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Einen Überblick über die Verteilung von Solaranlagen in der Stadt liefert eine neue Homepage, die am Dienstag im Haus von (von links) Solarpionier Jochen Müller, Michael Hampel (Gewobau), Matthias Schweitzer (Stadtwerke), Solarfachmann Matthias Diehl und Beate Conradi (städtischer Fachbereich Gebäudewirtschaft) präsentiert wurde. Foto: Ernst Eelmae
Das Anwesen Emil von Behring-Straße 29 gilt als erste Adresse in Rüsselsheim in Sachen Sonnenenergienutzung. Denn Jochen Müller und Familie sind die frühesten privaten Betreiber einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach ihres Eigenheims, auf dem die Sonne neben Strom auch warmes Wasser erzeugt. Daher erschien es Stadtwerken und Gewobau der geeignete Ort zur Vorstellung einer Neuerung: Rüsselsheim wird im Internet künftig mit einem Solarstadtplan vertreten sein. Dort sollen sich alle Sonnenenergie nutzer, derzeit 287, präsentieren können.Gedacht ist dies als interaktive Internetplattform, nutzbar nicht nur zum Einsehen von Fotogalerien über die installierten Anlagen und deren Leistung, sondern auch zum Austausch von Erfahrungen und offen für Kommentare. Noch laufen die Vorbereitungen dazu, erst am 1. Oktober soll die Webseite mit allen Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Mit einem Schreiben fordern die Stadtwerke jetzt alle privaten Betreiber auf, sich an diesem Projekt zu beteiligen, um einen möglichst vollständigen Anlagenplan zu erhalten. Auf diesem werden die Standorte mit Sonnensym bolen in unterschiedlichen Größen gekennzeichnet, die für die jeweilige Leistungsstärke stehen. Bei der Präsentation dabei waren Matthias Diehl, früher beim Solaranlagen-Pionierunternehmen Inek tätig und inzwischen mit einem Photovoltaikbüro selbstständig, sowie Beate Conradi vom städtischen Fachbereich Gebäudewirtschaft und Mitautorin der Lokalen Agenda 21.Dass die Gewobau Ideengeber für die Internetpräsentation war, begründete Geschäftsführer Michael Hampel damit, dass in der Wohnungswirtschaft diese Idee der Energiegewinnung längst Platz gegriffen habe. Immerhin habe man auf eigenen Hausdächern 20 Fotovoltaikanlagen in Betrieb mit einer Leistung von 361 Kilowattpeak (Kwp), zwei Dachflächen seien dafür vermietet und fünf Anlagen seien solarthermisch ausgelegt. Dafür habe die Gewobau seit 2006 2,4 Millionen Euro ausgegeben. Die 2010 erwartete Stromleistung liege bei 210 000 Kilowattstunden, womit hundert Haushalte versorgt und der Ausstoß von 75 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden könne. Als Partner verwies Matthias Schweitzer, Technischer Leiter der Stadtwerke als Stromnetzbetreiber, auf die vier Anlagen in seinem Bereich, davon drei von Bürgern finanziert. Die Leistung aller in der Stadt installierten Sonnenstromanlagen bezifferte er auf 2541 Kwp. Daraus seien im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Kwh in das Netz eingespeist worden. Die entspreche allerdings nur einem Anteil von 0,77 Prozent bei 220 Millionen Kwh Stromverbrauch. An die Betreiber seien 860 000 Euro an Solarstromvergütung ausgezahlt worden.Conradi verwies darauf, dass im Kreis eine Sonnendachbörse aufgebaut werden soll, an der derzeit Rüsselsheim und Mörfelden-Walldorf beteiligt sind.Diehl erhofft sich von der Internetplattform, dass sie den Erfahrungsaustausch fördere, etwa zur praktischen Frage ,,Wer reinigt meine Anlage?", und dass sie neue Betreiber wirbt. Die Reinigungsfrage stellt sich Jochen Müller aktuell, weil sich an den 16 Jahre alten Modulen bereits Moos angesetzt hat. Der Wirkungsgrad sei gerade überprüft worden. Kleine Sorgen bereiteten augenblicklich die Kühlung des Dachgeschosses sowie der Wechselrichter. Ihn beschäftigt auch, wie es nach dem auf 20 Jahre festgelegten Förderzeitraum für die Stromeinspeisungen weiter geht. Dabei habe sich sein Investment von rund 22 000 Mark längst rentiert. Derzeit erziele er Einnahmen von knapp 800 Euro pro Jahr, was einer Verzinsung von mehr als sieben Prozent entspreche. Wie Müller rückblickend erklärte, sei seine 20 Quadratmeter große Modulfläche eine willkommene Experimentieranlage für Studenten der damaligen Fachhochschule gewesen.
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