Es ist der klassische Vergleich David gegen Goliath. Am Samstag stellt sich der Tabellenführer HSG Hanau in der Sporthalle Brombachtal bei der MSG Böllstein/Wersau vor. Die Spielgemeinschaft der Stammvereine aus Hanau, Steinheim und Kesselstadt hat vor der Saison einiges investiert, um sich für den Aufstieg zu rüsten. Spektakulärste Neuzugänge sind Andreas Neumann (zuvor TSG Groß-Bieberau) und Kevin Dannwolf (HSG Pohlheim). Mittlerweile hat Martin Coors, der bekanntlich die vier Jahre davor beim TV Fränkisch-Crumbach an der Seitenlinie gestanden hatte, alle Neuzugänge integriert. Nach der überraschenden Niederlage der SG Babenhausen in Lampertheim (31:34) sind die Hanauer aktuell Tabellenführer. Die Ausgangslage ist also vollkommen klar, für die MSG Böllstein wird es wohl erneut nichts zu ernten geben. Trainer Armin Lehn hat den Kontrahenten mehrfach beobachtet und bleibt daher realistisch. „Hanau hat eine richtig gute Mannschaft. Besonders gegen den groß gewachsenen Mittelblock wird es schwer. Wir wollen uns weiterentwickeln und dann eine Woche später gegen Nieder-Roden II noch mal alles probieren“, erklärt der Coach.
Für den Übungsleiter ist der Vergleich mit dem Favoriten auch etwas besonderes. „Wann können unsere Jungs schon mal gegen so starke, erfahrene Handballer spielen? Ich denke, wir werden einen großen Kampf liefern und unseren Zuschauern zeigen, dass die Runde noch lange nicht gelaufen ist.“ Dabei kann er seinen kompletten Kader aufbieten.
Für den TV Fränkisch-Crumbach mit seinem kleinen Kader neigt sich die Vorrunde endlich dem Ende. Am Samstag (17.30 Uhr, Sporthalle Wiesbadener Straße) muss das Team von Trainer Bernd Roos aber noch die schwierige Auswärtshürde in Nieder-Roden meistern. Die Oberliga-Reserve ist bestückt mit zahlreichen Talenten, welche von den regionalliga-erfahrenen Andreas Knaf (Spielertrainer) und John Meincke geführt werden. Tempospiel und hohe Disziplin im Angriff zeichnen den Tabellensechsten (13:9 Punkte) aus. Kaum zu stoppen ist bisher der junge Torjäger Rene Schrod (schon 92 Saisontreffer).
Hinten setzt die HSG zumeist auf eine aggressive 6:0- Formation, auch weil sie mit Jens Rhein und Ingo Hölscher über starke Torsteher verfügt. „Deshalb müssen wir sehr konzentriert abschließen. Fehlwürfe sind Gift gegen diesen schnellen Gegner. Stehen wir erst mal in unserer Positionsabwehr, mache ich mir hingegen weniger Gedanken. So viel Gefahr aus der Distanz übt die HSG auch nicht aus“, sagt Bernd Roos über den Konkurrenten.
Überhaupt sehnt der ehemalige Nationalspieler die Weihnachtspause herbei. „Mental wird es Zeit für eine Spielpause. Nicht nur für die Spieler, auch für mich“. Zufrieden sein kann Roos mit der Vorrunde allemal. Mit Tabellenplatz vier steht der Oberliga-Absteiger trotz der Personalprobleme da, wo er eigentlich auch hingehört: in die Spitzengruppe der Landesliga.
Die MSG Odenwald muss am Samstag (20 Uhr, Sporthalle Großwallstadt) eine Klasse tiefer beim Tabellenletzten TV Großwallstadt II antreten. Das hatten sich die Großwallstädter Verantwortlichen wohl anders vorgestellt. Eigentlich sollte die Bundesliga-Reserve oben mitspielen. Nach einer völlig misslungenen Vorrunde finden sich die Unterfranken um den starken Torwart Klaus Adrian auf dem letzten Rang wieder. „Das macht Großwallstadt nur noch gefährlicher“, rechnet MSG-Trainer mit viel Gegenwind.
Dabei fordert er ein deutlich größeres Engagement ein als bei der enttäuschenden 30:37-Pleite vor zwei Wochen in Babenhausen zutage trat. „Ich erwarte eine positive Reaktion. Solch einen kollektiven Blackout dürfen wir uns nicht noch mal leisten“, fordert Seitz. „Bei unseren Ansprüchen müssen wir einfach gewinnen.“
Siegchancen nicht viel besser als null
Handball – : Die MSG Böllstein/Wersau erwartet am morgigen Samstag den Tabellenersten aus Hanau
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

Merken
|














