Dies berichtete der Jugendbeauftragte der Region Darmstadt im Hessischen Fußballverband (HFV), Gerhard Fuoss, beim Kreisjugendtag am Montagabend in Leeheim. „Wir in unserem Kreis“, resümierte Kurt Jungmann in seinem letzten Bericht als Kreisjugendwart, „leisten sehr gute Basisarbeit innerhalb der Vereine, wie auch diverse Meisterschaften belegen“. Fuoss wies zudem darauf hin, dass es im Fußballkreis Groß-Gerau außer den Frauen des SC Opel Rüsselsheim zwei weitere Hessenliga-Mannschaften gibt – beide aus dem Jugendbereich (die A- und B-Junioren des SV Rot-Weiß Walldorf).
Auch die Klassenleiter im Kreisjugendausschuss sowie die Verantwortlichen für die Ausbildung ziehen in ihren schriftlich vorgelegten Berichten eine überwiegend positive Bilanz, obwohl sie sich auch kritisch mit Problemthemen auseinandersetzen.
Bei den A-Junioren erklärt Georg Baumann, in den vier Jahren seit dem vorherigen Kreisjugendtag sei es immer schwieriger geworden, einen kontinuierlichen Spielbetrieb zu organisieren. Alljährlich seien Mannschaften im Laufe der Saison abgemeldet worden, sodass nur zwölf Teams übrig geblieben seien. Jungmann erklärt dazu: „Es zeigt sich immer wieder, wenn der ältere Jahrgang in den Aktivenbereich wechselt, ist die A-Jugend-Mannschaft nicht mehr spielfähig.“
Außerdem bemängelt Baumann einen enormen Anstieg an Platzverweisen: Aus seiner Statistik geht hervor, dass in der Saison 2007/08 26 A-Junioren die Rote Karte bekamen, in der vergangenen Spielzeit waren es 48. „Hier alleine die Schuld den Spielern zu geben, wäre falsch“, so Baumann: „Oftmals haben Betreuer, Trainer oder Zuschauer Schuld am Benehmen der Spieler, weil sie als schlechtes Beispiel vorangehen.“ Die Kreisligameister hätten sich keine oder sehr wenige Rote Karten eingehandelt: „Dies zeigt deutlich: Wenn die Disziplin stimmt, kommt auch der Erfolg.“
Auch andere Klassenleiter sprechen die bedenkliche Entwicklung an, dass es den Beteiligten von Jugendspielen allzu oft an gegenseitigem Respekt fehlt. Sogar bei den F-Junioren gab es deshalb zwei Spielabbrüche, wie Günter Zuber berichtet. Ein Trainer sei vom Sportgericht bis 2014 gesperrt worden. „Da fehlen uns die Worte“, so Jungmann dazu: „Wenn Trainer nicht richtig ticken, wer soll es (Disziplin, Respekt, Fairness) dann den kleinen Kickern beibringen?“
Die größte Veränderung erfuhren die D-Junioren, da die Spielerzahl von elf auf neun reduziert und das Spielfeld verkleinert wurde. Diese Vorgaben des HFV umzusetzen, sei für die Vereine und den Kreisjugendausschuss „schon eine Herausforderung“ gewesen, erklärt Klassenleiter Norbert Zoll.
Handlungsbedarf sieht Zuber ob eines Trends in der F-Jugend-Hallenrunde, da gemeldete Mannschaften einfach nicht antreten. Jungmann kommentiert dieses Fehlverhalten so: „Das ist nach meiner Meinung eine Charakterlosigkeit gegenüber den teilnehmenden Mannschaften und dem Klassenleiter, der den Spielplan erstellen muss.“ Zuber schlägt vor, sich zu überlegen, die Hallenrunde zu streichen und den Vereinen die dadurch frei werdende Hallenzeit zur Ausrichtung eigener Turniere zu überlassen.
Bei den E-Junioren stellte Klassenleiter Rolf Bender bis zur Saison 2010/11 eine stete Zunahme an Mannschaften fest, ehe die Anzahl von 79 auf 59 in der laufenden Saison gesunken ist. Den Grund sieht Bender darin, dass viele Vereine die D-Junioren-Mannschaften aufgestockt haben.
„Wir leisten sehr gute Basisarbeit innerhalb der Vereine“
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