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Wer ein Testament findet, muss es beim Nachlassgericht, das für die Testamentseröffnung zuständig ist, abgeben. Foto: Kai Remmers dpa TESTAMENT: ÜBERRASCHUNG INKLUSIVE Das Familienoberhaupt ist gestorben. Im trauten Heim verliest der Familienanwalt den Letzten Willen des Verstorbenen. So sieht Testamentseröffnung im Film aus. Die Realität ist weniger spannend. In der Praxis wird der Letzte Wille nicht von einem Anwalt eröffnet, sondern vom Nachlassgericht. Es wird aktiv, sobald es von einem Todesfall Kenntnis erlangt. Üblicherweise kommt die Information vom Standesamt. Antworten auf wichtige Fragen: Wie erfährt das Gericht von dem Testament? Ob ein Testament vorliegt, erfährt das Gericht auf zwei Wegen: Zum einen über das zentrale Testamentsregister, in dem alle notariell erstellten Verfügungen sowie die beim Nachlassgericht hinterlegten handschriftlichen Testamente verzeichnet sind. Zum anderen, weil zum Beispiel ein zu Hause aufbewahrtes Dokument entdeckt und bei Gericht abgegeben wurde. Offiziell darf nur das Nachlassgericht die Verfügung aus dem Umschlag holen 26 wegbegleiter Trauer-Ratgeber l L E T Z T E R W I L L E – vom amtlichen Aufschlitzen des Kuverts leitet sich der Begriff Testamentseröffnung ab. Jeder, der ein solches Papier findet, ist verpflichtet, es möglichst sofort beim Nachlassgericht abzuliefern. So sieht es das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) vor. Grundsätzlich bleiben verschlossene Umschläge verschlossen. Auch Entwürfe oder zerrissene Testamente müssen zum Nachlassgericht gebracht werden.


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