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13. Januar 2012  | dpa

Wieder Burn-out: Frankfurter Wunderlich gibt auf

Nach nur wenigen Tagen Vorbereitung musste Mike Wunderlich erkennen, dass er erneut am Burn-out-Syndrom erkrankt ist

| Vergrößern | Wunderlich leidet erneut am Burn-out-Syndrom. Der 25-Jährige bat seinen Club, wieder einer Ausleihe zu seinem Stammverein Viktoria Köln zuzustimmen, wie der FSV am Freitag mitteilte. Archivfoto: dpa
FRANKFURT. 

Als der FSV Frankfurt am Freitag mit dem Flieger ins Trainingslager gen Mallorca abhob, war Mike Wunderlich nicht an Bord. Der Mittelfeldspieler des hessischen Fußball-Zweitligisten ist zum zweiten Mal am Burn-out-Syndrom erkrankt. „Ich wollte gerne wieder für den FSV auflaufen und habe es probiert, aber ich sehe mich momentan leider den Anforderungen des Profi-Fußballs nicht gewachsen. Ich fühle mich nicht stark genug, diesem Druck stand zu halten“, sagte der 25-Jährige in einer Presseerklärung des Clubs vom Freitag.
Die Bornheimer entsprachen dem Wunsch Wunderlichs, ab sofort wieder für seinen Heimatverein Viktoria Köln in der 5. Liga spielen zu dürfen. „Das ist natürlich in erster Linie sehr bitter für den Menschen Mike Wunderlich. Wir haben versucht, ihm das Umfeld zu bieten, in dem er sich wohl fühlt und zu seiner Leistungsstärke zurückfinden kann. Diesen Eindruck hat er auch in den ersten Tagen hinterlassen, doch leider war seine Krankheit stärker“, erklärte Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver.
Im April 2011 war Wunderlich erstmals am Burn-out-Syndrom erkrankt. Er kehrte zu seiner Familie nach Köln zurück und ließ sich intensiv behandeln. „Ich hatte gespürt, dass ich zu nichts mehr Lust hatte, ich konnte mich an nichts mehr erfreuen“, berichtete Wunderlich damals. Nach drei Monaten Behandlung mit Gesprächstherapie fühlte er sich wieder gesund. „Alles war wie früher“, meinte Wunderlich, der sportlich beim Fünftligisten Viktoria Köln am Ball blieb.
Zum Trainingsstart Anfang Januar kehrte Wunderlich auf eigenen Wunsch zum FSV Frankfurt zurück. Die Bornheimer bemühten sich, ihm die Rückkehr so angenehm wie möglich zu gestalten und ermöglichten ihm, seinen Hauptwohnsitz weiterhin in Köln zu behalten. Beim Hallenturnier um den Hessen Cup überzeugte der 25-Jährige mit einem hohen Laufpensum und Spielübersicht.
Für den bevorstehenden Abstiegskampf in der 2. Liga hatte der FSV große Hoffnungen in Wunderlich gesetzt. Der gehörte bis zu seiner Erkrankung zu den Leistungsträgern im Team. Jetzt stoppte der Rückfall den talentierten Mittelfeldspieler.
Der neue FSV-Coach Benno Möhlmann muss nun schnell Ersatz für Wunderlich finden, der in seinen Plänen eine bedeutende Rolle einnahm. Im Trainingslager in Camp de Mar auf Mallorca sollen einige Anwärter vorspielen. Der ehemalige Paderborner Philipp Heithölder, der unter der Woche getestet wurde, bleibt vorerst im Wartestand. „Es war nur ein erstes Kennenlernen“, sagte Stöver in der Frankfurter Rundschau (Freitag-Ausgabe).

 
 


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