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20. Januar 2012  | kaf

Ein Titelanwärter stellt sich vor

Handball – TV Fränkisch-Crumbach erwartet die SG Babenhausen – MSG Böllstein hat SV Erbach zu Gast

| Vergrößern | Ballabgabe: Sebastian Schäfer (rechts) von der MSG Odenwald im (verloren gegangenen) Heimspiel gegen die ESG Dieburg. In der Bezirksoberliga gastieren die Odenwälder morgen beim TV Michelbach. Foto: Herbert Krämer


Am Sonntagabend steht der TV Fränkisch-Crumbach in Reichelsheim (18 Uhr) gegen die SG Babenhausen vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Babenhausen steht punktgleich (22:4) mit der HSG Hanau (24:4) bei einer Nachholpartie ganz oben. Nun darf sich die ambitionierte Mannschaft von Trainer Christian Seeliger eigentlich keinen Patzer mehr erlauben. Zu stark präsentierte sich Titelkontrahent HSG Hanau zuletzt. In den vergangenen Partien lief es allerdings nicht rund beim Tabellenzweiten, auch Sonntag gegen Bonsweiher gab es Probleme im Spielaufbau. Dabei fehlte es der ansonsten so vorzüglichen ersten und zweiten Angriffswelle an Spritzigkeit und letzter Konsequenz.
Andererseits sind die beiden torgefährlichen Linkshänder Sebastian Binder und Jonas Müller nach langen Verletzungen zurückgekehrt. Während beim Favoriten mehr Spieler zur Verfügung stehen, als auf den Spielbericht passen, sieht es beim Turnverein personell wieder ganz düster aus. Sebastian Lieb und Alexander Seipel werden laut Trainer Bernd Roos zu „99 Prozent“ fehlen. Verbleiben also wieder nur acht Feldspieler.
„Natürlich sind wir Außenseiter. Aber wir haben genügend Qualität, um die Partie sehr lange offen zu halten. Nur wenn der Rückstand frühzeitig sehr hoch ist, wird es mit nur acht Spielern mental ganz schwer, dagegenzuhalten“, sagte Roos. Besonders beeindruckt ist er vom Auftreten der Spielgemeinschaft und dem hohen Tempo in der Vorwärtsbewegung. „Die wollen jedes Spiel gewinnen – und so präsentieren sie sich auch.“
Klappt es am Samstagabend mit dem ersten Erfolgserlebnis für die MSG Böllstein/Wersau? Dann erwartet das Landsliga-Schlusslicht in Groß-Bieberau (19.30 Uhr, Großsporthalle „Im Wesner“) den Drittletzten SV Erbach (10:18 Punkte). Erst am letzten Spieltag rutschte Erbach nach dem Erfolg der TuS Griesheim gegen Lampertheim auf den ersten Abstiegsplatz. Nun stehen die Bergsträßer mit dem Rücken an der Wand, auch weil wegen fehlender Schiedsrichter noch drei Punkte verloren gehen. Bereits im Hinspiel (32:34) konnten die Odenwälder lange mithalten; zudem weckt die gute Vorstellung vergangene Woche beim TSV Modau Hoffnungen auf Zählbares.
Trotz der unglücklichen 33:35-Pleite war Trainer Armin Lehn mit Einsatz und Engagement hochzufrieden. „Das hat schon gut ausgesehen. Leider waren immer noch zu viele kleine individuelle Fehler in unserem Aufbauspiel. Die haben gegen Modau den Ausschlag gegeben.“ Ein Sieg wäre auch für Routinier Florian Ripper ein schöner Saisonabschluss. Der oberliga-erfahrene Aufbauspieler bestreitet sein letztes Saisonspiel. Am 31. Januar folgt dann eine Operation am lädierten Knie. Christian Fuhrland weilt noch beruflich in Schweden, auch Tobias Kaiser muss passen (Bachelor-Prüfung). Trotzdem ist Armin Lehn zuversichtlich „Der Druck liegt ganz alleine bei Erbach, während wir ganz befreit aufspielen können“.
Bezirksoberligist MSG Odenwald hat am Samstag (20 Uhr, Kahltalhalle) beim TV Michelbach eine schwierige Hürde zu bewältigen. Nach dem katastrophalen Auftritt gegen die ESG Dieburg/Groß-Zimmern bedarf es allerdings einer gehörigen Leistungssteigerung. Bei der 28:28-Pleite fehlte es den Brombachtalern am nötigen Einsatz und auch an geistiger Frische.
Heute Abend findet eine Spielersitzung statt. Trainer Andre Seitz verspricht einige Veränderungen. Wenn alles klappt, soll es auch eine weitere Übungseinheit geben. „Ich erwarte, dass jetzt alle voll mitziehen. Die Trainingsbeteiligung wird sich auch auf dem Spielfeld auswirken. In Michelbach müssen wir den ersten Schritt in eine positivere Richtung machen“, fordert der Trainer deutlich mehr Engagement als zuletzt. „Wir haben gut ausgebildete Spieler. Die eigentlich nur ihre Qualitäten abrufen müssen. Aber ohne Kampf geht es in dieser Klasse nicht.“
Der TV Michelbach hat nur einen Zähler (11:17) weniger als die MSG auf dem Konto, ist aber nur Drittletzter. Im Hinspiel gelang es, Michelbachs Antreiber und Torjäger Stefan Noll auszuschalten. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Allerdings fehlen der MSG Odenwald mit Jens Muntermann und Phillip Meisinger wichtige Spieler.

 
 
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