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29. November 2011  | kad

Sebastian Lieb macht den Unterschied

Handball: TV Fränkisch-Crumbach gewinnt das Landesliga-Derby bei der MSG Böllstein – MSG Odenwald patzt auswärts

| Vergrößern | Umkämpftes Derby: Sebastian Back (links) und Florian Ripper von der MSG Böllstein/Wersau stoppen den Fränkisch-Crumbacher Ciprian Jeler. Der TV Fränkisch-Crumbach entschied das Derby der Landesliga knapp zu seinen Gunsten. Foto: Herbert Krämer


Dank individueller Überlegenheit entschied der TV Fränkisch-Crumbach am vergangenen Samstag das Derby der Handball-Landesliga bei der MSG Böllstein/Wersau für sich. Bezirksoberligist MSG Odenwald enttäuschte bei der Landesliga-Reserve der SG Babenhausen auf der ganzen Linie.
MSG Böllstein/Wersau – TV Fränkisch-Crumbach 29:31 (13:17). Richtig spannend war es nur selten in der proppenvollen Kirchbrombacher Sporthalle. Das tat der guten Stimmung der über 200 Zuschauer keinen Abbruch, denn beide Mannschaften boten engagierten Handball. Die MSG war leistungsmäßig nahe dran am Oberliga-Absteiger. In den entscheidenden Phasen fehlte es dem Schlusslicht allerdings an der nötigen Durchschlagskraft gegen den kompakten 6:0-Abwehrblock der Gersprenztaler. Besonders in den Phasen, als den torgefährlichen Rückraumspielern Benjamin Göttmann (10 Tore) und Florian Ripper (4) die Luft ausging.
Die erst genesenen Christian Meisinger und Christoph Daum konnten die beiden Unruheherde nicht adäquat ersetzen.
Alles in allem waren die Gäste individuell einfach stärker und erfahrener besetzt. Diesen Nachteil machte die MSG Böllstein lange mit viel Kampf und Tempospiel wett. So entwickelte sich das flotte Derby auf Augenhöhe. Den ersten größeren Rückstand von 7:10 egalisierte der Aufsteiger umgehend. Erst nach 25 Minuten ließen aufgrund des hohen Tempos die Kräfte nach.
Der TV Fränkisch-Crumbach spulte sein Programm runter, im Angriff wurde erfolgreich für den treffsicheren Sebastian Lieb (11) abgeräumt. Eine Variante, der die MSG-Abwehr etwas ratlos gegenüberstand. „Wir waren zu spät dran. Da fehlte es an Beweglichkeit in der Seitwärtsbewegung“, kritisierte Trainer Armin Lehn. Trotzdem fand der Böllsteiner Coach in der Kabine scheinbar die richtigen Worte.
Mit einer offensiven Abschirmung, wechselweise gegen Tobias Schümann und Sebastian Lieb, arbeiteten sich die Gastgeber in der 36. Minute auf 18:19 heran. Der Ausgleich gelang indes nicht, auch nicht beim 20:21 (40.) und beim 27:28. Zwei Pfostentreffer besiegelten die zehnte Niederlage im zehnten Spiel. Da waren noch sieben Minuten zu spielen. Der Turnverein konterte zum 27:30.
Nach der Partie wirkten die Zuschauer beider Lager recht zufrieden. Schließlich hatte sich der Underdog gut verkauft gegen ein Team aus dem oberen Tabellendrittel. TV-Trainer Bernd Roos lobte den Kontrahenten, stellte besonders den MSG-Torstehern Christoph Bonk und Lukas Fröhlich ein gutes Zeugnis aus. „Die MSG ist weiter als zum Saisonstart. Heute haben wir aber verdient gewonnen, auch weil wir nie zurücklagen“, bilanzierte Roos, der Sebastian Lieb als seinen Matchwinner bezeichnete. „Er hat sich von Woche zu Woche gesteigert und ist endlich wieder der Alte.“
Armin Lehn bilanzierte: „Auch wenn wir erneut mit leeren Händen dastehen, es hat allen Spaß gemacht. Für unsere Verhältnisse sind wir weitergekommen.“ Zwei Heimspiele haben seine Schützlinge noch in diesem Jahr. MSG-Treffer: Göttmann 10, Ripper 4, Heisel 5/3, Fuhrland 3, Kaiser 3, Christian Meisinger 2 und Janßen 2. TV-Torschützen: Lieb 11, Alex Seipel 7/3, Jeler 6, Sandru 4/1, Kovaci 2 und Schümann.
Bezirksoberliga
SG Babenhausen II – MSG Odenwald 37:30 (17:11)
. Auch am Montagmorgen war Andre Seitz noch restlos bedient vom Auftritt seiner Mannschaft. „Babenhausen hat uns vorgemacht, dass sich Einsatz und Engagement auszahlen. Letzte Woche genial, diesen Sonntag unterirdisch. Das muss man erst mal verdauen“, erklärte der enttäuschte Übungsleiter.
Nur der Spielauftakt (3:1) der Odenwälder war nach Maß. In der 22. Minute sorgte der 9:11-Rückstand anscheinend für Frust bei den MSG-Akteuren, denn anschließend häuften sich unnötige Fehlwürfe. Noch schlimmer, anstatt unmittelbar in die Rückwärtsbewegung umzuschalten, wurde mit den Schiedsrichtern diskutiert. Bis zur 34.Minute lief die Partie nun völlig vorbei am Landesliga-Absteiger. Der Aufsteiger hingegen war hellwach, erzielte in dieser Phase einen komfortablen 20:12-Vorsprung. Danach kam die MSG nicht mehr zurück. „24 Fehlwürfe, darunter fünf Siebenmeter, und zwölf technische Fehler, damit kann man kein Handballspiel gewinnen“, war Seitz ratlos. „Alles, was wir versucht haben, hat einfach nicht funktioniert.“ Von seiner Kritik schloss er seinen Regisseur Daniel Mäußler aus. Der Spielmacher ging dahin, wo es wehtat und markierte neun Treffer. Kommendes Wochenende ist die MSG spielfrei. Die Partie gegen den TV Groß-Umstadt II wurde in den Januar verlegt.
Tore: Mäußler 9, Vongries 4, Phillip Meisinger 4, Uhrig 3, Hartmann 2, Schädler 2, Schmidt 2, Zuschauer: 100.

 
 
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