Am heutigen Donnerstag werden bei den deutschen Fußballfrauen die schmerzvollen Erinnerungen an die Heim-WM noch einmal aufgewirbelt. Vor dem letzten EM-Qualifikationsspiel (20.30 Uhr) gegen die bislang ebenfalls ungeschlagenen Spanierinnen spricht das Trainerteam aber schon wieder von großen Triumphen. „Der EM-Titel 2013 ist unser Anspruch“, sagt Assistenzcoach Ulrike Ballweg.
Zwar arbeite man noch daran, der Mannschaft nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM ein neues Gesicht und Sicherheit zu geben, dennoch gehöre Deutschland zu den Favoriten. „Wir müssen uns neue Ziele setzen und der Titel sollte machbar sein, wenn alles stimmt und wir das nötige Glück haben.“
Elf Siege hat das Team von Bundestrainerin Silvia Neid in diesem Jahr gefeiert, nur einmal verloren – beim 0:1 nach Verlängerung im WM-Viertelfinale gegen Japan. „Wenn wir diese Bilanz sehen, ist es umso tragischer, wie das Ausscheiden zustande kam. Wir haben ein einziges Spiel verloren und das noch nicht mal nach 90, sondern nach 120 Minuten. Aber wir können nichts mehr gut machen. Wir können nur lernen aus dieser Niederlage“, berichtet Ballweg. Als Co-Trainerin agiert die 46-Jährige im Schatten von Neid, das Team aber kennt sie ebenso lange und gut wie die „Chefin“, wie Ballweg ihre Mitspielerin aus Jugendtagen nennt.
Viel geändert habe sich am Trainingskonzept und der psychologischen Spielvorbereitung allerdings nicht seit der Pleite des erfolgsverwöhnten Doppel-Weltmeisters. „Es war klar, dass wir nach der WM nicht rausgehen und direkt wieder die dominierende Fußballmacht Deutschland sein werden. Eine Birgit Prinz musste man nicht besonders anleiten vor einem Spiel. Jetzt haben wir mehr junge Spielerinnen, die auf ihre Führungsrollen stärker vorbereitet werden müssen und in diese Rollen erst hineinwachsen.“ Bis die alte Sicherheit wieder da sei, dauere es noch.
„Wir arbeiten uns nach und nach aus dem Tief heraus, wir haben seit der WM alle Spiele gewonnen“, betont die neue Spielführerin Nadine Angerer. „Wir haben 2012 viel Zeit, das Team zu formen, auch wenn uns das internationale Kräftemessen bei Olympia fehlt“, sagt Ballweg. „Dann werden wir sehen, ob es bei der EM wieder zum Titel reicht.“
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