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24. Mai 2011  | Von wolfgang knöss

Stuttgarter Kickers: Auf langes Warten folgt tiefe Enttäuschung

Stuttgart gewinnt in Frankfurt 2:0, kann sich aber kaum freuen


„Wir sind schon etwas enttäuscht, denn lange hat es ja so ausgesehen, als ob Worms gegen Darmstadt etwas holen könnte. Aber das konnten wir nicht beeinflussen.“ Guido Buchwald, Präsidiumsmitglied der Stuttgarter Kickers, war die Ernüchterung deutlich anzusehen. Der späte Siegtreffer der Lilien in Worms hatte den Sprung seiner Mannschaft auf Platz eins der Regionalliga auf den letzten Drücker verhindert, die Schwaben gehen mit zwei Punkten Rückstand in das letzte Spiel und müssen so auf einen Ausrutscher der Darmstädter hoffen.

Dabei hatte es für die Kickers am Samstag lange gut ausgesehen. Nicht nur, dass sie beim FSV Frankfurt II souverän mit 2:0 (1:0) gewannen, spätestens als die Nachricht vom Wormser Führungstreffer die Runde machte, kannte der Jubel bei den rund 400 mitgereisten Stuttgartern keine Grenzen mehr. Zusätzliche Freude brachte der Auftritt der eigenen Mannschaft, die durch zwei Treffer von Ugur Yilmaz (31./60.) die eigenen drei Punkte sicherte, phasenweise guten Fußball bot und deutlicher hätte gewinnen müssen.
Doch die schlechte Chancenverwertung ärgert die mitgereisten Anhänger wenig. Nach dem Abpfiff galt es nur noch zu warten, da in Worms deutlich später angepfiffen worden war. Niemand verließ den Fanblock oder den Innenraum, Mannschaft, Verantwortliche und Fans hofften gemeinsam auf eine gute Nachricht aus Worms. Dort stand es lange 1:1, ein Resultat, das den Stuttgartern die Tabellenführung beschert hätte. Was die Anhänger in ihrer Vorfreude mit Gesängen feierten.
Doch es folgte der Beweis, dass 400 Fußballfans tatsächlich still sein können.
Für diesen eher seltenen Fall sorgte der Stadionsprecher: „Der SV Darmstadt 98 hat in der 88. Minute das 2:1 erzielt.“ In den folgenden Sekunden hätte man buchstäblich die berühmte Stecknadel fallen hören können, die Fans verließen die Ränge, die Spieler kopfschüttelnd den Rasen. „Schade“, war überall zu hören.
Anders sah es Dietmar „Atze“ Rompel, zuletzt Trainer beim SV Wehen Wiesbaden II und in der Saison 1993/94 Spieler am Darmstädter Böllenfalltor. „Für die Stadt Darmstadt und die Region wäre es super, wenn der SV 98 aufsteigt. Die Mannschaft hat eine tolle Rückrunde gespielt und steht verdient oben. Auch wenn sie von den Insolvenzen in Weiden und Ulm profitiert hat“, so Rompel, der besonders an einen seiner ehemaligen Spieler denkt: „Für Sascha Amstätter freut es mich sehr, denn das ist einfach ein prima Kerl.“

Klar verteilt sind die Sympathien auch bei Oscar Corrochano. Der ehemalige Lilien-Spieler und jetzige Trainer von Eintracht Frankfurt II drückt den Darmstädtern die Daumen und sieht sie sportlich auch vorn: „Die Mannschaft ist stärker als Stuttgart.“
Guido Buchwald aber hat ein wenig Hoffnung, dass sich am letzten Spieltag noch etwas ändert. „Memmingen wird die Punkte nicht an Darmstadt verschenken“, glaubt der ehemalige Nationalspieler und lobte: „Wir haben eine tolle Rückrunde gespielt und heute in Frankfurt eigentlich ein Heimspiel gehabt“, so Buchwald angesichts der mitgereisten Fans.
Zweifellos richtig, aber relativ, blickt man auf die über 3000 Darmstädter in Worms. So sah es auch Oscar Corrochano: „Alleine schon wegen der Fans muss Darmstadt aufsteigen.“
Tore: 0:1 Yilmaz (31.), 0:2 Yilmaz (60.). Schiedsrichter: Thomas Methen (Mechernich). Zuschauer: 670. Besonderes Vorkommnis: Rombach (FSV) hält Foulelfmeter von Ivanusa (56.).

 
 


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