Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt hat sich im DFB-Pokal der Frauen eindrucksvoll für das Halbfinale qualifiziert. In der Neuauflage des Endspiels vom März besiegte der achtmalige Cupgewinner den deutschen Meister und Dauerrivalen Turbine Potsdam am Sonntag klar mit 5:1 (3:0). „Wir haben mit Herz und Leidenschaft gespielt. Das gewonnene Selbstvertrauen müssen wir mitnehmen, um am nächsten Samstag in Duisburg wieder in der Bundesliga zu punkten“, sagte Frankfurts Fußball-Trainer Sven Kahlert, der nach vier Niederlagen in den vergangenen vier Pflichtspielen heftig in der Kritik stand.
Vor nur 1832 Zuschauern - darunter Bundestrainerin Silvia Neid und DFB-Präsident Theo Zwanziger - erzielten Gina Lewandowski (4. Minute), Svenja Huth (10.), Saskia Bartusiak (30.), Kerstin Garefrekes (55.) und Jessica Landström (81.) die Tore bei der Revanche für das 0:2 in der Bundesliga an gleicher Stelle vor drei Wochen. Zum Potsdamer Ehrentreffer traf Viola Odebrecht (89.). Bereits im Pokalfinale 2011 hatte Potsdam gegen Frankfurt mit 1:2 verloren.
Potsdams Trainer Bernd Schröder wehrte sich gegen den Vorwurf, den Pokal nicht ernst zu nehmen. „Das stimmt nicht“, meinte der 69-Jährige, der dennoch kein Risiko einging und Babett Peter, Genoveva Anonma und Patricia Hanebeck eine Pause verordnete. Die Umstellungen wirkten sich negativ aus. „Die neu formierte Abwehrreihe war ja gar nicht vorhanden“, grantelte Schröder.
Auch beim FFC Frankfurt lief nicht alles nach Plan. Fatmire Bajramaj zog sich beim Aufwärmen eine Oberschenkelverletzung zu und musste passen. Nach 23 Minuten war auch für Melanie Behringer die Partie wegen einer Hüftverletzung beendet.
Der FFC-Coach erlebte trotz der ungünstigen Vorzeichen ein Team, das sich leidenschaftlich in die Partie stürzte. Die schnellen Führungstreffer nach 275 Minuten ohne Tor in der Bundesliga halfen und nahmen Potsdam früh den Glauben an ein Weiterkommen. „Das war heute auch wirtschaftlich ganz wichtig für uns. Der Pokal ist medial bedeutend für uns“, sagte FFC-Manager Siegfried Dietrich.
Der Macher des Clubs will trotz des Befreiungsschlages in der Winterpause personell nachlegen. Die angedachte Rückkehr von Rekordnationalspielerin Birgit Prinz sei kein PR-Gag, versicherte Dietrich. Doch auch er weiß, dass die urlaubende 34-Jährige erst im Frühjahr zur Verfügung stehen könnte. Wahrscheinlicher ist die Verpflichtung einer weiteren Ausländerin.
DFB-Pokal der Frauen: FFC gewinnt 5:1 gegen Potsdam und steht im Halbfinale
FRANKFURT.
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