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31. Januar 2012  | dpa

Löw: Kein „Alles-oder-Nichts-Jahr“ für die Nationalmannschaft

Bundestrainer Löw denkt auch über die EM 2012 hinaus

| Vergrößern | Joachim Löw Foto: dpa
MÜNCHEN. 

Bundestrainer Joachim Löw hat das EM-Jahr mit einer Liebeserklärung an sein junges Team eröffnet. Zugleich warb der Einundfünfzigjährige im Rahmen der Marketingtage der Nationalmannschaft in München eindringlich dafür, die Generation um Jungstars wie Mesut Özil, Mario Götze oder Thomas Müller nicht nur am Titelgewinn bei der Fußball-Europameisterschaft im Sommer zu messen.
„Ich bin weit davon entfernt, dass 2012 ein Alles-oder-nichts-Jahr für unsere Nationalmannschaft wäre“, erklärte Löw. „Der große Favorit ist nach wie vor Spanien. Wir gehören zum Favoritenkreis dazu.“ Die Rolle des Mitfavoriten nehme das Team um Kapitän Philipp Lahm auch an. „Damit leben wir. Wir haben ja auch große Ziele. Daran werden wir aber nicht scheitern und zerbrechen“, verkündete Löw.
Die besten Jahre, so lautete die Botschaft von Löw, kommen womöglich erst nach 2012. Der noch bis zur WM 2014 in Brasilien vertraglich an den DFB gebundene Coach warb eindringlich für Kontinuität – unabhängig vom Ergebnis beim Turnier in Polen und der Ukraine. „Egal, wie die EM ausgeht, muss man danach keinen völligen Umbruch, keinen Schnitt machen“.
Löw gerät förmlich ins Schwärmen, wenn er im Münchner Teamhotel über die Perspektiven des deutschen Fußballs spricht. Talente wie Götze (19), Özil (23), Toni Kroos (22) oder Mats Hummels (23) könnten noch bis zur WM 2022 in Katar spielen. „Die Mannschaft steht erst am Anfang ihrer Entwicklung. Selbst Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm können noch 2014 oder 2016 Turniere spielen“, erklärte Löw. Der letzte deutsche Titelgewinn gelang 1996 bei der EM in England.
Trotz aktueller Verletzungen von Götze (Schambein) und Lukas Podolski (Bänderanriss), die er mit Blick auf die EM als „nicht dramatisch“ einstufte, fühlt sich Löw in einer paradiesischen Situation. „Die Spieler haben Spaß miteinander, trotz ihres Konkurrenzkampfes in der Liga“, sagte Löw mit Blick auf die Nationalspieler der Bundesliga-Titelkonkurrenten Bayern, Dortmund, Schalke und Gladbach. „Ich glaube nicht, dass es bis zum Schluss ein Vierkampf bleibt. Bayern und Dortmund werden sich nach und nach entfernen von Schalke und Gladbach.“
Löw begrüßt „die Spannung in der Liga“. Seine Gedanken kreisen aber schon um die EM-Mission im Sommer. „Die Spannung steigt jede Woche, jeden Monat mehr“, gestand er. Der Kandidatenkreis für die 23 Plätze im EM-Kader umfasse rund 25 bis 30 Spieler. Aufsteigern wie dem Gladbacher Patrick Herrmann (20) gibt der Bundestrainer aber praktisch keine EM-Chance mehr. „Jemand, der noch auf den Zug aufspringen will, muss fantastisch gut spielen. Wir sind im Moment gut besetzt.“
Der enge Zeitplan mit TV-Spots und Foto-Shootings ließ Löw in München kaum Zeit, um die 23 angereisten EM-Kandidaten auf die EM einzuschwören. „Die erste Einstimmung erfolgt beim Länderspiel gegen Frankreich.“ Die Partie am 29. Februar in Bremen ist die einzige vor der Nominierung des EM-Kaders Anfang Mai. Löw: „Das Spiel hat aber nicht die allerhöchste Stufe der Wichtigkeit. Es spielt im Mai keine Rolle mehr. “

 
 


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