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14. Juni 2011  | dpa

Zuschauer-Bestmarke in Mannheim

Fußball: 18 313 Fans feiern die Oberliga-Meisterschaft des SV Waldhof – Im Februar noch zehn Punkte Rückstand auf Nöttingen – Fernziel ist die Dritte Liga

| Vergrößern | Volle Ränge: 18 313 Fans sorgen in Mannheim für einen Zuschauerrekord für die fünfte Liga. Foto: Jan Hübner


Jahrelang war Waldhof Mannheim so etwas wie der Inbegriff des Krisenclubs. 2003 wurde der ehemalige Fußball-Bundesligist von der zweiten in die vierte Liga durchgereicht. Später ermittelte mal die Staatsanwaltschaft gegen frühere Funktionäre, mal streikten die Spieler wegen ausstehender Gehälter. Der Pfingstsamstag muss auf die so treuen wie leidgeprüften Waldhof-Fans wie eine Entschädigung gewirkt haben: 18 313 Zuschauer sorgten für einen neuen Rekord bei einem Fünftliga-Spiel in Deutschland. Und sie feierten nach dem 6:0-Sieg gegen den FV Illertissen den Wiederaufstieg des Traditionsvereins in die Regionalliga.
„Ich habe beim SVW als Fünfjähriger mit dem Fußball begonnen. Dem Verein jetzt einen Titel und die Regionalliga-Zugehörigkeit zurückgeben zu können, ist einfach schön. Das ist eine Meisterschaft, die auch mein Herz berührt“, meinte Trainer Reiner Hollich. Auch der Sportliche Leiter Günter Sebert sagte: „Dieser Aufstieg ist sicher ganz hoch einzuordnen.“
     Der Mannheimer Aufstieg hätte aber auch ohne den Zuschauerrekord etwas Sensationelles an sich gehabt. 2010 musste Sebert nach dem Lizenzentzug in der Regionalliga aus dem Nichts eine neue Mannschaft aufbauen. Noch Ende Februar lag das Team in der Tabelle zehn Punkte hinter dem FC Nöttingen zurück.
„Nach 17 Spielen ohne Niederlage sind wir verdient aufgestiegen. Das Tor war mein Abschiedsgeschenk für die überragenden Fans“, sagte Stürmer Hans Kyei, der gegen Illertissen das 4:0 erzielte und nun zum VfL Bochum II wechselt.
Das neue Präsidium trat vor sechs Monaten mit dem Ziel an, den Verein binnen fünf Jahren zumindest in die Dritte Liga zu führen. „Wenn wir schon früher als geplant den Aufstieg erreichen, wollen wir sicher nicht vier Jahre in der Regionalliga verharren“, sagte Präsident Steffen Künster dem „Mannheimer Morgen“. „Aber der Fußball ist nicht planbar. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass in Mannheim und der Region wieder positiv über den SV Waldhof gesprochen wird. Das Vertrauen in den Verein kehrt zurück. Das war eines unserer ersten Ziele.“

 
 


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