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Gut gelaunt im Ziel: Auch wenn die Läufer vom Babenhäuser Lauftreff „Pitsche Dabber“ – rechts Hans Lennert – ihrem Mannschafts-Namen nach eher feuchtes Geläuf bevorzugen, hatten sie beim Darmstadt-Marathon sichtlich Spaß. Der Teamgedanke soll die Veranstaltung weiter beleben. Foto: Alexander Heimann
»Das muss erst noch in die Köpfe. Das braucht noch etwas Zeit«, räumte Wilfried Raatz ein. Der Organisator des Darmstadt-Marathons weiß, dass auch nach der dritten Auflage am Sonntag viel Arbeit vor ihm liegt, um seine Veranstaltung zu etablieren. Mit insgesamt 2146 gemeldeten Läufern - samt dem Mini-Marathon am Samstag - blieb die Resonanz hinter dem Vorjahr (2500) und hinter seinen persönlichen Erwartungen deutlich zurück. Auch das Interesse der Bevölkerung hielt sich in Grenzen. Der Lauf zog am Sonntagmorgen trotz des strahlenden Spätsommerwetters nur wenige Schaulustige ins Freie. Die meisten der Frühaufsteher, die an die Strecke kamen, waren Angehörige und Freunde der Aktiven oder Helfer. Ein eher trostloses Bild. Dabei hat sich Darmstadt mit seiner langen Tradition des Stadtlaufes und des Lauftreffs als gutes Pflaster für Läufer bewiesen. Doch gut' Ding will wohl Weile haben. »Das war in anderen Städten auch nicht anders«, betont Raatz, der ermutigende Signale bekam. Denn der Dreh- und Angelpunkt am Bürgerparkstadion - mit Zieleinlauf, Marathon-Messe und Versorgungsständen - erwies sich als Stimmungszentrum. Ein bisschen Familien-, ein bisschen Volksfest, das schon am Vortag mit den Nachwuchsläufen begann. Eine Mischung, die unter blauem Himmel gute Laune weckte. »Hier sind alle Altersklassen eingebunden«, strich Bürgermeister Wolfgang Glenz angesichts des Trubels auf dem Werferfeld am Stadion den Wert als »Mehr-Generationen-Veranstaltung« heraus. Und Necdet Bayram, mit seinem Autohaus einer der neu gewonnenen Sponsoren, ließ prompt das Versprechen folgen, die Zusammenarbeit »mindestens die nächsten zehn Jahre« fortzuführen. Das kam nicht zuletzt bei Wilfried Raatz gut an, der einschließlich Sachleistungen einen 100 000-Euro-Etat zu stemmen hat. Der Aufwand bei einem Marathon ist beträchtlich. Als Beispiel kann die medizinische Betreuung dienen, die das Rote Kreuz Darmstadt übernommen hatte. 60 Helfer mit drei Notärzten, waren laut Pressesprecher Marc Tempels im medizinischen Zentrum am Stadion und entlang der Strecke postiert. Um auch im Wald optimal motorisiert zu sein, standen auch geländegängige Fahrzeuge bereit. Bei nicht einmal einem Dutzend Behandlungen sei der Einsatz aber letztlich »ganz entspannt « verlaufen, so Tempels. Raatz weiß derweil, dass es »noch sehr, sehr großer Anstrengungen« bedarf, um seine Veranstaltung mit mehr Resonanz zum Erfolg zu führen. Er hatte einst nach der Premiere im Rahmen des internationalen Sparkassen-Marathons 2008, die mit dem großen Firmenlauf 6400 Läufer mobilisierte, von einem Potenzial von 4000 Teilnehmern für die nun eigenständige Veranstaltung gesprochen. Das bleibt Wunschdenken. Die Mundpropaganda der Läufer könnte helfen, die sich am Sonntag meist positiv über die Organisation äußerten - darunter so vielgereiste Läufer wie der deutsche 24-Stunden-Meister René Strosny (»Da bleiben keine Wünsche offen«) oder auch Seniorin Karin Risch von der LG Biebesheim Eschollbrücken Crumstadt, die sich als Helferin einbrachte, bevor sie die Altersklasse W 60 im Halbmarathon gewann. Kritik wurde von Staffelläufern laut, die ihre Wechselzonen nicht ausreichend gekennzeichnet fanden. Gerade für Ortsfremde ein Problem. »Auf jeden Fall können wir in manchen Bereichen noch besser werden«, räumte Raatz ein. Der Organisator sieht schließlich in den Staffelläufen mittelfristig Potenzial zur Belebung. Auch wenn es im neu eingeführten Wettbewerb »Team8er«, bei dem sich acht Läufer die Marathon-Strecke teilen, nur zwei Meldungen gab. »Ich glaube schon, dass das Zukunft hat«, setzt Raatz darauf, mit dem Angebot künftig mehr Einsteiger und noch größere Betriebsgruppen ansprechen zu können. Gerade in den Viererstaffeln trage der Teamgedanke, was viele Firmen mit ihrer Belegschaft zum Mitmachen bewege. Im Dutzend tauchten in den Meldelisten Unternehmens-Namen wie Software AG, ECHO oder Merck auf. Ein Trend. Doch Raatz zielt auch auf den Wettkampfsportler mit Meisterschaftsambitionen. Für 2012 hofft er auf den Zuschlag, um die Hessischen Halbmarathon-Meisterschaften einbinden zu können. Der Termin am ersten September-Wochenende habe sich ja inzwischen eingependelt.
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