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01. Dezember 2011 dpa

Nicht nur Rowdies verderben Hannover 96 die Stimmung

EUROPA LEAGUE. 


Nach Hannovers größtem Erfolg seit 19 Jahren flogen Flaschen. Zwei Wasserwerfer fuhren auf dem Busparkplatz des Maurice-Dufrasne-Stadion vor, die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Diese unnötige wie unschöne Auseinandersetzung zwischen einigen Fans und der belgischen Polizei war nicht besonders intensiv, passte aber trotzdem zu einem merkwürdigen Fußball-Abend: Der Bundesligist hatte vorzeitig und erstmalig die K.o.-Runde der Europa League erreicht – doch die Stimmung war verdorben.
Fröhliche Gesichter waren nicht zu sehen. Die erste Niederlage im siebten Europa-League-Spiel, vor allem aber die Art und Weise des 0:2 (0:1) bei Standard Lüttich hatte Spielern, Fans und Verantwortlichen zugesetzt. Hannover 96 schlittert weiter in eine spielerische Krise.
„Man muss auch mal zufrieden sein mit dem, was man hat“, sagte Jan Schlaudraff und versuchte, den Erfolg mit ukrainischer Hilfe von Worskla Poltawa richtig einzuordnen: „Wenn uns das vor zwei Jahren einer erzählt hätte, dann wären alle ausgeflippt.“ So verzichteten die Hannoveraner auf großen Jubel, denn das frühzeitige Weiterkommen im europäischen Wettbewerb gelang nur durch das gleichzeitige 1:1 von Poltawa gegen Kopenhagen.
„Ich persönlich freue mich noch nicht so sehr, weil ich nicht einverstanden bin mit unserem Spiel in der zweiten Halbzeit“, kommentierte Trainer Mirko Slomka. Er gab sich keine Mühe, seine schlechte Laune nach den Treffern durch Mohammed Tchite (25.) und Gohi Bi Cyriac (58.) zu verbergen.
Während die Spieler im Schlosshotel am Stadtrand von Lüttich das schwache Spiel noch einmal Revue passieren ließen, mussten einige Fans die Nacht in einer Arrestzelle verbringen. „50 Rowdys sind aus dem Stadion rausgekommen, haben die Polizei provoziert und angegriffen“, berichtete der Einsatzleiter. „Wir mussten Wasserwerfer einsetzen.“ Zudem sprühten die Beamten Reizgas und setzten Schlagstöcke ein. Vier Hannoveraner wurden festgenommen. Verletzte habe es nicht gegeben. 96-Anhänger klagten über das harte Vorgehen der Polizei.

 
 


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