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29. Dezember 2011 Von Heiko Weissinger

Rüsselsheimer Markus Weidner macht Karriere beim DFB

DfB - – Der aus Rüsselsheim stammende Markus Weidner reist in Sachen Fußball um die Welt und leitet die Trainerausbildung

| Vergrößern | Weltreisender in Sachen Fußball: Markus Weidner ist DFB-Abteilungsleiter für internationale Beziehungen und Trainerausbildung. Foto: DFB

„Während meine Freunde für Stereoanlagen gespart haben, habe ich als junger Mensch immer Flüge gebucht, wenn ich etwas Geld hatte. Andere Länder und Kulturen kennenzulernen, hat mich schon immer fasziniert.“ Markus Weidner steht vor einer riesigen Weltkarte in seinem Büro und lässt Blick und Gedanken schweifen. „Wie viele Länder ich schon bereist habe? 50 waren es mindestens, vielleicht auch 80. Ich habe drei Reisepässe, weil mindestens einer immer bei der Visa-Stelle ist.“
Für den in Rüsselsheim aufgewachsenen ehemaligen Oberliga- und Regionalliga-Fußballer (Spvgg. Bad Homburg, Rot-Weiß Walldorf, SV Wiesbaden, SV Wehen, SV 07 Raunheim) gehören (Fern)-Reisen zum Alltag: Er ist als Abteilungsleiter des DFB nicht nur für die Trainerausbildung zuständig, sondern auch für internationale Beziehungen. „In diesem Jahr war ich 110 Tage in der Welt unterwegs. Für mich hat sich ein Traum erfüllt.“
Burkina Faso, Guyana, Trinidad und Tobago, Swasiland – Weidners Reiseziele sind selten in den Katalogen der Pauschalreiseveranstalter zu finden. Und seine Aufgaben sind ähnlich vielfältig: Mal begleitet er die DFB-Traditionsmannschaft zu Spielen, mal die Studenten-Nationalmannschaft. Während der Fußball-WM 2006 tourte Weidner mit dem chinesischen Sportminister eine Woche lang durch Deutschland, in Frankreich nahm er an einem Austausch mit französischen und deutschen Auswahltrainern (Nationaltrainerstab) teil, in Mosambik eröffnete er ein Fußballzentrum in einem Armenviertel, und einem fußballbegeisterten Stammesführer in Burkina Faso überreichte er mit dem deutschen Botschafter ein Nationaltrikot.
Vor wenigen Wochen zählte der Dreiundvierzigjährige in Libyen zu einer Delegation mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler an der Spitze und führte Gespräche über eine Kooperation mit dem dortigen Fußballverband. „Schwerpunkt unserer Entwicklungsarbeit in allen Erdteilen sind Talentförderung, Trainer- und Schiedsrichterausbildung sowie Administration“, sagt Weidner. Und: „Die Sportförderung kann mit geringen finanziellen Mitteln viel bewirken, manchmal mehr als die Politik.“
Für den DFB-Abteilungsleiter ist Sportförderung auch „ein Instrument zum Abbau von sozialen Spannungen und für Friedenssicherung.“ Als Beispiel nennt er das von DFB und Auswärtigem Amt organisierte Turnier „Four Countries 4 Peace“, an dem Mannschaften aus den Nachbarländern Ruanda, Kongo, Burundi und Uganda teilnahmen.
Rund 30 DFB-Trainer werden unter der Regie Weidners regelmäßig zu Einsätzen ins Ausland entsandt. „Wichtig ist bei dieser Arbeit die Nachhaltigkeit“, sagt Weidner. „Oft gibt es ein Projekt, und danach passiert nichts mehr.“ Ziel sei es, „dass unsere Partner selbst auf die Beine kommen“. Deshalb bietet der DFB auch seit 1976 ausländischen Trainern in Deutschland Lehrgänge an.
Während Frank Wormuth als Leiter der Fußballlehrer-Ausbildung beim DFB verantwortlich für die Arbeit auf dem Trainingsplatz ist, kümmert sich Markus Weidner als Abteilungsleiter Trainerausbildung um alles, was außerhalb des Platzes anfällt: Budgetierung, Lehrgangsplanung, Personal, „den ganzen administrativen Bereich“.
Seit zehn Jahren wohnt Weidner, der beim SC Opel mit dem Fußballspielen begann, in Erzhausen. Seiner Heimatstadt ist er aber immer noch verbunden: Jeden Samstag spielt er mit den Äppelwoi-Kickers, den Freizeitfußballern der SG Eintracht Rüsselsheim, auf dem Platz am Ostpark. Wenn er nicht gerade in Port of Spain, Lesotho oder Johannesburg unterwegs ist.

 
 


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