In 14:07,55 Minuten sicherte sich die Kreisstädterin zum fünften Mal in Folge den DM-Titel im 3000-m-Bahngehen der Altersklasse W 40. „Ich weiß ja, dass ich hinten raus noch ordentlich spurten kann“, freute sie sich.
Die Altersklassen W 35 bis W 45 waren bei den deutschen Hallenmeisterschaften gemeinsam auf die Rundbahn geschickt worden. Rasch zog sich das Feld auseinander. In der Spitzengruppe die 43-jährige Kreisstädterin.
Für die Tempoarbeit sorgte derweil die spätere W 35-Titelträgerin Bianca Schenker von der LG Vogtland. „Ich hatte erst überlegt, vielleicht früher auch einmal die Führung zu übernehmen“, so Best, „aber es ging nicht.“ Die vielseitige Ausdauersportlerin verließ sich somit auf ihren Schlussspurt, welchen sie allerdings bereits 250 Meter vor dem Ziel anzog. Meter um Meter zog die mehrfache Deutsche Meisterin der Konkurrenz davon. Am Ende waren es gut vier Sekunden, welche sie Bianca Schenker, die nach 14:11,68 Minuten die Ziellinie überquerte, noch abnahm.
In ihrer eigenen Altersklasse musste sich Nicole Best nicht wirklich Gedanken um ihre Mitstreiterinnen machen. Erst gut zwei Minuten später erreichte Vizemeisterin Nicole Hörl vom Diezer TSK Oranien das Ziel.
Mit dieser Leistung unterstrich Best einmal mehr, dass sie hierzulande – selbst in der Aktivenklasse – noch zu den stärksten Geherinnen gehört. Und so kam auch ein Angebot von Melanie Seeger und Sabine Krantz, doch am Sonntag in der Frauenklasse nochmals anzutreten, nicht von ungefähr.
Die beiden Spitzenathletinnen aus Potsdam und Wattenscheid steckten nämlich am Wochenende in einem Dilemma: Für den Frauenwettbewerb am Sonntag hatten sie als einzige Athletinnen gemeldet. Das Regelwerk besagt jedoch, dass für eine Titelvergabe mindestens drei Teilnehmerinnen am Start sein und zwei das Ziel erreichen müssen.
„Hätte ich das früher gewusst, wäre ich vielleicht noch einmal gestartet“, sagte dazu Nicole Best, die erst am Freitag von der Lage erfahren hatte. So drehten nun Krantz und Seeger alleine ihre Runden in Dortmund. In 12:18,70 Minuten hatte am Ende Sabine Krantz die Nase vorn. Der DM-Titel blieb ihr aber verwehrt.
Das gleiche Schicksal teilte tags zuvor Heidrun Grünig von der LG Biebesheim-Eschollbrücken-Crumstadt (LG BEC). Sie erreichte als einzige Athletin der Altersklasse W 60 in 21:48,80 Minuten das Ziel.
Weitere Medaillen gab es in Dortmund jedoch für das Geherteam des TV Groß-Gerau. So sicherte sich Linda Betto in der W 35 ebenso Bronze wie ihre Vereinskolleginnen Brigitte Patrzalek in der W 50 und Margarete Molter in der W 65.
Linda Betto zeigte sich in 14:52,01 Minuten zudem stark verbessert gegenüber ihrem HM-Sieg vor einer Woche. In Frankfurt-Kalbach war die gebürtige Italienerin gut eine Minute langsamer unterwegs.
Kurzfristig auf einen Start verzichtet hat in Dortmund indes TV-Abteilungsleiter Thorsten Fern. In den nächsten Wochen kehrt bei den Gehern nun erst einmal etwas Ruhe ein, bevor Ende April mit den deutschen Gehermeisterschaften – dann auf der Straße – der nächste Saisonhöhepunkt ansteht.
Männer, M 55: 1. Helmut Prieler (SpVgg Niederaichbach) 15:13,66 Minuten; 2. Wilfried Gaube 16:09,60; 3. Uwe Tolle (beide Polizei SV Berlin) 16:21,72; … 5. Werner Schaller (TV Groß-Gerau) 17:11,69.
Frauen, W 35: 1. Bianca Schenker 14:11,68; 2. Brit Schröter (beide LG Vogtland) 14:19,78; 3. Linda Betto (TV Groß-Gerau) 14:52,01.
W 40: 1. Nicole Best (TV Groß-Gerau) 14:07,55; 2. Nicole Hörl (Diezer TSK Oranien) 16:07,49; 3. Angela Sänger (TG Witten) 18:39,89.
W 45: 1. Christine Sarembe-Stegmaier (LSG Aalen) 16:05,94; 2. Sylvia Wälde (TV Biberach) 17:25,06; 3. Rica Ditten (ASV Sangerhausen) 19:24,86; 4. Monika Müller (TV Groß-Gerau) 19:36,87.
W 50: 1. Marion Fuchs (Alemannia Aachen) 17:20,19; 2. Birgit Komoll (DJK Sparta Langenhagen) 19:24,02; 3. Brigitte Patrzalek (TV Groß-Gerau) 19:24,33.
W 60: 1. Heidrun Grünig (LG BEC) 21:48,80.
W 65: 1. Heidrun Neidel (TSG Leihgestern) 20:13,09; 2. Ursula Klink (LG Bitburg-Prüm) 20:17,89; 3. Margarete Molter (TV Groß-Gerau) 20:46,64.
Nicole Best verteidigt deutschen Titel
Leichtathletik – Geherin zum fünften Mal Meister – Bronze für Betto, Molter und Patrzalek
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