Sowohl im Team als auch in Einzeldisziplinen messen sie sich regelmäßig mit anderen Sportlern auf Kreis-, Region- und Landesebene. Das Besondere bei ihnen: Sie sind alle über siebzig Jahre alt – Kurt Hemetsberger aus Reinheim-Spachbrücken wird im April sogar schon 79.
Ein Blick auf die Ergebnislisten des Hessischen Leichtathletikverbandes zeigt, dass die Herren tatsächlich Spitze sind. Im vergangenen Jahr beispielsweise belegten sie als Mannschaft sowohl bei den hessischen Senioren-Mehrkampfmeisterschaften als auch bei den süddeutschen Meisterschaften in Nieder-Olm jeweils den ersten Platz in ihrer Altersklasse im Fünfkampf. Bei den Hessenmeisterschaften errangen sie zudem einen zweiten Platz über 400 Meter sowie einen dritten im 200-Meter-Lauf. Darüber hinaus kommen die Athleten auch bei Einzelwertungen meist auf vordere Plätze.
Schon seit Jahren werden sie für ihre Leistungen von der Gemeinde Reichelsheim geehrt, die ihre Spitzensportler alljährlich im Zuge einer öffentlichen Gemeindevertretersitzung auszeichnet. Denn alle drei sind Mitglied im (KSV) Kultur- und Sportverein Reichelsheim, um auf der Tartanbahn zu trainieren. „So eine tolle Bahn gibt es nicht überall“, wissen sie, und fühlen sich darauf „wie Fohlen, die im Frühjahr zum ersten Mal wieder auf die Wiese dürfen.“ Mindestens ein Mal pro Woche üben sie gemeinsam, laufen zahllose Runden, springen, werfen Diskus oder Speer.
Darüber hinaus halten sich individuell beim Joggen im Walde, Inline-Fahren, Ski-Langlauf oder Paddeln fit. „Das kostet manchmal schon Überwindung“, meint Werner König, vor allem bei Regen oder Sturm. Aber missen möchte keiner von ihnen das tägliche Training. „Das ist ein Stück Lebensqualität für mich“, sagt Hubert Drews.
Als Mannschaft zusammengefunden haben die drei auf Initiative von Kurt Hemetsberger. Als gebürtiger Österreicher war er ursprünglich Skisportler, freundete sich mangels Schnee und Bergen hierzulande aber mit der Leichtathletik an. Er ist der geborene Langstreckenläufer, macht auch beim „halben Marathon“ mit, und scheint ständig Ameisen in den Beinen zu haben. Zusammen mit seiner Frau Christine ist er auch für die Sportabzeichen-Abnahme im KSV Reichelsheim zuständig und läuft dann oft aus schierer Freud an der Bewegung ein paar Runden mit, um das Tempo der Bewerber zu regulieren. Für die eigene Senioren-Laufgemeinschaft entwickeln die beiden ebenfalls viel Verantwortungsgefühl, kümmern sich um die Anmeldungen zu den Wettkämpfen, sind Zeitnehmer, Betreuer und Mutmacher in Person.
Immer schon sportlich aktiv waren aber auch die beiden anderen Herren. Der in Steinbach wohnende Hubert Drews hatte beruflich viel mit Bodenschätzungen zu tun, und war daher täglich im Gelände unterwegs. Er ist der typische Sprinter, genießt es zu rennen, und kann dabei prima abschalten. Und der Michelstädter Werner König hatte seinen Bewegungshunger sogar zum Beruf gemacht und bis zu seiner Pensionierung Sport unterrichtet. Seine Lieblings-Disziplinen sind Diskus- und Speerwurf.
Hervorragende Leichtathleten in der Seniorenklasse gibt es im Odenwald noch mehr. Die starten aber in der Regel in ihrer Lieblings-Sportart und lassen den kräftezehrenden Fünfkampf außen vor. Wenn jedoch Not am Mann ist, wenn also einer von der Laufgemeinschaft verhindert ist, stellen sie sich auch schon mal als Ersatzmänner zur Verfügung. Zu nennen sind die beiden Fränkisch-Crumbacher Hans Frank und Werner Horn sowie Peter Arras aus Beerfurth und Walter Staake aus Dorf-Erbach.
In der Gemeinschaft noch stärker
Leichtathletik – Hubert Drews, Werner König und Kurt Hemetsberger heimsen für den KSV Reichelsheim Erfolge ein
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