Kommentator Dani Kern hielt es kaum noch aus. „Oh Gott, das muss doch jetzt nicht noch sein“, stöhnte er nach dem Anschlusstreffer von Manchester United in der vorletzten Minute. Vier Minuten später war es dann geschafft: „Aus, Aus, Aus“, rief er seinen Zuschauern beim Schweizer Fernsehen zu, „merken Sie sich dieses Datum“, hatte er zuvor schon atemlos gefordert.
An Herbert Zimmermann 1954 (in Basel) fühlte sich der deutsche Zuschauer ein wenig erinnert, und der 2:1-Sieg des FC Basel hat für die Schweiz möglicherweise tatsächlich eine ähnliche Bedeutung wie für Deutschland das „Wunder von Bern“. „Wir haben Fußball-Geschichte geschrieben“, verdeutliche Co-Trainer Marko Walker das Besondere des Geschehens am Mittwoch im Sankt-Jakob-Park.
Erstmals in der Champions League erreichte eine Schweizer Mannschaft das Achtelfinale, erstmals warf ein eidgenössisches Team den Titelverteidiger raus. „Es war David gegen Goliath und David hat gewonnen, einfach Wahnsinn“, sagte Interims-Trainer Vogel schweißgebadet nach den Toren von Marko Streller (9.) und Alex Frei (84.).
Es war ein Zittern und ein Beben im Stadion, besonders die letzten Minuten wurden zum Alptraum für die Schweizer Fans. Die Hände vors Gesicht geschlagen, die Fingernägel abgekaut warteten sie auf den Abpfiff und die Erlösung. „Heute ist Weihnachten“ titelte das Boulevardblatt „Blick“ am Donnerstag.
Nach dem Spiel strömten hunderte Fans auf den zentralen Barfüsserplatz, die Mannschaft präsentierte sich nach Mitternacht auf einem Balkon den Fans. Der Autoverkehr kam zum Erliegen. Ausnahmestimmung, wie nach dem Gewinn einer Meisterschaft. Im Kneipen-Restaurant „Papa Joe's“ feierte das Team bis in den frühen Morgen. Für Donnerstag hatte Vogel, der sich nach dem Schlusspfiff Tränen des Glücks aus den Augen wischte, bereits vor der Partie trainingsfrei gegeben. „Heiko Vogel, Heiko Vogel“, skandierten die Fans nachts auf dem „Barfi“.
FC Basel im Glücksrausch
Champions League – : Schweizer werfen Manchester United aus dem Wettbewerb und feiern Trainer Heiko Vogel
„Wann, wenn nicht jetzt soll man diesen Trainer zum Cheftrainer machen?“ forderte TV-Reporter Kern unmittelbar nach dem Spiel, als der deutsche Trainer seine alle Spieler und das Funktionsteam zum Jubelkreis in der Spielfeldmitte zusammenholte. Der ehemalige Assistent von Thorsten Fink hatte die Mannschaft nach dessen Wechsel zum Hamburger SV am 17. Oktober als Interimstrainer übernommen.
Fink schaute sich die Partie ausgerechnet in einem englischen Pub in Hamburg an. „Ich habe mitgefiebert und mich sehr, sehr gefreut“, sagte der HSV-Trainer, der Basel zweieinhalb Jahre lang trainiert hatte, „für mich war dieser Erfolg keine große Überraschung, dieser Mannschaft traue ich noch Einiges zu.“
Fink schaute sich die Partie ausgerechnet in einem englischen Pub in Hamburg an. „Ich habe mitgefiebert und mich sehr, sehr gefreut“, sagte der HSV-Trainer, der Basel zweieinhalb Jahre lang trainiert hatte, „für mich war dieser Erfolg keine große Überraschung, dieser Mannschaft traue ich noch Einiges zu.“
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