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24. Januar 2012 dpa

Fifa-Präsident Blatter fordert Profi-Schiedsrichter für WM

Fifa-Präsident Blatter fordert Schiedsrichter mit Profistatus für die WM und übt Kritik an Uli Hoeneß

| Vergrößern | Joseph Blatter Foto: dapd
ZÜRICH. 

„Ohne die zwölf afrikanischen Stimmen kriegt man keine Olympischen Spiele“, sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa in einem Interview des Fachmagazins „Kicker“ (Montag). „Hoeneß & Co.“ hätten vor der WM 2010 in Südafrika „derart gelästert, dass es kaum mehr zu steigern war“, sagte Blatter.
Er habe den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude darauf hingewiesen, dass „Paris bei der Vergabe der Sommerspiele 2012 gegen London verloren hat, weil man die afrikanischen Stimmen nicht mit einbezogen hatte“, sagte Blatter.
Der 75 Jahre alte Schweizer behauptet in dem Interview, dass der afrikanische Verbands-Chef Issa Hayatou vor der Olympia-Vergabe in Durban am 6. Juli 2011 zu Franz Beckenbauer gesagt habe: „Du kannst auf keine einzige afrikanische Stimme zählen für die Olympischen Spiele in München. Die Art und Weise, wie ihr versucht hattet, die afrikanische WM kaputt zu machen, haben wir nicht vergessen.“
Bayern Münchens Präsident Hoeneß hatte sich in jüngster Zeit immer wieder als scharfer Kritiker von Fifa und Blatter hervorgetan. Zuletzt forderte er im Zusammenhang mit den Affären und Korruptionsvorwürfen den vorzeitigen Rücktritt des seit 1998 amtierenden Schweizers.
In dem Kicker-Interview hat Blatter zudem seine Forderung nach Profi-Schiedsrichtern für die WM 2014 bekräftigt und geht dabei auf Konfrontationskurs mit dem DFB. „Der deutsche Schiedsrichter darf immer pfeifen, wo er will. Aber wenn er 2014 zur Weltmeisterschaft kommen will, muss er einen Status als Profi haben.“ Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) müsse „ein System aufbauen, in dem der Schiedsrichter als Angestellter des Verbandes vertraglich gebunden ist“, forderte Blatter.
Noch lehnt der DFB Vollprofis an der Pfeife ab. Bislang sind die Spieleinsätze die Haupteinnahmequelle für die deutschen Referees. „Klar, sie kriegen Geld. Aber sie stehen unter dem Druck, dass sie nur dann Geld bekommen, wenn sie gut pfeifen“, betonte Blatter. „Gelingt das nicht, werden sie abgestuft. Ich will, dass der Schiedsrichter wie der Profi einen Vertrag hat.“ Blatter betonte auch den „psychologischen Faktor. Ich meine, dass der Spieler den Schiedsrichter besser annimmt, wenn auch dieser ein Profi ist.“

 
 


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