Die Aussichten sind rosig: Der Darmstadt-Marathon am Sonntag (Start 9 Uhr) verspricht ein Rennen unter nahezu optimalen Bedingungen. Passend scheint es da, dass es bei der vierten Auflage auch erstmals um Meistertitel geht – auf der Halbmarathon-Strecke werden die hessischen Meisterschaften entschieden. Organisator Wilfried Raatz rechnet entsprechend auch mit Streckenrekorden. „Denn die Spitze ist stärker vertreten“, schätzt der zweite Vorsitzende des ausrichtenden ASC Darmstadt die sportliche Qualität im Feld ein.
Für dessen Größe gilt noch das Prinzip Hoffnung. Bei bisher „1800 bis 1900 Meldungen“, die Raatz am Donnerstag angab, deutet sich der Sprung über Vorjahres-Niveau allenfalls dezent an. 2010 war die Marke von 2146 Meldungen (samt Minimarathon) eher enttäuscht zur Kenntnis genommen worden. Doch Raatz hofft durch Nachmeldungen noch auf Zulauf, der eine Resonanz wie vor zwei Jahren mit 2500 Teilnehmern möglich werden ließe. Zumal sich gutes Wetter angekündigt hat.
Selbst bei einem hochsommerlichen Zwischenspiel dürfte mit der Kühle am Morgen und den vielen (schattigen) Waldpassagen auf dem bewährten Rundkurs Richtung Jagdschloss Kranichstein und um das Oberfeld alles für Langstrecken-Herausforderungen passen. Folgen der vergangenen Gewitterstürme gibt es offenbar keine: „Wir haben die Strecke gestern kontrolliert. Sie ist in einem sehr guten Zustand“, gibt Raatz zu Protokoll. Wenn es nach ihm geht, ist alles angerichtet für ein Läufer-Fest – wie in den Vorjahren mit der Zentrale am Bürgerparkstadion, das am Samstag (15 Uhr) mit den Wegen im Umfeld bereits den Parcours für Bambinis und Minis stellt, bevor tags darauf die Aktiven das Feld übernehmen. Der Rundkurs (Start auf der Kranichsteiner Straße, Ziel im Stadion), der eine Schleife in die Stadt über Mathildenhöhe und Karolinenplatz zieht, ist von den Marathonläufern zweimal zu bewältigen.
Die organisatorischen Schwachpunkte, die im Vorjahr zu Problemen bei der Anfahrt zum Alice-Hospital geführt hatten, sind laut Raatz ausgeräumt. Bessere Information (auch der eingesetzten Polizisten) und genauere Ausschilderung sollen eine erneute Irrfahrt ausschließen, wie sie im Vorjahr ein Vater aus dem Landkreis erlebte, der wegen eines Notfalls seiner Tochter die Kinderkliniken in der Dieburger Straße zu erreichen versuchte. Alles ging damals glimpflich aus, doch alle Beteiligten hätten sich die Kritik „sehr zu Herzen genommen“, betont Raatz und lobt vorab die Zusammenarbeit mit Stadt und Polizei.
Als Kritiker tritt er auf, wenn es um die „deutlich gestiegenen“ Gebühren geht, die von Stadt und Forst für die Veranstaltung erhoben werden. 6000 Euro für Genehmigung und Benutzung der Strecke schlagen laut Raatz zu Buche. „Das sind 30 bis 40 Prozent mehr als im letzten Jahr“. In einem Gesamtetat von 120 000 Euro wirkt dies noch verkraftbar. Doch wegen der vielen im Gesamtbudget enthaltenen Sachleistungen macht Raatz für die Gebühren eine andere Rechnung auf: „Das sind immerhin zehn Prozent des Barumlaufs“. Er befürchtet, „dass uns die Kosten davonrennen“, und verweist auch – sonst nicht gerade seine vorrangige Sorge – auch auf die Probleme anderer Veranstalter: „Die Kleinen sind die, die am ehesten gestraft sind“.
Raatz argwöhnt, dass die Behörden die Veranstaltungen als Einnahmequelle entdeckt hätten und fordert vor allem mehr „Transparenz bei den Gebühren“. Es gebe viele Ungereimtheiten und entsprechenden Klärungsbedarf. So sieht Raatz nicht ein, „dass wir als Läufer genauso behandelt werden wie der Motorsport“. Auch der Landessportbund habe sich dem Thema angenommen, das seit letzten Jahr „immer mehr in den Fokus“ gerückt sei.
Hoffnung auf Zulauf und Bestmarken
Leichtathletik: Der vierte Darmstadt-Marathon am Sonntag verspricht optimale Bedingungen – Wegen steigender Gebühren befürchtet Organisator Raatz, „dass uns die Kosten davonrennen“
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