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02. Januar 2012  | dpa

Diesmal soll es der Titelgewinn sein

Fussball-Nationalmannschaft – Bundestrainer Joachim Löw sieht viele Alternativen für seinen EM-Kader

| Vergrößern | Bundestrainer Joachim Löw beim Betrachten der EM-Trophäe. Foto: dpa


Den 183. Tag des neuen Jahres hat Joachim Löw in seinem Kalender ganz dick angestrichen. Am 1. Juli will der dann 52 Jahre alte Bundestrainer in Kiew mit der von ihm seit mehr als einem halben Jahrzehnt geformten deutschen Nationalmannschaft die spanische Fußball-Vorherrschaft beenden.
„Bei der EM wollen wir erneut attraktiven Fußball zeigen und dann natürlich endlich mal wieder einen Titel gewinnen“, sagte Löw. Ein drittes Scheitern an den Spaniern nach dem verlorenen EM-Endspiel 2008 sowie dem WM-Halbfinale 2010 mit jeweils 0:1 soll es nicht geben. Der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque äußerte zur Jahreswende höchsten Respekt vor dem Mitfavoriten: „Deutschland ist ein Gegner, gegen den es jeden Tag schwerer fällt, zu gewinnen.“
Seit 16 Jahren wartet Deutschland auf den großen Wurf. Und das Verlangen wächst, zumal Löws Rasselbande mit den Jungen wie Mesut Özil, Mario Götze oder Toni Kroos die Fans 2011 fußballerisch begeistern konnte. „Ich spüre die Sehnsucht nach einem Titelgewinn im Sommer bei der EM – vor allem auch in der Mannschaft“, erklärte Löw zum Start ins EM-Jahr.
Der Bundestrainer rechnet beim Projekt Titelgewinn in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) mit heftiger Gegenwehr. Das Ziel Europameister hätten „mindestens fünf andere Mannschaften auch“. Neben Spanien schreibt Löw den Gruppengegnern Niederlande und Portugal sowie Frankreich, England und Italien höchste Ansprüche zu.
Unabhängig vom EM-Ergebnis ist es Löw im neuen Jahr „zunächst einmal wichtig, dass die positive sportliche Entwicklung unseres Teams und der einzelnen Nationalspieler anhält“. Das erste Länderspiel ist am 29. Februar in Bremen. „Das Spiel gegen Frankreich ist für uns ein traditionsreiches Prestigeduell, und daher wollen wir mit einer starken Mannschaft antreten, um die Serie der Siege gegen renommierte Gegner wie Brasilien oder die Niederlande fortsetzen zu können“, kündigte Löw an.
Der Durchmarsch mit zehn Siegen in der EM-Qualifikation sowie bemerkenswerten Testspielerfolgen gegen Brasilien (3:2) und die Niederlande (3:0) haben die Erwartungshaltung erhöht. Den nach der WM 2010 weiter forcierten Verjüngungsprozess mit Spielern wie Mats Hummels, Götze oder Marco Reus sieht Löw als Basis für einen EM-Erfolg an: „Wie schon bei der WM ist zu erwarten, dass stark verjüngte Teams mit schnellem und technisch anspruchsvollem Fußball die Akzente setzen werden“, prophezeite der Bundestrainer: „Ich erwarte ein attraktives und spannendes Turnier.“
Die Leistungsdichte und Konkurrenz habe ein neues Niveau erreicht. „Die Nominierung wird für mich diesmal einfacher, weil wir einen starken Kader haben“, stellte Löw fest: „Früher musste ich mir oft Gedanken machen, wer spielerisch am besten unseren Ansprüchen genügt. Diesmal gibt es auf jeder Position mehrere Alternativen. Das macht vieles leichter.“
Der Bundestrainer will den Konkurrenzkampf um die EM-Tickets auch vor seinem dritten großen Turnier als Cheftrainer wieder bis kurz vor dem Endrundenstart ausreizen. „Vermutlich werden wir wieder mit mehr als 23 Spielern ins Trainingslager gehen, also zunächst einen erweiterten EM-Kader nominieren“, kündigte Löw an.
Am 9. Juni beginnt in Lwiw gegen Auftaktgegner Portugal der EM-Ernstfall. Die Niederlande (13. Juni) und Dänemark (17. Juni) sind die weiteren Gruppengegner. „Wir wissen, es wird ernst, von Anfang an“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff über das schwere Los.
Die Konkurrenz wird intensiv beobachtet. Löw dazu: „Wir werden die Gegner analysieren und internationale Liga-Spiele besuchen, um uns einen guten Überblick über die Leistungen von wichtigen Akteuren in den Reihen der Gegner zu verschaffen.“ Parallel dazu plant Löw mit seinem Betreuerstab die eigene Vorbereitung „mit all ihren Facetten“. Der Fahrplan steht: Am 11. Mai geht es ins erste Trainingslager nach Sardinien, an das sich ein Camp in Südfrankreich (18. bis 31. Mai) anschließt. Auch die letzten Testspielgegner sind mit der Schweiz (26. Mai in Basel) und Israel (1. Juni in Leipzig) bereits verpflichtet worden. Die EM-Mission beginnt am 4. Juni mit dem Bezug des EM-Quartiers in Danzig.

 
 


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