaschenen Stellen auf den Waldwegen sei „die Strecke diesmal schlechter“ gewesen, klagte er. So mancher Leidensgenosse stöhnte zudem: „Alles zu feucht“.
Gisela Lammers hatte dafür nur ein Kopfschütteln übrig. „Man muss halt viel trinken“, erklärte die W55-Läuferin des TV Hergershausen, die freilich bei einem längeren Asienaufenthalt gelernt hat, mit hoher Luftfeuchtigkeit umzugehen. Sie nahm es locker. „Hauptsache Spaß gehabt“, sah es ein Kollege aus Kassel ähnlich: Daniel Ghebreselasie erfreut sich allerdings der Namensähnlichkeit mit einem Weltrekordler – „und das hilft zusätzlich“.

 


Mehr zum Thema lesen Sie am Montag (5. September) im Sportteil der ECHO-Zeitungen.


 
 


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