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08. Februar 2012 dpa

Horst Eckel feiert seinen 80. Geburtstag

80. Geburtstag – Der bodenständige Horst Eckel ist einer der letzten noch Lebenden aus der Weltmeisterelf von 1954

 
| Vergrößern | Horst Eckel Foto: dpa

Von der legendären deutschen Mannschaft, die am 4. Juli 1954 im WM-Finale den hohen Favoriten Ungarn mit 3:2 bezwang, leben neben Eckel nur noch sein Vereinskamerad Ottmar Walter sowie Hans Schäfer vom 1. FC Köln. Mit zunehmendem Alter hat sich Eckels Status geändert. „Früher bin ich als Jüngster hinter den anderen hergelaufen und war im Kader eher ein Mitläufer. Heute bin ich der einzige noch Aktive, und da kommt jetzt viel Verantwortung auf mich zu.“
Mit einer Gala im Fritz-Walter-Stadion würdigt der FCK Eckel am Mittwoch. Ottmar Walter und Schäfer werden dem Jubilar aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich gratulieren können. Dafür kommt aus Ungarn sein ehemaliger Gegenspieler Jenö Buzansky, der fünf Jahre älter als Eckel ist.
Wegen seiner – bis zum heutigen Tag – schlanken Gestalt, enormen Schnelligkeit und großen Ausdauer nannte man Eckel einst „Windhund“. Das Attribut „Held von Bern“ lehnt er für seine Person ab. „Das ist total übertrieben. Ich bin doch ein ganz normaler Mensch geblieben“, grummelt er dann eher verlegen.
Wo er 1932 geboren wurde, da lebt der bodenständige Eckel mit seiner Frau Hannelore noch heute: im westpfälzischen Vogelbach bei Landstuhl. Ruhestand, das kennt der gelernte Werkzeugmacher und einstige Fachlehrer nicht. Als Nachfolger des 2002 gestorbenen WM-Kapitäns Fritz Walter, der auch sein großes Vorbild war, ist er seit 1997 Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung.
„Ich bin meinen ganzen Weg mit Fritz Walter gegangen. Da war mir dieses Amt vorbestimmt“, sagt Eckel. In rund 100 deutschen Strafanstalten war er zu Resozialisierungs-Gesprächen mit meist jugendlichen Straftätern. „Am Anfang war's schwer, aber dann habe ich Gefallen daran gefunden und jetzt keine Probleme mit den Jungs.“
Was waren die Gründe für das Wunder von Bern? Immer wieder muss er diese Frage beantworten. Und immer gibt er diese Antwort: „Kameradschaft. Gemeinschaftsgefühl“. Das waren einst die großen Tugenden, die Bundestrainer Sepp Herberger predigte. Er gab auch die Parole aus: „Wir schaffen das gemeinsam“ – und daran habe sich das Team gehalten.

| Vergrößern |
Weltmeister 1954: Horst Eckel (rechts) gewann mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 1954 den WM-Titel durch ein 3:2 über Ungarn (links Nandor Hidegkuti) – es ging als „Das Wunder von Bern“ in die deutsche Sportgeschichte ein. ArchiFoto: dpa
Herberger machte aus dem Stürmer Eckel einen rechten Außenläufer und gab Fritz Walter damit einen fast kongenialen Hintermann. „Wir haben uns fast blind verstanden“, erinnert sich Eckel. Zu 32 Länderspielen wurde er von 1952 bis 1958 berufen. Für den 1. FC Kaiserslautern, mit dem er 1951 und 1953 Deutscher Meister war, absolvierte er 247 Spiele und schoss 74 Tore.
Von 1960 bis 1966 spielte Eckel für Röchling Völklingen. Der Werkzeugmacher schulte früh zum Lehrer für Kunst, Sport und Werken um und unterrichtete in Realschulen in Kusel und Morbach. Diese pädagogische Arbeit hilft ihm heute, wenn er jungen Straftätern den „Anstoß zu einem neuen Leben“ geben will.
Viele Fußballfans kennen Eckel nur noch vom Hörensagen oder vom Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg: Dort wurde 2007 zu seinem 75. Geburtstag der Eingang zur Westtribüne in „Horst-Eckel-Tor“ getauft. Ehrenmitglied des Vereins ist er seit 1999. Für seinen Einsatz auf sozialem Gebiet erhielt der Weltmeister von 1954 das Große Bundesverdienstkreuz.

 
 


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