Eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr lässt den FC Bayern München um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League bangen. Nach dem jüngsten Rückschlag im Bundesliga-Titelkampf verlor der Rekordmeister am Mittwoch durch ein Tor von Valentin Stocker in der 86. Minute mit 0:1 (0:0) beim FC Basel und steht nun im Rückspiel am 13. März in München vor einer äußerst heiklen Aufgabe. „Es ist schon bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat“, konstatierte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer ernüchtert.
Trotz spielerischer Überlegenheit fehlte der Elf von Trainer Jupp Heynckes vor 36 000 Zuschauern im ausverkauften St. Jakob-Park einmal mehr die Durchschlagskraft im Angriff. Zudem erwies sich bei mehreren guten Chancen Basels Torhüter Yann Sommer als unbezwingbar. „Das ist ganz bitter. Wir hatten uns vorgenommen, zu Null zu spielen. Dass es nicht geklappt hat, haben wir uns selbst zuzuschreiben“, resümierte Torhüter Manuel Neuer, der ein Gegentor schon vor der Pause mit seinen Paraden verhindert hatte.
Bayern-Präsident Uli Hoeneß sah trotz der Niederlage keinen Grund, Trübsal zu blasen: „Ich bin der Meinung, 1:0 ist ein Ergebnis, das uns alle Chancen öffnet. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass wir das im Rückspiel nicht schaffen können. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir das noch schaffen können.“ Trainer Jupp Heynckes ärgerte sich vor allem über das Zustandekommen des Gegentreffers: „Der steht da ganz blank, das darf überhaupt nicht passieren. Das lag am gesamten Abwehrverbund.“ Stocker konnte sich bei seinem Schuss die Ecke aussuchen.
FC Basel: Sommer – Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Park – Shaqiri (83. Zoua), Huggel, Xhaka, Fabian Frei (66. Stocker) – Alexander Frei (90. Cabral), Streller
Bayern München: Neuer – Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm – Timoschtschuk, Alaba – Robben, Kroos (89. Olic), Ribéry (71. Müller) – Gomez
Schiedsrichter: Rizzoli (Italien), Zuschauer: 36 000 (ausverkauft), Tor: 1:0 Stocker (86.).
Mit der Rückkehr von Arjen Robben in die Startelf kam zunächst wieder Schwung in die beim 0:0 in Freiburg leblose Münchner Offensive. Doch der Niederländer baute mit zunehmender Spieldauer ab und stand im Schatten von Pendant Franck Ribéry. Der Dribbelkünstler aus Frankreich zeigte allerdings im Abschluss zweimal Nerven. Überhaupt war die fehlende Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor nach nur vier Siegen in den letzten zwölf Auswärtsspielen auch in der Schweiz ein Manko bei den Münchnern.
Beim FC Basel, der in der Gruppenphase Englands Renommierclub Manchester United ausgeschaltet hatten, entpuppten sich der Ex-Stuttgarter Marco Streller und der künftige Bayer Xherdan Shaqiri als effizientes und stets gefährliches Angriffsduo.
Auf dem holprigen Geläuf des St. Jakob-Parks waren Wille und Entschlossenheit bei den Bayern von der ersten Sekunde an spürbar. Schon in der 3. Minute bot sich Ribéry nach Robbens Heber in den freien Raum die Chance zur Führung, doch Sommer verhinderte mit einem Reflex das drohende 0:1. Wenig später stand der Franzose auf Zuspiel von Kapitän Philipp Lahm erneut frei vor dem Torhüter (11.) und scheiterte wieder am großartig reagierenden Sommer.


Merken
|












