Trotz erheblicher Personalsorgen beherrschte am Wochenende der TV Fränkisch-Crumbach in der Handball-Landesliga Derbygegner TSV Modau in der Schlussphase und gewann mit 39:34. Ligakonkurrent MSG Böllstein/Wersau muss nach der frustrierenden 22:37-Niederlage gegen Lampertheim weiter auf die ersten Zähler warten.
TV Fränkisch-Crumbach – TSV Modau 39:34 (22:20). Fränkisch-Crumbach bleibt in eigener Halle ungeschlagen. Dabei feierte das Team von Trainer Bernd Roos den fünften Heimsieg im fünften Spiel. Mit 12:4 Punkten rangieren die Südhessen nun auf dem vierten Tabellenplatz mit zwei Zählern Rückstand auf Primus Babenhausen. Wie lange der Oberliga-Absteiger allerdings mit solch einer dünnen Spielerdecke in der Spitze mithalten kann, wird sich noch zeigen müssen.
Gegen Modau verblieben nach dem Ausfall von Moritz und Robin Göbel sowie Daniel Keil noch acht Feldspieler. Dabei sah es besonders im ersten Durchgang eher so aus, als würde es ein ganz enges Ding werden. Trotz treffsicherer Offensive mit Toren führten die Gersprenztaler lediglich 22:20 zur Pause. „Da haben wir noch keine Stabilität in der Abwehr gefunden. Außerdem war die Rückwärtsbewegung ungenügend“, erkannte Bernd Roos. Modau kam mit seinem Taktgeber Andreas Wolf (5) und Linkshänder Peter Grimm (8) zu einfachen Treffern nach Kreuzbewegungen über die zweite Angriffswelle zwischenzeitlich zur 7:4-Führung. Auch weil der ehemalige Crumbacher Keeper Marco Zimmer stark hielt.
Nach dem Wechsel lief es nach einigen Umstellungen im Defensivverband besser. Die Odenwälder erhöhten nach 40 Minuten den Angriffsdruck, während sich bei Modaus jungen Talenten Fehler einschlichen. Nach dem 26:26 (40. Minute) verschaffte sich der TV Fränkisch-Crumbach besonders dank seiner treffsicheren Rumänen einen wichtigen Vorsprung (29:26). Das osteuropäische Trio mit dem sehr präsenten Ciprian Jeler, Iulian Sandru und Gabor Kovaci markierte 25 der 39 TV-Tore.
Selbst eine dreifache Unterzahl reichte den Ober-Ramstädtern nicht mehr, um aufzuschließen. „Nach der Pause hat die Mannschaft tadellos gespielt“, lobte Bernd Roos Tore: Jeler 9, Sandru 9/1, Kovaci 7, Lieb 7, Alex Seipel 3, Schümann 4, Zuschauer: 300.
MSG Böllstein/Wersau – TV Lampertheim 22:37 (6:18). Kollektiver Ausfall beim Schlusslicht. Anstatt eines ersehnten Erfolgs setzte es eine heftige Schlappe. Von Beginn an fehlte dem Aufsteiger der nötige Glaube an eine Wende. Nervosität, negative Körpersprache, keine Spur von Selbstvertrauen. Bereits nach zehn Minuten musste Trainer Armin Lehn nach dem 1:7 die Reißleine ziehen. Die Auszeit brachte nicht viel, nach dem 5:10 folgte das 5:14. Dabei enttäuschten die Odenwälder vornehmlich in der Offensive. Anstatt im Kollektiv die gegnerische Abwehr auszuspielen, gab es nur Einzelaktionen. Die unvorbereiteten Würfe waren leichte Beute für TV-Keeper Matthias Hümmer. Gerade einmal fünf Feldtore gelangen den Wersauern im ersten Durchgang.
Armin Lehn war fassungslos. „Wir bekommen überhaupt keinen Druck vom Verein. Deshalb verstehe ich nicht, warum die Spieler immer wieder verkrampfen, anstatt locker aufzuspielen“, rätselte der Übungsleiter, der laut Wersaus Vorsitzendem Jens Becker den sichersten Job in Deutschland besitzt. Erst als nach dem 12:28 der Tiefpunkt erreicht war, wurde der Tabellenletzte besser. So gestaltete sich die Schlussphase ausgeglichen. Kommenden Samstag (12.) erwartet die MSG den starken Mitaufsteiger Gelnhausen II.
Tore: Heisel 5/4, Seibert 3, Ripper 3, Christian Meisinger 3, Göttmann 3, Back 3, Mößinger und Fuhrland, Zuschauer: 200.
Bezirksoberliga
TV Bürgstadt – MSG Odenwald 36:28 (18:17). Es war eine hochklassige Begegnung in der proppenvollen Kirchbrombacher Sporthalle. Dabei präsentierte sich der Landesliga-Absteiger gegen das wohl stärkste Team der Liga besser, als es das Endergebnis vermuten lässt. Besonders im ersten Durchgang war die MSG auf Augenhöhe mit den Unterfranken. Die Abwehr arbeite stark, trotz der 18 Gegentreffer. Der Vorsprung wechselte ständig, so führten die Gastgeber 7:5 (10.), um nur wenige Minuten später wieder in Rückstand zu geraten (9:12). Große Hoffnung beim Gang in die Kabinen, eine Überraschung lag in der Luft. Die Euphorie wurde nach dem 20:18 noch größer, verpuffte dann aber ganz schnell.
Denn die Brombachtaler leisteten sich vier Ballverluste in der Vorwärtsbewegung in Folge. Allesamt rausgefangen vom flinken Philip Fleischmann (8), der neben Lars Berberich (10) äußerst torgefährlich war. „Da haben wir die Partie verloren. Bürgstadt war obenauf, meine Jungs waren am Boden“, resümierte Trainer Andre Seitz die bitteren Minuten. Nach 48 Minuten keimte beim 21:24 noch mal Hoffnung, aber die Unterfranken waren letztlich dann doch zu stark. Zudem fehlte in der fehlerbehafteten Schlussphase Routinier Daniel Mäußler, der grippegeschwächt nur kurz zum Einsatz kam.
MSG-Tore: Vongries 8, Phillip Meisinger 5/3, Schäfer 4, Hartmann 3, Nico Jöckel 2, Uhrig 2, Schmid, Erdogan, Walther und Mäußler, Zuschauer: 200.
Tadellose Leistung nach der Pause
Handball: Rumänen-Trio führt TV Fränkisch-Crumbach zum Sieg – MSG Böllstein/Wersau versagt auf der ganzen Linie
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