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Seebestattung Foto: twystydigi - Fotolia Baumbestattung Foto: normankrauss - Fotolia naus beinhalten manche Bestattungsgesetze der Bundesländer Regelungen für Ausnahmen vom Friedhofszwang, die aber so restriktiv gehandhabt werden, dass sie in der Praxis kaum eine Rolle spielen. So liberal wie in Bremen sind die Regelungen zum Friedhofszwang in keinem anderen Bundesland. Dort ist das Ausstreuen oder Beisetzen der Totenasche außerhalb von Friedhöfen (auch auf Privatgrundstücken) lediglich an verschiedene Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel, dass der Verstorbene (nur Bremer Bürger) zu Lebzeiten schriftlich verfügt hat, an welchem Ort das Ausstreuen der Asche gewünscht wird. Seebestattung: Bei der Seebestattung wird die Asche in eine Urne aus leicht löslichem Material umgefüllt und dann vom Schiff aus im Meer versenkt. Gewöhnlich finden Seebestattungen in Nord- und Ostsee statt. Viele Anbieter haben jedoch auch Angebote außerhalb der deutschen Gewässer, zum Beispiel im Mittelmeer. Eine Beisetzung auf Binnengewässern ist in Deutschland nicht zulässig. An Bord der Schiffe kann in der Regel eine Trauerfeier abgehalten werden. Seebestattungs-Reedereien bieten häufig auch Gedenkgottesdienste und Erinnerungsfahrten für Angehörige an. Der Ort der Versenkung wird schriftlich festgehalten. Nach der Seebestattung können die Reedereien Seekarten mit der eingezeichneten Stelle der Urne ausstellen. Diese Karten werden den Hinterbliebenen zusammen mit einer Kopie des Logbucheintrages ausgehändigt. Seebestattungen können aber auch anonym durchgeführt werden. Für eine Seebestattung müssen eine Genehmigung bei der Stadt- oder Kommunalverwaltung des Sterbeortes eingeholt werden. Dazu benötigt man eine Bestattungsverfügung des Verstorbenen, in der dieser seinen Willen zur Seebestattung festgehalten hat. Liegt diese nicht vor, genügt meist auch eine glaubhafte Versicherung, dass dies sein Wunsch war. Allerdings hat jedes Bundesland seine eigenen Vorschriften zur Seebestattung, weshalb Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, empfiehlt, sich schon im Vorfeld nach den im Einzelnen geltenden Regelungen zu erkundigen. Sonderformen: Ungewöhnliche Bestattungsarten wie etwa die Verarbeitung der Asche eines Verstorbenen zu einem synthetischen Diamanten oder eine Luftbestattung, also das Verstreuen der Asche in der Luft vom Heißluftballon aus, sind unter Umständen ebenfalls möglich. Wichtig ist es, diesen Wunsch zu Lebzeiten rechtzeitig festzuhalten und genau zu bedenken. Darüber hinaus sind gesetzliche Bestimmungen zu beachten. KÖRPERBESTATTUNG Die Körper- (auch Sarg- oder Erd-) beisetzung ist eine Erdbestattung im klassischen Erdgrab, in das der Sarg im Boden versenkt wird. Körperbeisetzungen finden in Deutschland nur auf herkömmlichen Friedhöfen statt. Die Grabstelle wird üblicherweise mit einem Grabmal namentlich gekennzeichnet. Jeder Friedhof muss diese Bestattungsvariante anbieten. Nur wenige Friedhöfe verfügen über anonyme Erdgräber, die sich meist auf einer Rasenfläche ohne weitere Gestaltung befinden. Als Alternative gelten Rasenreihengräber. Eine Grabgestaltung findet dort nicht statt. In der Regel wird das Grab durch eine kleine Namensplatte gekennzeichnet. Rasengräber gibt es auch als halbanonyme Beisetzung, bei der ein Grabfeld über ein gemeinsames Grabmal verfügt, an dem die Namen der Verstorbenen verzeichnet sind. Eine individuelle Grabgestaltung und -pflege ist auch hier nicht erforderlich. Unterliegen solche Grabfelder einer besonderen, durchgehenden Gestaltung, spricht man von Gemeinschaftsgräbern. Die Namen der Verstorbenen können dort entweder an einem gemeinsamen Grabmal oder auf einzelnen Schildern vermerkt werden. Gemeinschaftsgräber werden selten für Sargbeisetzungen, sondern meist für 16 wegbegleiter Trauer-Ratgeber l B E E R D I G U N G


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