Michael Skibbe: Ich bin sehr zufrieden, die Mannschaft geht gut vorbereitet in die Rückrunde. Aber ich mache mir große Sorgen, was die Besetzung des Kaders angeht. Wir sind nicht nur in der Offensive durch die Verletzungen von Amanatidis und Fenin ausgedünnt, sondern nun auch im Mittelfeld. Steinhöfer ist nach Kaiserslautern gewechselt und Bajramovic wird operiert. Vasoski wird nach seiner Operation nicht in die Innenverteidigung zurückkommen, deshalb wird Chris auch nicht fürs Mittelfeld zur Verfügung stehen. Wir gehen sehr gehandicapt in die Rückrunde.
ECHO: Die Stürmersuche ist erfolglos geblieben. Glauben sie noch an eine Verstärkung?
Skibbe: Davon gehe ich nicht aus. Auf dem Spielermarkt gibt es keine Substanz.
ECHO: Was wäre mit dem Schalker Altintop?
Skibbe: Für Eintracht Frankfurt ist kein guter Stürmer finanzierbar. Das hat Heribert Bruchhagen doch zuletzt beim Neujahrsempfang der Medien noch einmal deutlich gemacht.
ECHO: Wie wird es nun weitergehen?
Skibbe: Zunächst einmal können wir froh sein, dass wir 24 Punkte haben. Mit den Spielern, die mir aktuell zur Verfügung stehen, können wir dauerhaft nicht gut Fußball spielen. Das ist keine Kritik an meinen Spielern. Doch in dieser Zusammensetzung ist keine Kompensation der Ausfälle mehr möglich. Der Status quo wird vom Trainer nicht mehr haltbar sein, auch mit mehr Training oder anderem Training ist keine Verbesserung mehr möglich. Wir verharren auf dem aktuellen Stand.
ECHO: Sehen sie für die Zukunft, also für die neue Saison, deutlich bessere Perspektiven?
Skibbe: Nein, die Perspektiven sehen aus heutiger Sicht nicht besser aus. Im Winter war nichts möglich und im Sommer wird es nicht wirklich leichter. So ist keine sportliche Weiterentwicklung des Kaders mehr möglich.
ECHO: Ist das schon Resignation?
Skibbe: Das ist keine Resignation, das ist eine realistische Beschreibung der Situation. Die Eintracht ist an einer Grenze angelangt, die sie nicht überspringen kann.
ECHO: Werden sie diesen Weg weiter mitgehen, ihr Vertrag läuft ja noch bis 2011?
Skibbe: Richtig, ich habe einen Vertrag in Frankfurt und ich arbeite gerne hier. Das habe ich oft genug gesagt und das meine ich auch so. Aber ich bin persönlich immer bemüht, mich weiterzuentwickeln. Und dazu gehört auch eine Weiterentwicklung des Vereins. Das scheint aber nicht möglich.
ECHO: Ist das eine Rücktrittsdrohung?
Skibbe: Ich stehe für Veränderungen und möchte diese weiter vorantreiben. Dafür brauche ich jegliche Unterstützung. Der Vorstand hat gesagt, die wirtschaftliche Konsolidierung habe oberste Priorität. Das muss ich daher auch akzeptieren.
ECHO: Nochmal: Ist das eine Rücktrittsdrohung?
Skibbe: Ich habe alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt.
ECHO: Sie wissen, dass diese Einschätzungen ziemlichen Wirbel entfachen werden?
Skibbe: Ich muss eine sportliche Einschätzung abgeben, dabei ist meine Fachkenntnis gefragt. Und da antworte ich ganz ehrlich. Der Verein stößt an natürliche Grenzen, mehr ist so nicht herauszuholen.
ECHO: Haben sie darüber nachgedacht schon im Winter aufzuhören?
Skibbe: Nein, dass ich jetzt Schluss mache, war und ist kein Thema.
ECHO: Vorstandschef Heribert Bruchhagen wird das alles nicht gerne hören.
Skibbe: Eintracht Frankfurt hat sich eine schwere Aufgabe gestellt, als sie mich im letzten Sommer geholt haben.

Merken
|











