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fassen. Sämtliche Mitglieder haben gleiches Stimmrecht. Im Streitfall würden oft alte Rechnungen beglichen, sagt Anwalt Holger Siebert von der Deutschen Gesellschaft für Erbrechtskunde (DGE). Dem lässt sich mit einem durchdachten Testament vorbeugen. Darin könnte der Erblasser zum Beispiel die wichtigsten Gegenstände bestimmten Erben zuweisen oder eine Teilungsanordnung bestimmen, erläutert Anton Steiner. Kinderlose Ehepaare haben die Möglichkeit, sich testamentarisch gegenseitig als Alleinerben einzusetzen. Eine einvernehmliche Vermögenstrennung ist machbar: „Einer der Miterben ergreift die Initiative und lädt die anderen an einen Tisch“, erläutert DGE-Experte Siebert. Hilfreich ist, bereits im Vorfeld Empfindlichkeiten zu bedenken, damit die heiklen Gespräche in möglichst spannungsfreier Atmosphäre ablaufen. Am Tisch steht Brainstorming auf der Agenda: „Fragen, ob jemand bestimmte Dinge aus der Erbmasse haben will und eine Schnittmenge suchen.“ Ist die Erbengemeinschaft einig geworden, erstellt sie einen Teilungsplan, den alle Mitglieder unterschreiben. Bei Immobilien ist der Notar hinzuziehen. Wenn die beschlossene Teilung durchgeführt ist, endet die Erbengemeinschaft. V MONIKA HILLEMACHER Rechtstipps für Hinterbliebene Sieben Monate Ehe zu wenig für Rente Ein Witwer hat sieben Monate nach der Hochzeit keinen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente. Das hat das hessische Landessozialgericht entschieden. Hat eine Ehe nicht mindestens ein Jahr gedauert, besteht kein Anspruch. Den gebe es nur, wenn besondere Umstände eine sogenannte Versorgungsehe widerlegten. Das sei hier aber nicht der Fall (Az.: L 2 R 140/13). Geklagt hatte ein Mann aus Frankfurt. Im Juni 2008 hatte er seine schwer krebskranke langjährige Partnerin geheiratet. Sieben Monate später starb sie. Die Rentenversicherung lehnte die Zahlung einer Witwerrente mit der Begründung „Versorgungsehe“ ab. Die Richter gaben der Versicherung Recht. Die habe eine Lebenserwartung von unter einem Jahr gehabt.Dies habe das Paar gewusst. Zu viel gezahlte Rente muss zurückbezahlt werden Wenn Rentenversicherungen zu spät über den Tod eines Rentners informiert werden, können sie das Geld zurückfordern, § Frau wie eine Entscheidung des Sozialgericht (SG) Gießen (Az: S 4 R 50/13) beweist. In dem Fall hatt die Nichte der Verstorbenen das Guthaben abgehoben, um die Beerdigung zu bezahlen. Die Rentenversicherung nahm die Nichte auf Rückzahlung der Rente in Anspruch. Mit Erfolg: Zu Unrecht erbrachte Rentenleistungen sind zurückzuerstatten, entschied das Sozialgericht. Nicht alle Verträge enden mit dem Tod Nicht alle Verträge enden automatisch mit dem Tod. Darauf weist die Verbraucherzentrale Sachsen hin. So gibt es für Mitgliedschaften in Vereinen, aber auch bei Telefon- oder Stromverträgen keine gesetzliche Regelung. Unerwünschte Verträge können aber außerordentlich gekündigt werden. Hinterbliebene sollten sich daher rasch einen Überblick verschaffen. Arbeitsverträge enden hingegen automatisch mit dem Tod, Verträge mit ambulanten Pflegediensten und ein Pflegeheimvertrag ebenfalls. V DPA IIn den sscchwerren Sttunden an IIhrrerr Seiitte Fordern Sie unseren 44-seitigen Ratgeber “Rat und Hilfe im Trauerfall” an! Donaustraße 32 65428 Rüsselsheim Frankfurter Straße 28b 65479 Raunheim Kelsterbacher Straße 65 64546 Mörfelden-Walldorf 06142/62702 www.petri.de L E T Z T E R W I L L E l wegbegleiter Trauer-Ratgeber 31


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