Drei Jahre stand er zwischen den Pfosten, mit 40 sagte er der Bundesliga adé, und erst im reifen Alter von 61 hat er die Fußballschuhe endgültig an den Nagel gehängt: Wolfgang Kleff, ein Gesicht der goldenen 70er Jahre, Weltmeister und Entertainer, feiert am kommenden Mittwoch seinen 65. Geburtstag.
Kaum zu glauben, dass Kleffs letzter Einsatz vom 9. März 2008 datiert. Im NRW-Landesligaspiel des FC Rheinbach gegen TuS Oberpleis schied er aber schon nach 35 Minuten verletzt aus. „Ich bin umgenietet worden, mein Knie war kaputt, wir hatten 1:0 geführt und noch 1:4 verloren. Gott sei Dank bin ich nicht am Kopf getroffen worden. Das wäre mein Tod gewesen, denn ich bin Bluter und Macromar-Patient“, erzählt der Weltmeister von 1974.
Drei Jahre zuvor war Kleff innerhalb kurzer Zeit von zwei Schicksalsschlägen getroffen worden. Erst erlitt er einen leichten Schlaganfall. Dann musste er sich einer Herz-Operation unterziehen, weil sein Herz nur noch 20 Prozent Leistungsfähigkeit hatte. „So schnell will der liebe Gott mich noch nicht haben“, sagt der aus Schwerte stammende Profi. „Ich freue mich des Lebens, ich bin und bleibe Optimist.“ Seinen Ehrentag verbringt er gelassen und in Ruhe. „Eine Fete findet nicht statt, ich mache gar nichts an meinem Geburtstag“, sagt der Jubilar, der im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt lebt.
Aber an die alten Zeiten denkt er gerne zurück. 1974, beim Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land, war er hinter Sepp Maier und Norbert Nigbur in der Torhüter-Hierarchie die Nummer drei. Ein Jahr zuvor kratzte Kleff am Sockel vom Maier-Sepp. „Doch“, so der Vater zweier Kinder, Sebastian (31) und Katharina (14), „Bundestrainer Helmut Schön hat immer an seinen Stammspielern festgehalten.“
Eine Legende im Tor der Torfabrik
Geburtstag: Wolfgang Kleff wird 65 – Teil der überragenden Mönchengladbacher Mannschaft der siebziger Jahre
In den goldenen 70er Jahren der Borussia holte der reaktionsschnelle und mutige Torhüter 1970, 1971, 1975, 1976 und 1977 fünfmal mit dem unvergessenen Erfolgstrainer Hennes Weisweiler („Mein bester Trainer, den ich je hatte“) die Schale nach Mönchengladbach. 1975 errangen die „Fohlen“ mit ihrer Torfabrik in den Endspielen gegen den FC Twente Enschede (0:0 und 5:1) den Uefa-Pokal, und 1973 im spektakulären Endspiel von Düsseldorf gegen den 1. FC Köln (2:1 n.V.) den DFB-Pokal.
Unvergessen bleibt, dass sich damals Günter Netzer in der Verlängerung selbst einwechselte und mit einem Tor des Jahres für die Entscheidung sorgte. „Das war das beste Pokalfinale aller Zeiten, ein Wahnsinnsspiel, ein Erlebnis, das man nie vergisst, mit den beiden Torhütern Gerhard Welz und Wolfgang Kleff, die überragend hielten“, sagt er voller Stolz.
Für die Borussen stand er 321 Mal im Bundesliga-Tor, brachte es vom 19. April 1969 bis zum 12. Juni 1976 auf 244 Einsätze in der Eliteklasse am Stück, mehr als sieben Jahre stand er für die „Fohlen“ ohne Pause im Ligabetrieb zwischen den Pfosten. Es folgten noch die Stationen bei Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC und VfL Bochum – nach insgesamt 433 Einsätzen sagte er der Bundesliga ade. Sein Debüt in der höchsten Spielklasse hatte er am 7. September 1968 im Heimspiel gegen Alemannia Aachen gegeben.
In der zweiten Liga kam „Otto“, wie er wegen der verblüffenden Ähnlichkeit zum ostfriesischen Komiker Otto Waalkes kurz gerufen wurde, immerhin noch 56 mal zum Einsatz. Waalkes trieb den Leuten von der Bühne aus die Tränen in die Augen, Kleff machte Späßchen auf dem Feld.
Aber zweimal wurde ihm der Spaß gründlich genommen. In der Saison 1971/72 war das legendäre 7:1 der Borussia gegen Inter Mailand wegen des Büchsenwurfs auf Roberto Boninsegna am grünen Tisch annulliert und eine Wiederholung angesetzt worden. Im „Rückspiel“ in Berlin gab es ein 0:0, und Luggi Müller brach sich noch das Schien- und Wadenbein. In Mailand hatte Gladbach 2:4 verloren und schied aus dem Europapokal aus. „Die Uefa war damals in italienischer Hand“, sagt Kleff zum unerwartet harten Strafmaß.
Am 17. März 1976 dann war es ein gewisser Leonardus van der Kroft, der den Einzug der Borussia ins Halbfinale des Europacups der Landesmeister gegen Real Madrid verhindert hatte. Denn nach dem 2:2 in Düsseldorf versagte der niederländische Schiedsrichter der Borussia zwei vermeintlich einwandfreie Tore durch Henning Jensen und Jürgen Wittkamp im Estadio Bernabeu. Am Ende hieß es 1:1, Gladbach schied wegen der Auswärtstore-Regelung aus.
„Das war die größte Sauerei, die je erlebt habe. In ganz Deutschland herrschte eine Riesenwut“, erzählt Kleff. „Aber“, sagt Kleff stolz, „wir Borussen waren wegen unseres tollen Fußballs in der ganzen Welt beliebt.“
Unvergessen bleibt, dass sich damals Günter Netzer in der Verlängerung selbst einwechselte und mit einem Tor des Jahres für die Entscheidung sorgte. „Das war das beste Pokalfinale aller Zeiten, ein Wahnsinnsspiel, ein Erlebnis, das man nie vergisst, mit den beiden Torhütern Gerhard Welz und Wolfgang Kleff, die überragend hielten“, sagt er voller Stolz.
Für die Borussen stand er 321 Mal im Bundesliga-Tor, brachte es vom 19. April 1969 bis zum 12. Juni 1976 auf 244 Einsätze in der Eliteklasse am Stück, mehr als sieben Jahre stand er für die „Fohlen“ ohne Pause im Ligabetrieb zwischen den Pfosten. Es folgten noch die Stationen bei Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC und VfL Bochum – nach insgesamt 433 Einsätzen sagte er der Bundesliga ade. Sein Debüt in der höchsten Spielklasse hatte er am 7. September 1968 im Heimspiel gegen Alemannia Aachen gegeben.
In der zweiten Liga kam „Otto“, wie er wegen der verblüffenden Ähnlichkeit zum ostfriesischen Komiker Otto Waalkes kurz gerufen wurde, immerhin noch 56 mal zum Einsatz. Waalkes trieb den Leuten von der Bühne aus die Tränen in die Augen, Kleff machte Späßchen auf dem Feld.
Aber zweimal wurde ihm der Spaß gründlich genommen. In der Saison 1971/72 war das legendäre 7:1 der Borussia gegen Inter Mailand wegen des Büchsenwurfs auf Roberto Boninsegna am grünen Tisch annulliert und eine Wiederholung angesetzt worden. Im „Rückspiel“ in Berlin gab es ein 0:0, und Luggi Müller brach sich noch das Schien- und Wadenbein. In Mailand hatte Gladbach 2:4 verloren und schied aus dem Europapokal aus. „Die Uefa war damals in italienischer Hand“, sagt Kleff zum unerwartet harten Strafmaß.
Am 17. März 1976 dann war es ein gewisser Leonardus van der Kroft, der den Einzug der Borussia ins Halbfinale des Europacups der Landesmeister gegen Real Madrid verhindert hatte. Denn nach dem 2:2 in Düsseldorf versagte der niederländische Schiedsrichter der Borussia zwei vermeintlich einwandfreie Tore durch Henning Jensen und Jürgen Wittkamp im Estadio Bernabeu. Am Ende hieß es 1:1, Gladbach schied wegen der Auswärtstore-Regelung aus.
„Das war die größte Sauerei, die je erlebt habe. In ganz Deutschland herrschte eine Riesenwut“, erzählt Kleff. „Aber“, sagt Kleff stolz, „wir Borussen waren wegen unseres tollen Fußballs in der ganzen Welt beliebt.“
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